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Der Regierungspräsident Mittelfrankens, Thomas Bauer, war in seinem Grußwort angesichts der stolzen Umsatzsumme von 13,55 Millionen Euro natürlich voll des Lobes. Sie bedeutet übrigens eine Steigerung im Vergleich zum vorhergehenden Geschäftsjahr um satte 3,8 Prozent und hat dem Verband das zweitbeste Ergebnis seiner Geschichte beschert. Das sei „ein eindrucksvoller Beweis Ihrer Leistungsfähigkeit“, wandte sich der Präsident anerkennend an das Publikum.
Als ein „wichtiges Standbein der Landwirtschaft“ würdigte Bundestagsabgeordneter Rainer Erdel die Rinderzucht und spielte zugleich auf ein ungeliebtes Jubiläum an: Die BSE-Krise nahm vor zehn Jahren ihren Anfang. Glaubt man Erdel, scheint sie nun endgültig überwunden. Denn 2010 gab es in Deutschland keinen einzigen BSE-Fall mehr, in den beiden Vorjahren seien noch jeweils zwei Rinder betroffen gewesen. Pünktlich zum Jubiläum habe man aber nun mit einem Dioxinskandal zu kämpfen. Dessen Opfer seien auch die Landwirte, deren Schadensersatzansprüche somit auch gerechtfertigt seien.
Gute Nachrichten hatte der Landtagsabgeordnete Gerhard Wägemann dabei. So werde die staatliche Förderung der Rinderzucht auch weiterhin gewährleistet, wenngleich in etwas abgespeckter Form. Im Gegenzug aber gelten nun beispielsweise für gefährdete Rassen sogar höhere Sätze.
Auf eine gute, wenn auch den Züchtern freilich schon bekannte Entwicklung wies BBV-Bezirkspräsident Jürgen Ströbel hin. Die Milchpreise seien angestiegen, und parallel hierzu hätten sich auch die Rindfleischpreise stabilisiert. Man sehe „nun wieder optimistischer in die Zukunft“, kommentierte die vielfach verbesserte Lage für die Mitglieder des Rinderzuchtverbandes Mittelfranken dessen Verwalter Werner Hauck. Denn durch die Überwindung der Finanzkrise sei ein sogar teilweise sprunghaftes Ansteigen des Exportgeschäfts zu verzeichnen.
Sehr erfreulich gestalte sich beispielsweise die Entwicklung beim Verkauf von Bullen. Über 270 Prachtexemplare haben im Berichtsjahr am Ansbacher Bullenmarkt ihre Besitzer gewechselt, fünf der Tiere erzielten sogar einen Steigerungspreis von mehr als 10000 Euro.
Das größte Pfund, mit der der RZV wuchern kann, ist die Vermarktung der Kälber: Über 21000 von ihnen wurden 2010 verkauft — etwa ein Viertel mehr als im Jahr 2000. Der RZV zeigt sich also bestens aufgestellt, doch will man vor künftigen Herausforderungen die Augen nicht verschließen und sich noch besser organisieren. So ist für nächstes Jahr eine Fusion mit dem Rinderzuchtverband Würzburg angedacht. Eine kleinere Hürde auf dem Weg dorthin konnte in Triesdorf nun genommen werden. Einstimmig beschlossen die Mitglieder eine Fusion mit der Erzeugergemeinschaft „Kälber zur Weitermast in Mittelfranken“.
Eine weit größere Hürde, die sich auch als Stolperfalle erweisen könnte, steht aber noch bevor. Denn kommt es zum Zusammenschluss der beiden Zuchtverbände, könnte das immense Steuerforderungen nach sich ziehen. Einen Namen hat man sich indes für den neuen, fusionierten Verband schon ausgesucht: RZV Franken.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.