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Spuren in Hohenfels: Wolf wandert durch die Oberpfalz

Gentest bestätigte den Verdacht - und das nicht zum ersten Mal - 07.09.2017 08:48 Uhr

Der Wolf macht sich in der Region breit: Zuletzt im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz. © dpa


Das Männchen entstammt der sogenannten zentraleuropäischen Tieflandpopulation, wie ein Gentest einer Anfang Juli aufgefundenen Probe jetzt bestätigt. Besonders interessant ist die Tatsache, dass dasselbe Tier im Februar 2017 bereits auf dem ebenfalls in der Oberpfalz befindlichen Truppenübungsplatz Grafenwöhr (Kreis Neustadt a.d. Waldnaab) nachgewiesen werden konnte, der rund 75 Kilometer weiter nördlich liegt.

Damit bestätigt sich, was Wolfsexperten wie Christian Hierneis vom Bund Naturschutz immer wieder schildern: Gerade junge Wolfsrüden auf Reviersuche legen bei ihren Streifzügen enorme Strecken zurück. Auch die Vermutung, dass der Hohenfelser Wolfsrüde einem mittlerweile in Grafenwöhr etablierten Pärchen Platz gemacht hat, liegt nahe.

Bereits der dritte Nachweis am selben Truppenübungsplatz

Laut Landesamt für Umwelt (LfU) ist der aktuelle Nachweis der dritte in Hohenfels: Bereits im Januar diesen Jahres konnte ein weiterer Wolf derselben Ausgangspopulation nachgewiesen werden, eine Geschlechterbestimmung war hier nicht sicher möglich. Außerdem gibt es eine Fotoaufnahme vom April, die einen Wolf zeigt. Inwiefern es zwischen Foto und den beiden durch Gentests nachgewiesenen Tieren Überschneidungen gibt, könne laut LfU "auf Grundlage der bisherigen Erkenntnisse nicht geklärt werden".

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Bereits Ende August berichteten die Nordbayerischen Nachrichten aus Pegnitz, dass allein im Veldensteiner Forst seit April 2017 zwölf Wildtiere gerissen wurden – vermutlich von Wölfen. In mindestens vier Fällen habe man eine Wölfin nachweisen können, die unter der Kennung "GW716f" beim Senckenberg-Institut in Gelnhausen bei Frankfurt/Main geführt wird. Das Institut wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) als "Nationales Referenzzentrum für genetische Untersuchungen bei Luchs und Wolf" empfohlen und führt deshalb sämtliche Gentests durch.

Ebenfalls Ende August war laut NN von einem Ehepaar in der Abenddämmerung ein Wolfspaar beim Überqueren einer Straße im Veldensteiner Forst gesichtet worden. Ein Wolfspaar ist (wie mehrfach berichtet) bereits für den Truppenübungsplatz Grafenwöhr nachgewiesen, Experten halten dort Jungtiere noch in diesem Jahr für nicht ausgeschlossen. 

Sebastian Linstädt

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