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Tödliches Drama in Hofer Freibad: Betreuerin verurteilt

Amtsgericht setzte Strafe zur Bewährung aus - 19.07.2017 15:49 Uhr

Die Strafe der Betreuerin wurde zur Bewährung ausgesetzt. © dpa


Nach einem tödlichen Badeunfall eines acht Jahre alten Jungen in Hof ist die angeklagte Betreuerin vor Gericht glimpflich davongekommen. Das Amtsgericht verurteilte die 28-Jährige zwar wegen fahrlässiger Tötung. Die Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 40 Euro wurde jedoch zur Bewährung ausgesetzt: Wenn die Frau innerhalb eines Jahres nicht wieder straffällig wird, bleibt ihr die Geldzahlung erspart.

Tagelang hatten die Ärzte vor einem Jahr um das Leben des Kindes gekämpft, doch der Bub starb dann an den Folgen des Badeunfalls. Die nun verurteilte pädagogische Fachkraft war mit einer Gruppe von Grundschulkindern ins Freibad gegangen. Der Achtjährige konnte laut Anklage kaum schwimmen; die Betreuerin soll ihn aber dennoch ohne Schwimmflügel in ein 1,25 Meter tiefes Becken gelassen haben – das Kind selbst war nur 1,26 Meter groß. Der Bub ging unter und blieb regungslos im Wasser. Gäste zogen ihn heraus; gemeinsam mit dem Bademeister versuchten sie ihn wiederzubeleben. Das Kind wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo es wenige Tage später starb.

Wie ein Gerichtssprecher mitteilte, sah der Richter in dem Fall besondere Umstände. Trotz des Verbots der Betreuerin hatte der Junge, der nur sehr schlecht schwimmen konnte, die Rutsche ins Spaßbecken benutzt. Das Video einer Überwachungskamera zeigte, wie der Junge noch fünf Minuten im Becken umherschwamm.

Dann verließen den Achtjährigen offenbar die Kräfte und er ging unter. Das Video zeigte auch, dass seine Betreuerin zu diesem Zeitpunkt im Becken schon minutenlang nach ihm suchte. Sie stand nur acht Meter von ihm entfernt, als der Junge ertrank. Andere Badegäste waren ihm noch näher. Doch weil sich das gleißende Sonnenlicht auf der Wasseroberfläche brach, bekam keiner das Drama unter Wasser mit. Die angeklagte Betreuerin von einem Kollegen vorausgeschickt worden und in den entscheidenden Momenten alleine für die Kinder verantwortlich. 

nn

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