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Stromtrasse wirklich notwendig? Aigner startet Dialog

Wirtschaftsministerin will mit Fachleuten und Betroffenen sprechen - 26.09.2014 10:21 Uhr

Wirtschaftsministerin Aigner möchte mit Experten und Betroffenen in Dialog treten, kündigt aber an, dass es kein "Dauerdiskussionsprozess" um die Notwendigkeit der Stromtrasse werden wird. © Berny Meyer


Wirtschaftsministerin Ilse Aigner will in wenigen Monaten klären, ob neue Stromtrassen in Bayern notwendig sind. Dazu will die CSU-Politikerin einen umfassenden Dialog mit Fachleuten und Betroffenen starten. „Es geht um die Sicherung der Stromversorgung in Bayern ab dem Jahr 2021“, sagte Aigner der Nachrichtenagentur dpa. „Der Weg, den die Bundesregierung einschlagen will, basiert auf Stromleitungen. Darüber will ich mit Experten und Betroffenen reden - Netzbetreibern, Wirtschaft, Energieagentur, Bund Naturschutz, Vertretern von Bürgerinitiativen.“

Der Dialog solle aber „kein Dauerdiskussionsprozess werden“, sondern drei bis vier Monate dauern. Im Bundesbedarfsplangesetz sind zwei 500 Kilovolt-Gleichstromtrassen vorgesehen, die in Bayern höchst umstritten sind: die Südlink-Trasse von der Nordseeküste bis ins unterfränkische Grafenrheinfeld und die Gleichstrompassage Südost von Sachsen-Anhalt ins schwäbische Meitingen. Beide Leitungen sollen 2022 in Betrieb gehen.

Die Staatsregierung geht inzwischen davon aus, dass in diesem Jahrzehnt keine Engpässe bei der Stromversorgung zu befürchten sind - anders als noch zu Beginn der Energiewende vor drei Jahren befürchtet. „Nach einer Studie der Bundesnetzagentur ist die Stromversorgung Bayerns bis zum Jahr 2021 gesichert“, sagte Aigner. „Auch die Abschaltung von Gundremmingen B Ende 2017 wird keinen Engpass bedeuten, weil wir bis dahin auf jeden Fall die Thüringer Strombrücke haben.“

Versorgungssicherheit in Bayern

Der Fahrplan für die Energiewende sieht vor, dass Ende 2015 das unterfränkische Atomkraftwerk Grafenrheinfeld abgeschaltet wird, Ende 2017 der Block B in Gundremmingen. Ursprünglich war befürchtet worden, dass es bereits nach der Abschaltung von Grafenrheinfeld zu Engpässen kommen könnte, wenn die Thüringer Strombrücke bis dahin nicht in Betrieb ist. Diese Strombrücke von Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt ins oberfränkische Redwitz ist bislang die einzige neue Höchstspannungsleitung, der die Staatsregierung ihren Segen erteilt hat.

Ob die 380-Kilovolt-Leitung wie geplant im Jahr 2015 in Betrieb gehen kann, ist jedoch sehr fraglich. Doch auch das würde nach derzeitiger Einschätzung der Staatsregierung die Versorgungssicherheit in Bayern nicht gefährden.

Ministerpräsident Horst Seehofer hatte bei der CSU-Herbstklausur in Kloster Banz einen breiten Dialog mit der Bevölkerung zur Energiepolitik angekündigt, aber keinen Zeitrahmen genannt.

  

dpa

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