Donnerstag, 15.11.2018

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Rednitzhembach: Zwei Plätze wie aus einem Guss

Eine Million Euro steckt Rednitzhembach in die Sanierung von Gemeindezentrum und dem Platz davor. Letzterer konnte nun seiner Bestimmung übergeben werden - 06.09.2018 06:00 Uhr

Pfarrer Wolfgang Lindner und Pastoralassistentin Gabriele Zucker segneten den neu gestalteten Brunnenplatz. Die Einweihung des sanierten Gemeindezentrums erfolgt erst in einigen Wochen. Erste größere Veranstaltung wird Ende September der „Tag der Vereine“ sein. © Fotos: Robert Gerner


Um 16 Uhr ratterten noch die Rüttelplatten über den Platz, zwei Stunden später konnte der Bürgermeister einen kleinen, schwarzen Knopf drücken. Erst rauschte und gurgelte es ein bisschen, dann schossen unter großem "Ahhh" und "Ohhh" die ersten Wasserfontänen aus dem Boden. "Damit ist der Brunnenplatz eröffnet", sagte Jürgen Spahl.

Attraktives Fontänenfeld

Das am Abend beleuchtbare Wasserspiel – offizieller Ausdruck: Fontänenfeld – ist sicherlich der Hingucker des neuen Platzes. Es ersetzt den alten Brunnen, der in restaurierter Form auf dem neuen Teil des Friedhofes einen neuen Standort finden wird.

Nicht nur das Wasserspiel ist neu. Der Eingang zu den Sälen ist nun großzügig überdacht, ebenso die Abgänge zur Tiefgarage. Die Bepflanzung wirkt modern und frisch, das Pflaster ähnelt dem des benachbarten Rathausplatzes und ist auch für Menschen mit Handicaps gut zu begehen beziehungsweise mit Rollstuhl gut zu befahren.

Ausgefeilte Technik

Die größten Veränderungen gab es aber unterirdisch. "Fünfmal so viele Rohre und Kabel wie bisher" würden dort jetzt liegen, so Rathauschef Spahl. Für Wasser, für Strom, für schnelles Internet.

Statt des in die Jahre gekommenen Brunnens sprudelt auf dem Platz vor dem Gemeindezentrum jetzt ein Fontänenfeld. Die Gäste waren bei der Einweihung sichtlich angetan.


Noch ist die Baustelle nicht ganz abgearbeitet. Vor den Zugängen zur Rezathalle und zum Schützenverein spannte sich zur Einweihungsfeier noch ein Bauzaun, bis zum Schuljahresbeginn muss hier noch ein wenig gepflastert und gewerkelt werden. Auch im Inneren des Gemeindezentrums sind noch nicht alle Arbeiten beendet. Der Aufzug vom Foyer auf die Sporthallen-Ebene kann vermutlich erst nächste Woche in Betrieb genommen werden.

Kosten: eine Million

Insgesamt hat die Gemeinde für die Neugestaltung von Zentrum und Platz rund eine Million Euro in die Hand genommen. Dass die Bauarbeiten in einem ganz engen Zeitplan bei extremen äußeren Bedingungen – Stichwort Jahrhundertsommer – erledigt werden konnten, nötigte Jürgen Spahl Respekt ab. "Das war eine wahnsinnig gute Leistung der Planer und der bauausführenden Firmen", lobte der Rathauschef.

Allerdings habe die Gemeinde zuvor auch ihre Hausaufgaben gemacht. Ein aus Mitgliedern des Gemeinderates gebildeter Beirat habe wichtige Vorarbeit geleistet. In einem halben Dutzend Sitzungen mit den Planern habe man an den Details gefeilt.

Bewährter Planer

Dass der so genannte Brunnenplatz jetzt so ähnlich aussieht wie der 2002/2003 gestaltete Rathausplatz, kommt nicht von ungefähr. Bei beiden Maßnahmen trug nämlich das Nürnberger Büro Adler & Olesch Verantwortung. "Wir haben jetzt eine städtebauliche Einheit", betonte Michael Olesch in einem Grußwort. Man könnte auch sagen: Beide Plätze wirken jetzt wie aus einem Guss.

Gesegnet wurde der neue Platz – baulicher Umgriff etwa 900 Quadratmeter – vom evangelischen Pfarrer Wolfgang Lindner und von der katholischen Pastoralassistentin Gabriele Zucker. "Ein Ort der Kommunikation" solle der neue Platz sein, meinte Lindner. Dazu beitragen werden sicherlich die steinernen Sitzgelegenheiten.

Schaufenster verstellt

Alles gut also in Rednitzhembach? Nicht ganz, denn es gibt durchaus auch Kritik an der Gestaltung. Christof Wenzel-Teuber vom gleichnamigen Optikergeschäft ist nicht zufrieden mit der Bepflanzung. "Bislang hatten wir einen Baum vor dem Schaufenster, jetzt sind es drei Bäume und viele Büsche und Sträucher." Das Grün sei zwar schön. Aber es verdecke leider die Schaufenster. Wenzel-Teuber: "Wir sind als Geschäft gar nicht mehr erkennbar."

  

ROBERT GERNER

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