Dienstag, 13.11.2018

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Wie die Gemeinde Ihnen beim Stromsparen hilft

Viele Kommunen unterstützen Bürger bei der privaten Energiewende — Ein Überblick von Abenberg bis Wendelstein - 08.07.2018 05:58 Uhr

Auf dem Dach Strom produzieren, damit vielleicht das eigene Elektroauto oder -fahrrad aufladen – die Energiewende zuhause ist möglich. Viele Kommunen geben Rat und teils auch Geld. © Foto: Friso Gentsch/dpa


Schwabach

In der Goldschlägerstadt gibt es viele Möglichkeiten, sich bei der persönlichen Energiewende helfen zu lassen. So gibt es für Kunden der Stadtwerke eine kostenlose Energieberatung (für Nicht-Kunden kostet sie 150 Euro) telefonisch oder zuhause, mit der Einsparmöglichkeiten aufgezeigt werden. Gebäude, Dämmung, Heizung, Solaranlagen, Regenwassernutzung oder Haushaltsgeräte kommen unter die Lupe. Zu ersten Orientierung können Interessenten auf www.stadtwerke-schwabach.de/Fuer-Kunden/StromCheck kostenlos ihr Einsparpotenzial berechnen.

Hausbesitzer können über die Stadtwerke eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher kaufen. Dafür gibt es zwar keinen Rabatt, dafür aber viele Serviceleistungen, die über das Angebot anderer Anbieter hinausgehen, sagt Clemens Bloß von den Stadtwerken. Zunächst finde eine Energieberatung und Analyse statt, denn die Anlage soll auf den tatsächlichen Bedarf abgestimmt und nicht überdimensioniert sein. Eine Partnerfirma installiert dann die Anlage, bei der Anmeldung bei der Bundesnetzagentur helfen die Stadtwerke. Der Strom, der nicht selbst verbraucht wird, wird ins städtische Netz eingespeist, dafür erhalten die Kunden die gesetzliche Vergütung von 12,2 Cent pro Kilowattstunde, 20 Jahre lang. Dies allein reicht laut Bloß aus, um die Investition wieder hereinzuholen. Durch den Eigenverbrauch steige der finanzielle Nutzen jedoch weiter. Auch nach der Installation stehen die Werke den Schwabacher Solarstromerzeugern bei Bedarf zur Seite.

Wer kein eigenes Haus hat, kann in Schwabach dennoch profitieren. Beim Mieterstrom installieren die Stadtwerke Photovoltaik auf Gebäudedächern, die Bewohner können diesen Strom in ihrer Wohnung nutzen – und bezahlen dafür laut Clemens Bloß mindestens zehn Prozent weniger als für den günstigsten Stadtwerke-Tarif. Die Mieter selbst müssen für die Installation nichts bezahlen. Die Stadtwerke werden nun nach und nach solche Anlagen errichten und wollen dafür Gebäudeeigentümer ins Boot holen. Außerdem unterstützen die Stadtwerke die Anschaffung einer Wallbox zum Aufladen eines Elektrofahrzeugs zuhause. Ihre Kunden erhalten für den Kauf von verschiedenen Anbietern einen Zuschuss von 250 Euro.

Ansprechpartner ist Martin Schwab, (0 91 22) 93 61 90, E-Mail an martin.schwab@stadtwerke-schwabach.de

 

Wendelstein

Der Markt unterstützt im Rahmen seines CO2-Minderungsprogramms Immobilienbesitzer, die auf ihrem Dach Solarstrom erzeugen wollen (wir berichteten). Je installierter Photovoltaikanlage gibt es einen Bonus von bis zu 1300 Euro, für Batteriespeicher bis zu 800 Euro. Bedingung: Die Anlage muss im Gemeindegebiet liegen, der Kunde muss außerdem den Reststrom fünf Jahre lang von den Gemeindewerken beziehen. Für Interessenten bieten die Werke eine Art "Rundum-Service", dafür arbeiten sie bei der Planung, Beschaffung und Installation der Solaranlage mit der Firma iKratos zusammen.

Nach Angaben der Firma können private Haushalte mit ihren Anlagen bis zu 80 Prozent der benötigten Energie selbst erzeugen und verbrauchen. Ein Speicher amortisiere sich, je nach Eigenverbrauch, in neun bis elf Jahren. An jedem ersten Dienstag im Monat finden Beratungsgespräche zur Solarförderung statt, von 17 bis 19 Uhr im Jegelhaus, Nürnberger Straße 5, Sitzungssaal im 2. OG, Informationen unter (0 91 29) 40 12 59.

Wendelstein fördert darüber hinaus weitere Energiesparmaßnahmen. Zum Beispiel gibt es einen Zuschuss von 100 Euro, wenn neue Haushaltsgeräte mit der höchsten Effizienzklasse (bei Waschmaschinen und Kühlschränken derzeit A+++) gekauft werden, sofern man ab dem Kaufdatum für drei Jahre Strom von den Gemeindewerken bezieht. Auch der Einbau von stromsparenden Heizungsumwälzpumpen, Wärmedämmung oder neuen Fenstern wird bezuschusst.

Wer sich ein Pedelec, E-Bike oder ein Elektroauto anschaffen möchte (oder dies in den vergangenen zwölf Monaten getan hat), kann ebenfalls einen Zuschuss von 100 Euro für Fahrräder und bis zu 1000 Euro für Pkw erhalten. Zudem verleihen die Gemeindewerke drei Pedelecs kostenlos (0 91 29) 40 12 85. Den Kauf einer Wallbox, mit der zuhause Elektrofahrzeuge aufgeladen werden können, bezuschusst Wendelstein mit 250 Euro, wenn der Käufer ab der Antragstellung für fünf Jahre Strom von den Gemeindewerken bezieht. Anträge für alle Fördermaßnahmen gibt es im Neuen Rathaus und unter www.wendelstein.de/Wendelstein/Buergerservice-Politik/Foerderprogramme im Internet. Informationen unter (09129 ) 401143 und -144.

Dank Elektroantrieb wird das Fahrrad für immer mehr Menschen zur Alternative: Kommunen wie Wendelstein unterstützen den Kauf. © Foto: Anne-Sophie Galli/dpa


Zudem bietet Wendelstein für alle Bürger in Zusammenarbeit mit der unabhängigen Energieberatungsagentur Roth (ENA) kostenlose Energieberatung zu Heizung, Sanierung, Stromsparen und weiteren Themen an. Die nächsten Termine sind Dienstag, 17. Juli, Donnerstag, 13. September, Dienstag, 16. Oktober, Donnerstag, 29. November und Dienstag, 11. Dezember, jeweils im Neuen Rathaus. Anmeldung zu dieser Einzelberatung unter (0 91 71) 81 40 00, (0 91 29) 40 11 43 oder -1 44, oder per E-Mail an ena@landratsamt-roth.de, gerhard.pirner@wendelstein.de oder christoph.winkelbauer@wendelstein.de

Schwanstetten

FERS heißt in Schwanstetten das Zauberwort. Es ist die Abkürzung für "Förderrichtlinen zum Förderprogramm für Energie- und Ressourcen-Sparmaßnahmen". Seit einigen Jahren zahlt die Marktgemeinde Bürgern, die sich besonders stromsparende Haushaltskleingeräte zulegen (meist Kategorie A+++) zehn Prozent des Anschaffungspreises, maximal 50 Euro. Das wird recht häufig in Anspruch genommen.

Zudem dürfen sich Käufer eines E-Autos über einen Zuschuss freuen (bis zu 500 Euro) sowie Bauherren, die sich eine Photovoltaikanlage aufs Dach schrauben lassen. Voraussetzung: ein Batteriespeicher ist dann unabdingbar (fünf Prozent des Anschaffungspreises, maximal 1000 Euro). Relativ neu ist die Förderung von Klein-Blockheizkraftwerken, die Strom produzieren und als "Abfallprodukt" das Haus heizen.

Obligatorisch sind die Energieberatungen im Rathaus in Zusammenarbeit mit Energieberatungsagentur des Landkreises Roth (kostenlos) sowie eine Beratung vor Ort (Zuschuss). Auch wer (Wärme-)Energie einsparen will, kann sich an die Gemeinde wenden. Sie unterstützt beim Einbau einer Solarthermie-Anlage auf dem Dach (Warmwasserproduktion) und energieeffizientes Bauen (Zuschuss bis zu 2000 Euro).

Das Schwanstettener Förderkonzept – pro Jahr stehen derzeit insgesamt 30 000 Euro zur Verfügung – ist die Folge des "Integrierten Klimaschutzkonzeptes", das der Landkreis Roth und seine Gemeinden vor sechs Jahren haben entwickeln lassen. Ziel: bis 2030 soll der Energieverbrauch im Vergleich zu 2011 um 30 Prozent gesenkt werden. Ansprechpartner ist Peter Lösch, (0 91 70) 2 89 22, peter.loesch@schwanstetten.de

Rednitzhembach

Ähnlich wie Schwanstetten bezuschusst Rednitzhembach seit 2017 den Ersatzkauf der energieeffizientesten Haushaltskleingeräte (derzeit meist Kategorie A+++). Die Gemeinde übernimmt zehn Prozent der Kosten, maximal 50 Euro. Bedingung: Es muss ein Entsorgungsnachweis für das ausgemusterte Gerät vorgelegt werden. "Denn wir wollen nicht den Kauf von Zweit- oder Drittkühlschränken unterstützen, so Bürgermeister Jürgen Spahl.

Ebenfalls Zuschüsse sind möglich für den Einbau von Photovoltaikanlagen sowie für Heizungsmodernisierungen, sofern sie bestehende Förderprogramme beispielsweise der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) nicht zuwiderlaufen. Nach wie vor im Programm, derzeit aber nicht allzu sehr gefragt, sind die Energieberatungen mit Experten der Energieberatungsagentur des Landkreises. Die Kosten übernimmt die Gemeinde. Ansprechpartner ist Rene Ertel, (0 91 22) 69 21 45, rene.ertel@rednitzhembach.de

Kammerstein

Auch Kammerstein bietet eine kostenlose Energieberatung an. 2018 gibt es noch zwei Termine, nämlich am 4. September und am 20. November, jeweils von 15 bis 18 Uhr im Rathaus. Bürger können sich dort informieren, wie sie Energie sparen können, sowohl im Alltag als auch beim Hausbau, wie Sonnenenergie genutzt und welche Fördermittel möglicherweise in Anspruch genommen werden können.

Außerdem gibt es in Kammerstein die "Pumpentauschaktion". Dabei soll der Einbau neuer, energieeffizienter Heizungspumpen in den privaten Haushalten der Gemeinde gefördert werden. Pro Haushalt wird der Tausch der ersten Heizungspumpe mit 50 Euro, jeder weitere mit 30 Euro bezuschusst. Dafür stehen jährlich 2000 Euro zur Verfügung. Alte Heizungspumpen gehörten "zu den größten Stromfressern und Kostentreibern" im Haushalt, heißt es vonseiten der Gemeinde. Hausbesitzer sollen deshalb davon überzeugt werden, aufeine sparsame, neuere Variante umzusteigen. Das entsprechende Antragsformular steht auf www.kammerstein.de zum Download. Ansprechpartner ist Stefan Barthel, (0 91 22) 92 55 19, stefan.barthel@kammerstein.de

Abenberg

Auch in Abenberg gibt es die Möglichkeit der kostenlosen Energieberatung. Hier funktioniert das so: Interessierte Bürger wenden sich ans Rathaus (0 91 78/9 88 00, E-Mail an info@stadt-abenberg.de), das organisiert einen Termin mit den Experten der Energieagentur des Landkreises. Die Kosten übernimmt die Kommune.

Rohr

Die kostenlose Energieberatung wird auch in Rohr angeboten. Termine sind in diesem Jahr der 4. Oktober und der 13. Dezember, jeweils von 15 bis 17.30 Uhr, Anmeldung unter Tel. (0 98 76) 9 77 50.

Büchenbach

Last, but not least: In Büchenbach können Bürger nach Bedarf bei der Gemeinde unter Tel. (0 91 71) 97 95 42 einen Termin zur kostenlosen Energieberatung vereinbaren. 

ROBERT GERNER, THOMAS CORRELL UND DANIEL HERTWIG

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