In den vergangenen Tagen haben erneut unbekannte Randalierer mit roher Gewalt Teile der vom Burgverein mit viel Einsatz gepflegten Gebäudereste und Sitzplätze rund um den mittlerweile für seine futuristische Aufstockung preisgekrönten Bergfried verwüstet. Vereinsmitglied Werner Baum sen. fand dort eine als Tisch genutzte, mächtige Baumscheibe umgeworfen und aus der Verankerung gerissen vor. Um den Widerstand der Metallbänder zu brechen und den schweren Stamm zu Fall zu bringen, waren nach seiner Einschätzung mehrere Personen sowie eine gehörige Portion Kraft und Zerstörungswut vonnöten.
Außerdem rissen die Täter zwei Teppiche vom Gitterverschlag um die von Baum liebevoll eingerichtete Schmiede. Der passionierte Burgfan hatte die Stoffbahnen dort aufgehängt, um die historischen Geräte vor Schnee zu schützen. Die verwendeten Karabiner nahmen die Randalierer mit. Baum vermutet Jugendliche hinter den Zerstörungen und bittet die Treuchtlinger Eltern, mit ihren Kindern über solche Taten zu sprechen. Zudem werde der Burgverein erneut erörtern, wie er Zerstörungswütige abschrecken oder identifizieren kann. „Der Burgverein gibt sich alle Mühe, dieses Denkmal zu erhalten“, so Baum.
Viele Helfer und Spender hätten dazu beigetragen, und auf der Ruine seien natürlich auch Jugendliche willkommen – wie etwa das unbekannte Liebespaar, das vor einiger Zeit ein Herz aus Kerzen auf dem Burgkeller hinterlassen hatte. Darüber hatten sich die Burgvereinler eher gefreut. Eine weitere kuriose Hinterlassenschaft entdeckte Baum indes nun unterhalb der Burg vor dem Kriegerdenkmal: einen großen Steinkreis, dekoriert mit Laub, Zweigen und Moos. Das Werk spielender Kinder? Eine ungenutzte Feuerstelle? Oder gar eine okkulte Stätte? Der Burgfreund war ratlos.
Auf Nachforschungen des Treuchtlinger Kuriers hin stellte sich schließlich heraus, dass lediglich einige Viertklässler der Grundschule die Urheber des für Fahrzeuge zwar etwas störenden, ansonsten aber harmlosen Runds waren. Sie hatten den Kreis vor Weihnachten im Rahmen eines Kunstprojekts als „Land Art“ (Landschafts-Kunst) angelegt. Zwar war der Ort dafür wohl etwas unglücklich gewählt – als Kunstobjekt, das überraschen und zu einer Auseinandersetzung anregen soll, hat die Steinskulptur ihre Bestimmung aber voll erfüllt..
Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
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