Johanna, Paul und Laura Bärnreuther sind 14, 13 und neun Jahre alt. Sie stammen aus Schwanstetten. Laura besucht dort die Grundschule. Paul und Johanna lernen am Schwabacher Adam-Kraft-Gymnasium für das Leben. Die 14-Jährige lieferte bei Schulkonzerten schon großartige Auftritte ab. Sie hatte aus der Zeitung vom Casting erfahren und war als erste der fünf Nachwuchsdarsteller dort.
Aus 50 Kindern wurden zehn ausgewählt. „Ich habe ein Lied vorgesungen und einen kleinen Text gesprochen“, sagt sie. Die Jury war so begeistert, dass sie auch Johannas Geschwister sehen wollte. Der Schluss auf eine musikalische Familie war nicht falsch. Mutter Wilma und Vater Michael spielen selbst Klavier und Gitarre. Ihre Kinder lernen Klavier, Gitarre und Querflöte. Bei geeigneten Gelegenheiten trifft sich die Familie, um gemeinsam zu singen und zu musizieren.
Die 13-jährige Rebekka Kleinert wohnt in Schwabach und besucht ebenfalls das Adam-Kraft-Gymnasium. Sie spielt Klarinette. „Johanna hat mich angerufen und mir vom Casting erzählt“, sagt Rebekka. Laura Pfister hat über ihre Gesangslehrerin von der Suche nach Talenten erfahren.
Die 17-Jährige ist Schülerin des Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasiums. Seit Beginn dieses Schuljahrs hat sie dort das Fach „Klassischer Gesang“ belegt, in dem sie auch Abitur machen wird. Das Casting hat sie in ausgesprochen angenehmer Erinnerung. „Die waren total nett und haben mir mein bisschen Angst völlig genommen“, erinnert sie sich.
Der Auswahl im März folgte ab 1. Oktober die offizielle Probenarbeit. Sechs Wochen wurde das Stück des Nürnberger Autors und Komponisten Andreas Rüsing eingeübt. 14 Kinder und elf Erwachsene, überwiegend Profis, hatten bis zur Premiere am 24. November jede Menge Stress.
Um die Kids mit den anschließenden 30 Aufführungen nicht zu überfordern, war jede ihrer Rollen doppelt besetzt. „Es war anstrengend, aber es hat sich gelohnt“, sind sich die fünf einig. „Eine Supererfahrung“, sagt Rebekka. Insbesondere die intensive Arbeit mit Schauspiel- und Gesangs-Profis finden die fünf Musicalkids überaus bereichernd. Auf der Bühne mussten sie meist im Chor singen. „Die Sprechtexte waren sehr gering“, heißt es. Johanna und ihre Schwester Laura glänzten mit einem Duo neben der Hauptdarstellerin. Die größere Laura stellte ihr Können bei einem kleinen Solo unter Beweis. Außerdem sang sie im Erwachsenenensemble mit.
Nach der Schule ging es immer direkt zu den Proben. Die Hausaufgaben mussten bis abends warten. Große Kollisionen mit dem Unterricht gab es allerdings nicht. „Ich bin nur zwei Mal zu spät gekommen“, sagt Rebekka. Einige Mal habe er etwas früher gehen müssen, erinnert sich Paul. Lediglich vom Unterricht nach der Premierenfeier waren die fünf befreit. Grundschülerin Laura verschlechterte sich bei einer Probe am Tag nach einem Auftritt. „Ich hatte eine drei“, sagt sie. Für die Neunjährige „eine Ausnahmenote“, wie ihre Geschwister sagen. Abschlussschülerin Laura wollte durch die intensive künstlerische Arbeit nichts versäumen. „Bei mir geht es schließlich schon um das Abitur“, sagt sie. Laura hatte immer Lernmaterial im Gepäck.
In dem Musical geht es um eine junge Frau, die in den Wirren des 30- jährigen Krieges den Wert der Nächstenliebe verkörpert. „Es hat viele sehr berührende Szenen“, sagt Johanna. „Manchmal haben die Zuschauer sogar geweint.“ Bei den Vorstellungen ging für die fünf nicht immer alles glatt. Doch mit Witz, Spontaneität und Improvisationstalent meisterten sie jede schwierige Situation. „Von den meisten Pannen hat das Publikum nichts bemerkt“, ist Rebekka überzeugt. Das beweise, findet Paul und lacht: „Jetzt sind wir Profis.“ Das Fernsehen kann also kommen.
Sibylle Mantau vom Musical-Netzwerk Nürnberg, das „Christa“ produziert hat, sagte der Lokalredaktion, dass man das Stück zur Weihnachtszeit 2012 wieder spielen wolle.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.