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Wenn der Wanderreporter in Dechendorf die Nase voll hat

Zu Besuch bei den Dechendorfer Schnupftabak-Freunden - 03.09.2017 18:30 Uhr

Manfred Peipp (links) zeigt Wanderreporter Johannes Alles einen Wanderstab mit eingebautem Tabakdöschen. © Johannes Alles


Warum tun Sie das? Diese Frage muss ich stellen, schließlich kann es nicht gesund sein, sich regelmäßig Schnupftabak die Nase hochzuziehen. "Muss denn immer alles gesund sein?", entgegnet Manfred Peipp, der Vorsitzende des Schnupfclubs von Dechendorf bei Rohr (Kreis Roth). 
Und überhaupt: Peipp selbst schnupft gar nicht mehr, nur wenige Vereinsmitglieder sind ihm zufolge Genussschnupfer, die täglich ihrem Laster frönen. Es geht zum einen um Geselligkeit und zum anderen um Wettkämpfe.

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Die Dechendorfer treten bei vielen Meisterschaften an. Vor allem die Frauen sind sehr erfolgreich. Belinda Winkler war sogar schon Weltmeisterin. Wenn es ernst wird, hat jeder Teilnehmer ein Döschen mit penibel abgewogenen fünf Gramm Tabak vor sich. Wer erfolgreich sein will, feilt sich die Fingernägel spitz, denn: Binnen einer Minute muss er sich möglichst alles in die Nase stopfen. Was rausfällt, danebengeht oder an den Fingern haften bleibt, wird von Schiedsrichtern zusammengefegt, gewogen und abgezogen. "Die Besten schaffen 4,996 Gramm", sagt Manfred Peipp. Was in der vorübergehend ausgebeulten Nase hängt, wird nicht hochgezogen, sondern diskret entsorgt.

"Die Oberbayern sind bei solchen Wettkämpfen schon sehr dominant", ergänzt Hans Peter Lohmüller, selbst aktiver Schnupfer. Mit seinen Vereinskameraden bereitet er sich gerade auf die deutsche Meisterschaft vor, die Mitte September stattfindet. Einmal in der Woche trainieren sie abends gemeinsam in Dechendorf.

Manfred Peipp tritt lieber als Schiedsrichter in Erscheinung — und außerdem als Sammler. In seinem Schnupfzimmer hortet er Fläschchen und Dosen aller Art, außerdem aufwendig gestaltete Schnupfmaschinen: Geräte – aus Holz oder Metall –, mit deren Hilfe man sich per Knopfdruck mehrere Gramm Tabak in die Nase jagen kann. Peipp bastelt sie sogar selbst.

"Mir hat er zum Geburtstag eine ganz besondere gebaut", schwärmt Hans Peter Lohmüller, der eine Feuerwehr-Vergangenheit hat. Folglich baute Peipp ihm eine Maschine aus einem Streurohr. Sie hat einen Ehrenplatz im Hause Lohmüller.

  

nn

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