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Aus Eifersucht? Treuchtlinger greift zum Schlagstock

26-Jähriger attackiert Mann, der seiner Frau Nachrichten schrieb – Unterschiedliche Geschichten - 07.12.2018 12:11 Uhr

Symbolbild © pixabay/Montage TK


Unvermittelt sei Viktor K. an einem Augustnachmittag mit einem Schlagstock auf ihn losgegangen, berichtete Hannes R. (Namen der Beteiligten geändert) vor Gericht. Vier Wochen habe das Opfer vor lauter Schmerzen nicht mehr arbeiten können, nun gehe es ihm wieder besser.

Die beiden kennen sich schon länger, Viktor K. wohnt in Treuchtlingen in einer Wohnung über dem Betrieb, in dem Hannes R. jeden Tag arbeitet. Dass sie sich öfter über den Weg laufen, ist also fast schon normal. Doch Viktor K. hatte den Eindruck, dass seine Frau von R. und dessen Kollegen mit unflätigen Wörtern beschimpft wird, was er sich nicht mehr gefallen lassen wollte und deshalb R. mit dem Schlagstock attackierte. Der spricht von Eifersucht, nachdem er mit R.s Frau öfter mal geredet habe, da sie sich von früher kennen.

Dass die Tat im August so stattgefunden hat, räumte der Angeklagte ein. Viktor K. sagte, er habe schwarzgesehen und sich endlich gegen die seit anderthalb Jahren dauernden Anfeindungen wehren wollen. „Wollten Sie das Recht also in Ihre Hand nehmen?“, fragte Amtsrichter Gunter Hommrich. K. war um eine Antwort verlegen, sagte, er habe den Schlagstock immer griffbereit, seit ein „Asylant“ im Haus gewohnt habe, man könne ja nie wissen. Die verbotene Waffe hat die Polizei nach dem Angriff mitgenommen.

Ein Beamter sagte als Zeuge vor Gericht aus, dass ihm das Opfer die Tat so bestätigt habe. Über die Hintergründe wurde allerdings keine Ermittlungen angestellt, wohl gab es einst eine Beziehung zwischen der Frau von Viktor K. und Hannes R., aber Genaues wisse man nicht. Nur, dass K. in den vergangenen Jahren wegen des von ihm beschriebenen „Stalkings“ nie zur Polizei ging.

Obwohl K. immer noch in dem Haus wohnt, in dem R. jeden Tag zur Arbeit geht, haben sich die beiden seit dem Vorfall im Sommer nicht mehr ausgesprochen. Die Familie mit zwei Kindern sucht zwar nach einer Wohnung, doch der Minijob der Frau und das Arbeitslosengeld des Mannes machen die Suche nicht gerade einfach.

Für die Vertreterin der Staatsanwaltschaft hat sich die Anklage im wesentlichen so bestätigt, auch wenn der Angeklagte den Schlag erst nach einigem Zögern eingeräumt hatte. Sechs Monate bis zehn Jahre Strafmaß sieht dieser Fall der gefährlichen Körperverletzung vor. Die Verletzung war zwar relativ gering, allerdings ist K. schon mehrmals einschlägig vorbestraft. Die Staatsanwältin plädierte auf zehn Monate Freiheitsstrafe, die gerade noch zur Bewährung ausgesetzt werden könnten, da die Sozialprognose des Mannes, der durchaus in geordneten Verhältnissen lebt, positiv sei. Dazu solle er noch 750 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen.

Die Geldauflage trug Richter Gunter Hommrich in seinem Urteil mit, die Freiheitsstrafe reduzierte er auf neun Monate, die zur Bewährung ausgesetzt werden. Die gefährliche Körperverletzung sei durch das Geständnis erwiesen, doch die Vorstrafen K.s fallen negativ ins Gewicht. Viktor K. akzeptierte noch im Gerichtssaal das Urteil, es ist somit rechtskräftig. 

Benjamin Huck Treuchtlinger Kurier E-Mail

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