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Schwabacher Gospelfest: Gottesdienst mit Festivalflair

Veranstaltung in der Stadtkirche war so gut besucht wie kaum eine zuvor - 18.06.2017 15:03 Uhr

Musik als Gottesdienst mit Festivalcharakter und Magnetwirkung. Unter der Gesamtleitung des Schwabacher Kirchenmusikdirektors Klaus Peschik präsentierten die Chöre die heitere Vielfalt der christliche Musik aus dem afroamerikanischen Raum.

Das Schwabacher Gospelfest war ein gigantisches Sänger-Treffen und so gut besucht wie kaum eines zuvor. © Robert Schmitt


Gedacht ist das große Konzert eigentlich so, dass die Zuhörer sich ihren Chor aussuchen sollen. 30 Minuten sind für das Repertoire jeder Gruppe jeweils vorgesehen. Kommen und Gehen des Publikums ist erlaubt. "Darum legen wir das Gospelfest absichtlich mit dem Wirtefest zusammen", sagt Klaus Peschik. Die Gospelfans sollen sich zwischendurch stärken dürfen. Aber es gab auch viele Gäste, die ihren Platz nach den ersten Darbietungen überhaupt nicht mehr verlassen wollten. Nicht wenige bewiesen so enormes Interesse an der regionalen Gospelkultur, dass die das Konzert vom ersten bis zum letzten Ton verfolgten. Zweieinhalb Stunden geballte Gospel-Wucht endeten gegen 22 Uhr mit einem gemeinsamen Segenslied.

Obwohl neun Gospelnächte und seit drei Jahren das Gospelfest bereits enorm viel Gospel-Chöre der Region nach Schwabach geführt haben, sind beim diesjährigen Gospelfest zwei neue hinzugekommen. "Siyahamba" aus Roth unter der Leitung von Susanne Hefele Zellner und Eckard Ritter gab sich ebenso erstmals die Ehre wie "Red'n Blue" aus Fürth mit Leiter Moritz Metzner. Mit "Try to remember" von Harry Belafonte und "Crocodile Rock" von Elton John stellte er die Kompatibilität von Gospel und Pop unter Beweis. Mit der Gospelnacht ist Schwabach so etwas wie das mittelfränkische Zentrum des Gospels geworden, was übersetzt "Frohe Botschaft" heißt. "Sie wollen die Chöre weitergeben", so Peschik.

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Bilder: So war das Gospelfest in Schwabach

Das war ein gigantisches Sänger-Treffen. Das Schwabacher Gospelfest in der evangelischen Stadtkirche war so gut besucht kaum eines zuvor. Zu Beginn werden gewiss knapp 800 Besucher in der Stadtkirche versammelt gewesen sein, um fünf Gospelchöre aus der Region zu erleben.


Fast 40 verschiedene Chöre waren hier im Laufe von zwölf Jahren zu Gast. Immer mit von der Partie waren natürlich die Lokalmatadoren. "Hope an Glory" heißt der Gospelchor der Schwabacher Kantorei, dessen Anfänge an den Beginn des neuen Jahrtausends zurückreichen. Geleitet hat ihn bei seinem diesjährigen Auftritt als Opener des Gospelfests nicht Gründer Klaus Peschick. Die seit vielen Jahren in Schwabach lebende brasilianische Sängerin Ana Paula Sena führte den Chor auf engagierte Weise nicht nur zu einer großartigen Leistung. Sie zeigte auch ihre Qualitäten als Solistin.

Der Chor der "Entschiedenen Christen" aus Nürnberg heißt nicht nur "Profil". Er zeigte auch selbiges, indem er mehrere deutsche Titel darbot. Darunter  auch einen aus der Feder von Leiter J. Daniel Schmidt. Komplettiert wurde das Gospelchor-Quintett vom Nürnberger Gospelchor unter der Leitung von Rebecca Deckart, der auf ausgefallene Kostüme ebenso setzte wie auf viel Bewegung und kleine musikalische Gags.

"Wir müssen was mit jungen Leuten machen." Dieser Wunsch der Kirchenleitung aus dem Jahr 2000 war die Geburtsstunde der Schwabacher Gospeltradition. Kirchenmusikdirektor Klaus Peschik hat dann sehr bald einen Gospelworkshop angeboten. Die Nachfrage übertraf seine kühnsten Erwartungen. "Ich hatte sieben oder acht erwartet", so Peschik. Letztlich aber reichten keine 25 Stühle, so dass ein zweiter Workshop folgte. Peschik hatte die Teilnehmer des ersten wohl so sehr überzeugt, dass sie Mundpropaganda betrieben: Nun wollten 80 ambitionierte Sängerinnen und Sänger mit ihm singend die Frohe Botschaft verkünden. "Hope an' Glory" war geboren. Im Gospelchor der Schwabacher Kantorei singen bis heute regelmäßig etwa 40 Männer und Frauen. Ihre Erkennungszeichen sind schwarze Kleidung und türkise Schals.  

Robert Schmitt

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