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Schlamm des Wöhrder Sees wird Gsteinach deponiert

50.000 Kubikmeter rollen nach Ostern von Nürnberg in Richtung Schwarzenbruck - 23.03.2013 08:36 Uhr

Der Wöhrder See, hier vom Milchhof-Gelände aus gesehen, wird vielleicht schon im August mit einem Strand am Nordufer aufwarten können. Jetzt wird erst einmal der Schlamm beseitigt. Das Wasser soll wieder schneller fließen, denn bisweilen ist der See fast nur noch eine Pfütze. © Horst Linke


Unter diesen Voraussetzungen dürfen nach Ostern rund 50.000 Kubikmeter Schlamm aus dem Wöhrder See auf der Deponie eines Rother Unternehmens westlich des Schwarzenbrucker Ortsteils Gsteinach abgelagert werden.

Diese Deponie ist nicht weit entfernt von der Bauschuttdeponie am Alten Kanal, gegen dessen Vergrößerung Grüne und Bund Naturschutz seit Wochen Sturm laufen. Diese Deponierung von Schlamm hat jedoch laut Landratsamt thematisch und verfahrenstechnisch nichts mit der geplanten Erweiterung der Bauschutt-Recyclinganlage zu tun, so Claudia Weinig, Pressesprecherin des Landratsamtes.

Zum Hintergrund der geplanten Schlamm-Deponierung: Das Naherholungsgebiet in der Noris wird Zug um Zug in die "Wasserwelt Wöhrder See“ umgestaltet. Das Problem: Der See ist verlandet. Die Folge: Aufgrund der geringen Wassertiefe erwärmt sich das Wasser schnell, der See verwandelt sich innerhalb weniger Tage in einen unansehnlichen Algenteppich.

Damit der Wöhrder See, gerade in der schönen Jahreszeit, nicht nur optisch attraktiver ist, sondern auch als Lebensraum seine wertvolle ökologische Funktion erfüllen kann, soll er nun ausgebaggert werden. Geschätzte 50.000 Kubikmeter Schlamm müssen dazu aus dem unteren Teil abgefahren werden, um den See wieder auf eine Tiefe von rund 2,50 m zu bringen.

Ausgebaggertes schwimmt zum Lkw

Technisch kein größeres Problem: Ein schwimmender Bagger verlädt den ausgebaggerten Schlamm in schwimmende Transportbehälter. Diese wiederum werden am Ufer auf Lkw verladen, die dann das Material direkt zu einer Deponie bringen.

Den Zuschlag für die Arbeiten - angefangen vom Ausbaggern bis hin zur Deponierung dieses Seeschlamms – hat das Wasserwirtschaftsamt einer Rother Firma, die in den Gemarkungen Schwarzenbruck und Röthenbach St. Wolfgang, östlich der Autobahn A9 eine Deponie unterhält, erteilt.

Die Deponie steht, obwohl Teile davon auf Schwarzenbrucker Gebiet liegen, unter der fachlichen Aufsicht des Rother Landratsamtes. Hier sind auch die Bedenken der Anlieger, was unter anderem die mögliche Verschmutzung der Zufahrtswege mit Seeschlamm und die Deponiemenge angeht, bekannt.

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Diesen Befürchtungen begegnet die dafür zuständige Abteilung „Öffentliche Sicherheit und Ordnung“ mit klar formulierten Auflagen für die beauftragte Baufirma. Diese wiederum signalisierte ebenfalls ihr Bemühen, die Belastungen für die Anlieger so gering wie möglich halten zu wollen; so werde beispielsweise ein eigenes Reinigungsfahrzeug auf der Deponie bereit gehalten, um auf mögliche Verschmutzungen – auch außerhalb des vorgeschriebenen Zwei-Stunden-Taktes – reagieren zu können.

Was den Schlamm selbst angeht, ist dieser „unbedenklich für Mensch und Natur“. So stuften ihn sowohl das Landratsamt Roth als auch das Nürnberger Wasserwirtschaftsamt nach labortechnischen Untersuchungen ein.

Kein zusätzlicher Gestank

Laut den Analysen ist das im Seeschlamm eingelagerte Grünmaterial auch schon so weit verrottet, dass es auf der Deponie nicht für zusätzlichen Gestank sorgt. Sollte dies – wider Erwarten – doch der Fall sein, hat die Behörde der Baufirma schon jetzt ins Auftragsbuch geschrieben, bereits im Vorfeld „geeignete Vorkehrungen gegen Geruchsbelästigungen“ zu treffen.

Und um wirklich auf „Nummer sicher“ zu gehen, werden in diesen Tagen noch einmal Proben vom Grund des Wöhrder Sees genommen, um zu prüfen, ob der Schlamm „deponietauglich“ ist, ehe die Bagger dann nach Ostern anrücken. 

st

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