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„Bei den aktuell niedrigen Wassertemperaturen verliert ein Mensch, der ins Eis eingebrochen ist, innerhalb kurzer Zeit das Bewusstsein und läuft Gefahr zu ertrinken“, erklärt Kreis-Wasserwacht-Chef Helmut Köhler.
Die Eisschicht muss mindestens zehn Zentimeter dick sein, um auch nur eine Einzelperson sicher zu tragen. Da die Stärke der Eisdecke aufgrund von Strömung und wechselndem Wasserstand variieren kann, sollte man im Zweifelsfall auf die Schlittschuhfahrt verzichten. Vor allem Kinder müssen über die Gefahren des Eises aufgeklärt werden, rät Köhler.
Wegen der aktuellen Gefahr erinnert die Wasserwacht an die wichtigsten Verhaltensregeln: Zugefrorene Fließgewässer sollten grundsätzlich nicht betreten werden, da man die Tragfähigkeit nie sicher einschätzen kann. Eisdecken, die an offenes Wasser grenzen, sind fast immer zu dünn. Warnschilder sollte man also unbedingt ernst nehmen.
Und wenn man dennoch einbricht? „Man sollte um Hilfe rufen, sich so wenig wie möglich bewegen und sich nicht entkleiden. Wenn man sich vorsichtig in Bauch- oder Rückenlage flach auf die Eisfläche schiebt, kann man langsam zum Ufer kriechen“, so die Wasserwacht. „Sollte die Eisfläche dafür zu dünn sein, muss das Eis behutsam aufgebrochen werden, bis das Ufer erreicht wird. Unter allen Umständen sollte man aber vermeiden, unter die Eisdecke zu geraten.“
Wer einen Eisunfall beobachtet, muss sofort per Notruf unter der Nummer 19222 Hilfe anfordern. Jede Minute zählt. „Der Anrufer sollte bewusst darauf hinweisen, dass es sich um einen Eisunfall handelt,“ so Köhler.
Zur Rettung Eingebrochener können Ersthelfer verschiedene Hilfsmittel wie Bretter, Bänke, Äste, Kleidungsstücke oder Seile benutzen. Aufgrund der fehlenden Gewichtsverteilung darf sich ein Retter niemals stehend der Einbruchstelle nähern und sollte sich immer durch einen zweiten Helfer mit einer Leine oder notfalls mit den Händen absichern lassen.
Nach der Rettung muss der Patient sofort in einen mäßig beheizten Raum gebracht werden, wo man die nasse Kleidung entfernt und ihn mit trockenen Decken wärmt. Heiße Getränke wärmen von innen.
„Keinesfalls aber sollte Alkohol beigemischt werden, da er das Gegenteil bewirkt“, betont die Wasserwacht. Patienten nach einem Eisunfall benötigen dringend medizinische Hilfe durch Notarzt und Rettungsdienst und müssen auf einer Intensivstation überwacht werden.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.