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Vorbild als Sportler und Funktionär

Anton Auer, Ex-Bahnchef am Reichelsdorfer Keller, wird am Donnerstag 75 Jahre alt - 31.01.2012 09:11 Uhr

Von 1986 bis 2005 war Anton Auer der Bahnchef am Reichelsdorfer Keller. © Marr


An sein erstes Rennen, das er mit 14 Jahren 1951 im Trikot des RV Solidarität München gefahren hat, erinnert sich Anton Auer noch ganz genau. „Es lief auf Anhieb großartig. Noch im gleichen Jahr wurde ich in Augsburg südbayerischer Meister der B-Jugend“, erzählt der Altmeister stolz von seinem erfolgreichen Einstand. Nach zwei Rennjahren wechselte Anton Auer zum RV Sturmvogel München, für den er 1954 die deutsche Straßenmeisterschaft der A-Jugend gewann. Trotz zahlreicher Erfolge bei Straßenrennen konzentrierte sich Anton Auer in den folgenden Jahren als Spurtstarker Amateur hauptsächlich auf den Bahnrennsport. Als Bahnspezialist zählte er zur deutschen Spitzenklasse und zur deutschen Bahn-Nationalmannschaft. 1958 krönte er seine erfolgreiche Karriere mit dem deutschen Tandem-Meistertitel, den er auf der Frankfurter Stadion-Bahn mit seinem Partner Walter Sonntag vor den Hannoveranern Tacke-Krüger und den Münchnern Altweck-Jakob erkämpfte.

Seinen größten sportlichen Erfolg feierte Anton Auer (re.) 1958, als er mit Walter Sonntag die deutsche Tandem-Meisterschaft gewann.Archiv: Manfred Marr © Archiv / Manfred Marr


Auch nach dem Wechsel ins Lager der Berufsfahrer war Anton Auer einer der besten deutschen Sprinter. 1959 gewann er bei der Profi-DM Bronze hinter Werner Potzernheim (Hannover) und Günther Ziegler (Schweinfurt). 1960 nahm Anton Auer in Nürnberg an einen Steherlehrgang teil und fuhr zwei Jahre begeistert hinter Motoren. Bei seinen vielen Starts in Nürnberg lernte er auf der Radrennbahn Charlotte Ruder (RV Union) kennen, die er 1962 heiratete. Damit wurde er zum „Wahl-Nürnberger“. „Das ist heuer genau 50 Jahre her. Unglaublich wie die Zeit verging“, staunt Anton Auer, der nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn dem fränkischen Radsport als vielseitiger Funktionär eng verbunden verblieb.

13 Jahre leitete Auer als 1. Vorsitzender Nürnbergs ältesten Radsportverein, den RV Union 1886, der unter seiner Regie stets zu Bayerns erfolgreichsten Radsportvereinen zählte. Auch beim Bayerischen Radsportverband schätzte man seine zuverlässige Mitarbeit. Beim BRV war er viele Jahre lang Revisor und Schatzmeister. 1986 übernahm Anton Auer von Nürnbergs Altmeister Fritz Scheller die Führung des „Verein Sportplatz“, der 1904 die Reichelsdorfer Radrennbahn erbaut hatte und bis heute verwaltet.

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Frischer Wind

Als neuer Bahnchef brachte er frischen Wind in die jahrzehntelang eingefahrenen Strukturen. Mit kaufmännischem Geschick und gutem Management sorgte Anton Auer innerhalb weniger Jahre für die dringend notwendige Sanierung der Vereins-Finanzen. Auch das Rennprogramm der traditionsreichen Piste konnte sich während seiner Amtszeit sehen lassen. Frankens Radsportfans wurden in zwei Jahrzehnten fünf gut besetzte Steherrennen pro Jahr geboten, darunter vier deutsche Meisterschaften. Darüber hinaus verstand es Anton Auer sehr gut, auch Frankens Polit-Prominenz für den Stehersport zu begeistern. Zahlreiche Stadträte, Bundestags- und Landtagsabgeordnete, die Nürnberger Oberbürgermeister Ludwig Scholz und Dr. Peter Schönlein folgten seinen Einladungen. Ex-Familienministerin Renate Schmidt und Bayerns derzeitiger Finanzminister Markus Söder wurden echte Steherfans. Unermüdlich war Auer auch bei seiner kontinuierlichen Suche nach Sponsoren. „Die Sponsoren sind der Motor unserer Veranstaltungen“, erklärte er seinen Nachfolgern, die seine Ratschläge erfolgreich befolgen.

Von zwei Schlaganfällen im Jahr 2009 hat sich Anton Auer einigermaßen gut erholt. Am meisten bedauert er es allerdings, dass er nicht mehr in den Sattel seines Rades steigen kann. Um so mehr freut er sich allerdings schon jetzt auf die diesjährige Stehersaison. „Zu den fünf großen Renntagen am Keller werde ich auf jeden Fall kommen, vor allem die deutsche Stehermeisterschaft im Juli wird wieder ein echter Leckerbissen werden“, schwärmt der Altmeister.

  

Manfred Marr

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