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Stetiger Einsatz für die Vier-Schlösser-Gemeinde

„Kulturfreunde Heroldsberg“ feiern 25-jähriges Jubiläum - 26.04.2016 18:58 Uhr

Die Außenarbeiten waren im Sommer 2015 noch in vollem Gange – mittlerweile wird das Weiße Schloss im Innenraum saniert. © Archivfoto: Scott Johnston


Eberhard Brunel-Geuder © Foto: Sebastian Linstädt


Der seit Gründung des Vereins erste Vorsitzende – in Personalunion auch 3. Bürgermeister (CSU) der Marktgemeinde – hat sichtlich Spaß an seinem Engagement – und dem seiner „Truppe“: „Wir sind 325 Mitglieder, von denen sich 30 bis 40 ständig aktiv einbringen – das ist enorm viel“, sagt Brunel-Geuder stolz.

Ohne das Engagement der Kulturfreunde wäre Heroldsberg heute wohl um einiges ärmer. Beliebte Initiativen wie die Führungen durch die schmucke Vier-Schlösser-Gemeinde, die am jeweils ersten Samstag im Monat von Mai bis Oktober stattfinden, oder das Klassikkonzert im Hof des Roten Schlosses sind längst über die Gemeinde hinaus bekannt und beliebt. Auch Nachwuchssorgen haben die Kulturfreunde nicht. „Gerade auch Zugezogene interessieren sich sehr für unsere Arbeit und unterstützen uns gern“, beschreibt Brunel-Geuder als alteingesessener Heroldsberger die interessante Mischung. Die Arbeit des Vereins besteht seit jeher aus drei Säulen: Veranstaltungen, Denkmalpflege und Publikationen.

Der klassische Veranstaltungsreigen mit einem bis drei Höhepunkten jeden Monat ist davon die offensichtlichste – und es versteht sich von selbst, dass im Jubiläumsjahr mit dem Open-Air-Konzert am 9. Juli auf dem Festplatz ein besonderer Höhepunkt auf der Agenda steht.

Die Kulturfreunde konnten dafür die legendäre Münchner „Spider Murphy Gang“ gewinnen. Aber auch die vom Verein in Eigenregie renovierte Kulturscheune am oberen Markt wird 2016 wieder regelmäßig frequentiert. Die Scheune ist ein Beispiel für den Bereich „Denkmalpflege“, dem sich der Verein ebenso verschrieben hat. So wurde bereits vor einiger Zeit der alte Brotofen der Gemeinde aufwändig restauriert. „Immer zur Kirchweih findet hier das Brotbacken statt, bei dem unter anderem ,Broutkoung‘ gemacht werden“, sagt Brunel-Geuder. Den „Broutkoung“ stellt man sich am ehesten als einen Pizza-ähnlichen Teigfladen vor, der früher aus Teigresten hergestellt wurde.

Das Weiße Schloss erlebt bald eine Renaissance

Das zweifelsohne imposanteste Denkmal, um das sich die Kulturfreunde verdient gemacht haben, ist allerdings das Weiße Schloss, das seit 2014 renoviert wird. „Wir sind mit Statik und der Haustechnik so weit durch, jetzt muss noch die Feinarbeit erledigt werden“, sagt Brunel-Geuder, der mit den Kulturfreunden über 100 000 Euro Spenden für die Sanierung beisteuern konnte. Die Eröffnung des Schlosses in seiner zukünftigen Funktion als Kulturmagnet für die ganze Region ist für den Spätherbst geplant, könnte sich aber auch ins Frühjahr 2017 erstrecken. Mittlerweile steht fest, dass der Verein ab Eröffnung die Betriebsträgerschaft übernehmen wird – zunächst auf drei Jahre begrenzt, aber mit der Option zur Verlängerung.

Geplant sind im Kulturschloss zum einen eine Dauerausstellung zur Heroldsberger Geschichte im Erdgeschoss sowie eine Wechselausstellung im ersten Stock. Diese wird dem umfangreichen Schaffen des ehemaligen Direktors der Kunstakademie Fritz Griebel – und dessen Schülern – gewidmet. Im zweiten Stock befinden sich schließlich noch Räumlichkeiten für feierliche Anlässe, die den Bürgern, etwa für Trauungen, zur Verfügung stehen sollen.

Sollte sich die Eröffnung auf 2017 verschieben, wäre das für Brunel-Geuder kein Weltuntergang. Der begeisterte Historiker hat bereits das nächste Jubiläum avisiert: 2017 wird das Wappen der Marktgemeinde 600 Jahre alt. Brunel-Geuder nimmt dies zum Anlass, eine neue Ausgabe der Heroldsberger Hefte herauszubringen, die sich mit drei Themen befassen wird: Fritz Griebel, Die Wappen und Turnierfähigkeit der Familie Geuder sowie Baugeschichtliches zum Weißen Schloss.

Programmhefte der Kulturfreunde liegen unter anderem im Heroldsberger Rathaus aus. Weitere Informationen im Internet unter:
http://www.kulturfreunde-heroldsberg.de 

Sebastian Linstädt

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