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So sah es am vergangenen Samstag beim Testspiel von Dergahspor gegen die TSG 08 Roth auf dem Kunstrasenplatz der Bertolt-Brecht-Schule aus. Da staunten die Verantwortlichen, Akteure und Zuschauer beim Testspiel zwischen Dergahspor und der TSG 08 Roth nicht schlecht: Als sie am vergangenen Samstag an der Bertolt-Brecht-Schule eintrafen, lag eine gut und gerne zehn Zentimeter hohe Schneeschicht auf dem Kunstrasenplatz.
Am Vormittag noch hatten sich die beiden Vereine ausgetauscht, ob denn angesichts des am Freitagabend einsetzenden Schneefalls die Partie überhaupt ausgetragen werden könne. „Klar, die Stadt räumt ja den Platz“, war der Gedanke der Verantwortlichen, die vor Ort dann aber eines Besseren belehrt wurden. „Wir räumen den Platz in diesem Jahr nicht mehr“, bekamen Dergahspors Abteilungsleiter Cesur Colak und Trainer Turgay Karali auf Nachfrage zur Antwort. So wurden kurzfristig die Linien vom Schnee befreit und die Partie durchgezogen.
Immerhin noch ob der glatten Schneedecke unter mehr oder weniger vernünftigen Bedingungen, was man tags darauf schon nicht mehr behaupten konnte. Denn als sich am Sonntag der TSV Kornburg und die SG 83 Nürnberg auf dem zusammengetrampelten und gefrorenen (Schnee-) Geläuf gegenüberstanden, waren die Gegebenheiten dann doch grenzwertig. „Das hat mich schon geärgert“, meinte Kornburgs Trainer Florian Beck. Verständlich, immerhin zahlen die Vereine Geld, um den Kunstrasenplatz zu nutzen und um damit den widrigen Platzverhältnissen auf dem eigenen Gelände zu entgehen. „Dann kann ich gleich daheim auf einem Schneeplatz spielen“, sagte Beck.
Verantwortlich für den Zustand der Anlage im Nürnberger Süden ist die Stadt Nürnberg beziehungsweise der Sportservice. Dessen Leiter Jürgen Thielemann begründet das Einstellen des Räumdienstes mit nachvollziehbaren Argumenten. „Wir haben Ende des vergangenen Jahres beschlossen, den Platz nicht mehr zu räumen und dies auch mitgeteilt“, erklärt Thielemann, der auf das hohe Beschädigungsrisiko und die hohen Kosten verweist. Das Räumschild des Traktors könne den Boden aufreißen, durch die Arbeiten könne der Belag verschoben werden, und das Granulat auf dem Rasen werde dadurch nach außen befördert. Hin und wieder sei es in den vergangenen Jahren auch schon zu Schäden gekommen, diese lägen mitunter im sechsstelligen Bereich.
Nachdem die Miete für ein Spiel rund 150 Euro beträgt, kann Jürgen Thielemann die Verärgerung der Vereine durchaus verstehen, „aber der Platz soll ja gut nutzbar sein und uns länger erhalten bleiben“. Zumal dieser nicht nur durch die Vereine beansprucht wird, sondern hauptsächlich durch die Bertolt-Brecht-Schule, die Partnerschule des Leistungssports und Eliteschule des Fußballs.
Als Trainer arbeitet dort auch Rainer Gerlitz, der die Situation „nicht sehr befriedigend“ findet. „In den letzten Jahren wurde immer geräumt, das war einwandfrei“, meint Gerlitz, der als Trainer des Landesligisten SV Buckenhofen die Situation der Vereine auch bestens nachvollziehen kann. „Eine gezielte Eliteschulung kann ich so aber nicht gewährleisten.“
Jürgen Thielemann ist auch diese Problematik bewusst. „Es wäre schön, wenn alle auf den Platz könnten, wir sind ja keine Sportverhinderer“, betont der Leiter des Sportservices. Einige klärende Gespräche standen und stehen diesbezüglich noch an. „Wir sind damit auch nicht zufrieden und prüfen andere Möglichkeiten“, sagt Thielmann, „für dieses Jahr steht aber unsere Entscheidung.“ Nach den Erfahrungen des vergangenen Wochenendes gibt es eine weitere Konsequenz. „Wenn Schnee auf dem Platz liegt, wird nicht gespielt“, stellt Thielemann klar. Die Spiele können aber kostenlos abgesagt werden. „Keine Leistung, keine Rechnung“, versichert er. Eine Möglichkeit bleibt den Sportlern bei Schneefall noch: quasi als Aufwärmübung per Schneeschaufel selbst räumen – oder gleich die simple Hoffnung auf einen milden Winter.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.