Dienstag, 20.11.2018

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Schwitzen im Sattel: Seit Sonntagfrüh geht’s nach Zukowo

In Wendelstein sind 33 Radler auf die Strecke gegangen — Zwölf Etappen geplant - 27.08.2018 09:00 Uhr

Vor der Abfahrt: Die Radler stellten sich im Kreis auf und riefen auf die Frage „Wie samma?“ „Guad sammer!“. © F.: Hess


Die Plakate, die überall in Wendelstein hängen und auf das Ereignis hinweisen, stimmen nicht ganz. Darauf steht "Rajd Kaszubski" (Rallye in die Kaschubei) "1200 Kilometer, 12 Etappen, 34 Radler". Es wird deutlich länger werden: 1339 Kilometer. Die Radler müssen nämlich ein Naturschutzgebiet umfahren. Von den ursprünglich 34 Radlern konnten drei nun doch nicht mitfahren, dafür sind zwei Franzosen dabei.

Die Abfahrt am Sonntagfrüh sahen sich mehrere Ehefrauen an und auch einige Gemeinderäte sagten Lebewohl. Gemeindebedienstete hatten noch ein kleines Frühstück zubereitet.

Der Anlass für die "Tour de Jumelage" vor zwei Jahren war das 15-jährige Bestehen der Partnerschaft. Einen konkreten Anlass für die "Rajd Kaszubski" gibt es nicht. 2021 besteht die trikommunale Partnerschaft dann 20 Jahre. Gefeiert wird dieses Jubiläum allerdings in Wendelstein. Der nächste Anlass für eine große Radtour, das 25-jährige Jubiläum der Partnerschaft, wäre dann erst wieder 2026 gewesen.

Die Radler fuhren wieder in drei Gruppen, nach Leistung gestaffelt. Jede Gruppe hat ihren Führer, hinten fährt der "Lumpensammler". Neun Radler gingen mit E-Bikes auf die Strecke. Auf den ersten Blick ein Vorteil, doch bei den Trainingsfahrten hat sich herausgestellt, dass manche Akkus bei entsprechender Beanspruchung nicht einmal 100 Kilometer halten. Rechnerisch sind die Etappen länger als 100 Kilometer. Da gibt es dann bange Blicke auf die Lade-Anzeige, denn wenn der Akku leer ist, muss man nur zusätzliches Gewicht herumfahren. Dies ist sowohl in der Ebene hinderlich als auch bergauf.

Auf der ersten Etappe fuhren auch einige Sponsoren sowie Bürgermeister Werner Langhans und sein Amtsvorgänger Wolfgang Kelsch mit. Mit von der Partie sind auch die beiden Franzosen Jean-Claude Bernard und Didier Roy. Bernard ist der Vorsitzende des Partnerschaftsausschusses in St. Junien. Durch ihre Teilnahme unterstreichen sie die Zusammengehörigkeit der drei Gemeinden St. Junien, Wendelstein und Zukowo.

Trainiert haben die Radfahrer seit Dezember im Fitnessclub. Ab März ging es nach draußen. Im Prinzip sind es dieselben Teilnehmer wie bei der "Tour de Jumelage" vor zwei Jahren. Leiter der "Rajd Kaszubski" ist Horst Naujoks. Lediglich drei Neue sind mit von der Partie. Die meisten Teilnehmer sind Männer, die Truppe ist – bis auf wenige Ausnahmen – über 55 Jahre alt. Drei Teilnehmer sind sogar über 70.

Die erste Etappe führte nach Bayreuth. Auf dieser Etappe gibt es nach Gößweinstein gleich rund 500 Meter, wo die Fahrräder geschoben werden. Bergab, nicht bergauf. Aus Sicherheitsgründen, denn das Gefälle beträgt hier 18 Prozent.

Die beiden Pfarrer Michael Kneißl und Norbert Heinritz gaben den Radlern den Segen und wünschten ihnen unfallfreie Fahrt. Zum Geleit gab es noch ein irischen Segensspruch.

Nach der drückenden Hitze in den vergangenen Wochen hat sich das Wetter offenbar beruhigt. Die Radfahrer fuhren am Sonntag bei lediglich fünf Grad in Wendelstein los. 

GUNTHER HESS

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