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Worzeldorfer Asylbewerber ziehen um nach Kornburg

Große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung hält an - 05.03.2016 09:52 Uhr

Die Asylbewerber warten auf die Fahrgelegenheit nach Kornburg, während hinter ihnen die Handwerker bereits im Haus sind. Dort sind die Wände im Erdgeschoss bereits verkleidet, die neuen Trennwände werden eingebaut. © Foto: Thomas Karl


Grund für die Schließung sind Probleme mit Brand- und Denkmalschutz. Verständnislos fragten Anwesende, warum dies nicht vor dem Bezug erkannt und in Ordnung gebracht werden konnten, ein Redner glaubte sich sogar zu erinnern, dass Sozialamtsleiter Dieter Maly noch Ende Januar auf der Bürgerinformation erklärt hatte, dass alle Aspekte von Brand- und Denkmalschutz geklärt seien.

Mittlerweile sind die meisten Asylbewerber nach Kornburg umgezogen, wo seit Donnerstag eine weitere Unterkunft bezugsfertig war. Für eine sechsköpfige Familie war die neue Unterkunft noch unklar. Unter den betroffenen Asylbewerbern sind auch etliche Kinder, die jetzt andere Schulwege oder neue Klassen kennenlernen müssen. Wegen des großen Bedarfs an Unterkünften werden derzeit auch zwei Unterkünfte in Katzwang errichtet.

Natalie Lebrecht vom Nürnberger Sozialamt (stehend) erläutert die momentane Situation. © Thomas Karl


Bei der Versammlung stellte sich Brigitta Freckmann vom Roten Kreuz als Betreuerin der Unterkunft in Worzeldorf und den umliegenden Ortsteilen vor. Freckmann ist mit ihrem Büro ebenfalls nach Kornburg umgezogen. Sie betonte, dass eine gute Abstimmung zwischen den Helfern wichtig sei, Alleingänge seien auch deshalb zu vermeiden, weil dies bei den Asylbewerbern aus anderen Kulturkreisen und mit anderer Mentalität zu Neid und Spannungen führen könne, auch sollten möglichst keine Spenden einfach vor die Tür gestellt werden.

Bei den bisherigen Kontakten hat sich herausgestellt, dass vor allem Spracherwerb in Deutsch und Hausaufgabenunterstützung bei den Schulkindern gewünscht ist. Die Kinder in der Worzeldorfer Max-Beckmann-Grundschule sowie in der Katzwanger Hauptschule sind gut integriert, ein Schulwechsel wäre sehr schade.

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Die Sprachkenntnisse der Bewohner sind im Wesentlichen Arabisch, nur geringe Englischkenntnisse sind vorhanden. Stadtrat Harald Dix erinnert an den Kornburger Bürgertreff, wo ein Deutschkurs geplant ist. Auch wird darauf verwiesen, dass in Kornburg – im Gegensatz zu Worzeldorf – ein Aufenthaltsraum in der Unterkunft vorgesehen ist.

Vivien Bezold, Koordinatorin Freiwilligenarbeit beim Roten Kreuz, stellte dann die Möglichkeiten für ehrenamtliche Helfer vor und verweist auf die Einführungskurse beim BRK. Dabei zeigt sich, dass für Worzeldorf im Wesentlichen Besuche, persönliche Kontakte und Hausaufgabenhilfe relevant sind, denkbar sind auch Hilfestellung bei Behördengängen oder eine Einführung in das Worzeldorfer Umfeld und das gesellschaftliche Leben. Für etliche Flüchtlinge ist aber auch das Erlernen der lateinischen Schrift als Voraussetzung für die deutsche Sprache wichtig.

Mittlerweile sind die Bewohner aus dem „Schwarzen Adler“ aus- und die Handwerker eingezogen. Der Betreiber will möglichst schnell die Auflagen erfüllen. Eine Nachfrage bei der Bauordnungsbehörde ergab, dass bei der Nutzungsänderung des ehemaligen Gasthofes und den damit verbundenen Baumaßnahmen Gutachten nicht ordnungsgemäß vorgelegt und Auflagen nicht erfüllt wurden. Warum dies erst zwei Wochen nach Bezug erkannt wurde, konnte nicht geklärt werden. 

THOMAS KARL

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