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Spendenaktion: Jonas kämpft um sein Leben

Achtjähriger Junge aus Wassermungenau hat Krebs - 16.12.2017 05:58 Uhr

Jonas mit seinen Kuscheltieren in der Kinderklinik. © Foto: Familie


Die Eltern setzen all ihre Hoffnung darauf. Doch die Kosten dafür werden von der Krankenkasse nicht übernommen. Mit 30 000 bis 50 000 Euro muss die Familie rechnen. Geld, das sie nicht hat.

Der engste Freundeskreis hat bereits im Sommer eine völlig ungewöhnliche Spendenaktion begonnen. Nach der ersten Chemotherapie war neue Hoffnung aufgekommen. Die Freunde wollten der Familie nach all der Belastung einen schönen Urlaub schenken. Doch dann kam der Rückfall. Und nun geht es nicht mehr um Erholung, sondern um die Rettung eines jungen Lebens.

Das hat eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Der Männergesangsverein Wassermungenau hat bei seinem Adventskonzert um Spenden gebeten. Bei der "Begegnung unterm Weihnachtsbaum" in Wassermungenau haben die Freunde der Familie viele gebastelte "Sterne für Jonas" verkauft. Rund 4000 Euro sind so zusammengekommen. Weitere 3000 Euro hat die Wendelsteiner Firma Aichinger über die Uwe-Feser-Kinderstiftung gespendet. Nach einem Facebook-Aufruf des Rednitzhembacher SPD-Politikers Marcel Schneider wurden 11 000 Euro gespendet. Eine Ermutigung für alle Helfer, die 30 000 Euro tatsächlich zu erreichen.

Jonas liegt seit Wochen in der Cnopf’schen Kinderklinik in Nürnberg. Dort hat er ein eigenes Zimmer, in dem auch seine Eltern übernachten dürfen. Andrea und Andreas Gabriel wechseln sich ab. Ein Elternteil bleibt bei Jonas, das andere daheim bei dessen elfjährigem Bruder Alexander. Das Tagblatt konnte mit Andreas Gabriel am Telefon sprechen.

Herr Gabriel, wie geht es Jonas im Moment?

Gabriel: Es gibt Jonas quasi zweifach. Sein Körper ist schwerst krank. In Bauch, Leber und Lunge sind Metastasen. Die Ärzte sagen, dass seine Überlebenschance bei fünf Prozent liegt. Aber sein Geist ist gesund: Trotz allem ist er gut drauf. Ein lebenslustiger kleiner Kerl.

Hat er Schmerzen?

Gabriel: Ja, aber die sind zum Glück erträglich.

Weiß Jonas, wie es um ihn steht?

Gabriel: Er weiß, dass er Krebs hat. Wir haben versucht, es ihm kindgerecht zu erklären. Aber er kennt die Wahrheit. Kürzlich hat er mich gefragt: Papa, wie ist es eigentlich im Himmel? Ich habe ihm gesagt, dass das ein schöner Ort ohne Sorgen ist. Und er hat geantwortet, dass er sich den Himmel wie eine schöne helle Stadt vorstellt. Und dann hat er gelächelt und gesagt, dass er, wenn er groß ist, zwei Hunde haben will. Jonas denkt nicht ans Sterben. Er ist voller Power.

Wie wurde die Krankheit erkannt?

Gabriel: Im Mai ging es mit Bauchweh los. Dann hat er nichts mehr gegessen. Am 26. Mai waren wir in der Cnopf’schen Kinderklinik. Ich bin kein Arzt, aber selbst als Laie habe ich im Ultraschall gesehen, dass dieses Riesenteil in seinem Bauch, das aussah wie ein Autoschwamm, da nicht hingehört. Ein Tumor hatte auf den Magen gedrückt. Der war so groß, dass man nicht operieren konnte. Deshalb gab es die erste Chemotherapie.

Ohne jede Wirkung?

Gabriel: Doch, der Krebs ging zurück. Zunächst sah es nach einer lehrbuchmäßigen Heilung aus. Wir waren glücklich, dass es so gut läuft. Jonas ging es auch gut.

Wann kam der Rückfall?

Gabriel: Im November. Die alten Tumore sind wieder gewachsen und neue Metastasen kamen hinzu. Daraufhin folgte eine zweite Chemotherapie. Das Wachstum ist zwar gestoppt, aber die Blutwerte sind sowas von im Keller. Die Schulmedizin gibt ihm nur noch geringe Chancen. Wir wollen nicht, dass er an einer dritten Chemo stirbt. Wir fühlen uns in der Cnopf’schen Kinderklinik wirklich bestens betreut. Die Ärzte akzeptieren auch, dass wir nach einer Alternative gesucht haben. Die Privatklinik betreibt keine Scharlatanerie.

Wie sind Sie auf diese Klinik gekommen?

Gabriel: Wir haben zwei Familien kennengelernt, deren Kinder es noch schlechter ging. Beide sind wieder gesund. Das ist zumindest eine Chance. Wir glauben daran.

Und wenn die 30 000 Euro nicht zusammenkommen?

Gabriel: Wir probieren es auf jeden Fall, keine Frage, auch wenn wir noch Schulden vom Hausbau haben. Wir wollen nicht betteln, aber wir sind natürlich sehr dankbar für jede Hilfe. Die Unterstützung unserer Freunde und auch von Menschen, die uns gar nicht kennen, ist einfach großartig. Das rührt uns wirklich sehr. Wir wissen, wie es steht. Wir lügen uns nicht an. Aber wir können uns nicht an sein Bett setzen und nichts mehr tun.

 

Spenden können auf das Konto der Stadt Abenberg eingezahlt werden. (Spendenquittungen möglich.) IBAN: DE20 7645 0000 0000 300293, Betreff: Jonas. 

Interview: GÜNTHER WILHELM

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