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Familie Reichel hatte ihre Kellerräume für den ersten Themengottesdienst zur Kunstausstellung geöffnet. Der Gottesdienst beleuchtete vor allem das Verhalten der heutigen Menschen, das bestimmt sei von Angst, Trennung, Abschied, Krankheit und Tod.
Teil der Veranstaltung war zudem die Interpretation des „Tryptichons des 20. Jahrhunderts“ von Willee WTH Regensburger durch Zellfelder. Das erste Bild ließ den barocken Spruch „Memento mori“ („Bedenke, dass du stirbst“) erkennen. Für Pfarrer Zellfelder lag der Bezug darin, wie man heute mit der Vielzahl an Katastrophen-Meldungen umgehe. Es blieb die Frage, ob diese Botschaften noch zur menschlichen Seele gelangten, oder ob es doch eher so sei, dass man sich diesen Bildern verweigere und damit vielleicht eigene Ängste verdränge.
Das zweite Bild, „In God We Trust“, zeigt den Schriftzug der amerikanischen Ein-Dollar-Note, der von einem kleinen Goldbarren überlagert wird, und einen schon gestürzten Christus. Daraus leitete Pfarrer Zellfelder ab, dass die Ängste um die eigene wirtschaftliche Lage, aber auch die Gier nach Mehr zum eigentlich Sinn des Lebens geworden seien. „Aus Angst etwas zu verpassen, verpasst man das Leben“, fasste Pfarrer Zellfelder zusammen.
Einen Ausweg bot das letzte der drei Bilder. Titel: „Leih mir dein Ohr.“ Das bedeute, Menschsein zu dürfen. Man solle spüren, was dem eigenen Leben Sinn gebe. Auf jeden Fall sei es notwendig, damit aufzuhören, die Verantwortung abzuschieben, wie es das Ölbild „Pilatus“ (1989) des polnischen Malers Piotr Nallywijkos vermittelte. Zweifel und Fragen gehörten zum menschlichen Leben dazu.
Der nächste Themengottesdienst behandelt Max Beckmanns Bild „Jakob ringt mit dem Engel“, 10 Uhr, Sonntag, Spitalkirche.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.