Mittwoch, 21.11.2018

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Aus fürs analoge Kabel in Weißenburg-Gunzenhausen

Der Netzbetreiber Vodafone schaltet das Fernsehsignal am 12. September im Landkreis ab - 04.08.2018 06:05 Uhr

Nur noch Elektroschrott? Die Zeit der alten Röhrenfernseher scheint mit der Umstellung auf das digitale Kabelfernsehen endgültig abgelaufen zu sein. Im Handel gibt es aber Zubehör zum Nachrüs­ten. © Horst Linke


Das Fernsehen wird digital. Was für den Empfang über die Antenne und die Satellitenschüssel schon länger gilt, wird in Zukunft auch das analoge Kabel betreffen. Ab dem 1. Januar 2019 dürfen in Bayern keine analogen Signale mehr über das Fernsehkabel verbreitet werden. Die Umstellung läuft Schritt für Schritt – am Mittwoch, 12. September, ist nun auch Altmühlfranken an der Reihe.

Warum wird digitalisiert?

Der Netzbetreiber Vodafone begründet den Schritt damit, dass nur noch ganz wenige Haushalte das analoge Programmangebot nutzen. Dieses beanspruche jedoch einen großen Teil des Kabel-Frequenzspektrums. Diese Ressourcen könnten besser für neue Angebote im Kabelnetz genutzt werden, etwa für hochauflösendes Fernsehen oder Internet über die Leitung. Außerdem wirbt der Anbieter mit einer erheblich größeren Programmauswahl.

Welche Orte sind betroffen?

Laut Vodafone wird am 12. September in folgenden Gemeinden samt Ortsteilen der Empfang umgestellt: Burgsalach, Ellingen, Nennslingen, Pappenheim, Pleinfeld, Treuchtlingen und Weißenburg. Wie Vodafone auf Anfrage mitteilt, können einige Ortsteile jedoch auch erst zu einem späteren Zeitpunkt umgeschaltet werden. „Die Kabelnetze und die Gemeindegrenzen sind nicht deckungsgleich“, so Vodafone-Sprecherin Heike Koring. Die betroffenen Kabelkunden erhalten vor der Umstellung noch einen Brief, den sie (falls vorhanden) auch ihren Mietern weiterleiten sollten.

Wie merke ich, dass ich noch über das analoge Kabel Fernsehen empfange?

Wenn die Leitung direkt von der Wandsteckdose zum Röhrenfernseher geht, handelt es sich wahrscheinlich noch um einen analogen Kabelempfang. Dessen Nutzer sind auf jeden Fall betroffen. Wer schon einen dünnen Flachbildfernseher besitzt, könnte Glück haben, denn in modernen Geräten ist die Empfangseinheit bereits verbaut. Wer beim Senderdurchlauf auf die Programme „one“, „ZDFneo“ oder „tagesschau24“ stößt, sieht schon digital. Außerdem sehen Personen, die noch analog fernsehen, drei Wochen vor der Umstellung ein Laufband mit dem Hinweis auf die Abschaltung, das ins Programm eingeblendet wird. Einer Erhebung der Landesmedienanstalt zu Folge waren 2017 noch 20 Prozent der Kabelzuschauer in Bayern analog unterwegs.

Was muss ich tun, damit der Fernseher nicht schwarz bleibt.

Wer noch analog empfängt, kann sich entweder einen neuen Fernseher mit einem sogenannten DVB-C-Tuner kaufen. Wer sein altes Gerät noch nicht entsorgen möchte, kann sich auch nur ein kleines Empfangsgerät zulegen, Receiver oder Set-Top-Box genannt. Das wird zwischen das Kabel und den Fernseher geschaltet und sorgt so für den digitalen Empfang. Solche Geräte gibt es im Fachhandel schon ab 60 Euro, heißt es beispielsweise bei Radio Lunz in Weißenburg. Dort kommen schon vereinzelt Kunden vorbei, um sich über die Umstellung zu informieren. Doch mit dem großen Ansturm wird erst im September gerechnet – wenn das Laufband mit der Abschalt-Information im Fernseher erscheint. Mitarbeiter des Fachgeschäfts kommen auch zu den Kunden nach Hause und helfen bei der Einrichtung.

Wie läuft die Umstellung am 12. September konkret ab?

Die Umstellung erfolgt am 12. September im Zeitfenster zwischen 0 bis 6 Uhr. In der Umstellungsnacht können sämtliche Kabelkunden von Vodafone über ihren Anschluss zeitweise nicht fernsehen, telefonieren oder ins Internet gehen. Vodafone empfiehlt seinen Kunden, bei Notfällen das Mobiltelefon zu nutzen.

Ich empfange schon digital, ändert sich für mich auch etwas?

Ja, denn Vodafone wird in der Nacht vom 11. zum 12. September die digitalen Sender neu sortieren. Die für das Internet genutzten Frequenzen sind ebenfalls von der Umbelegung betroffen. Viele Digital-Receiver und Kabel-Router führen die Umstellung automatisch durch – vorausgesetzt, die Geräte werden in der Umstellungsnacht nicht vom Strom getrennt. Zuschauer, deren Digital-Receiver oder Fernseher die neue Sendersortierung nicht automatisch übernehmen, müssen ab dem Morgen des 12. September einen neuen Sendersuchlauf starten. Auch die Internetverbindung wird getrennt, in der Regel sucht sich der Router aber die neuen Zugangsdaten. Falls nicht, empfiehlt Vodafone, das Gerät vom Strom zu trennen und nach kurzer Zeit wieder zu verbinden.

Muss ich eine neue Leitungs ins Haus oder in die Wohnung legen?

Nein, die bestehende Koaxialverkabelung ist digitaltauglich. Die digitalen Signale sind schon heute an allen vollversorgten Kabelanschlüssen nutzbar. Einige Sender sind aber nur empfangbar, wenn das Netz auf 862 Megahertz (MHz) modernisiert und auch das Hausnetz auf 862 MHz aufgerüstet ist. Eine sehr häufige Ursache für Empfangsprobleme sind jedoch veraltete oder abgeknickte Kabel zwischen Dose und Digital-Receiver oder Fernseher.

Was ist mit dem Radioempfang?

Kabelkunden in der Region, die aktuell Radiogeräte oder Stereoanlagen direkt an die Kabeldose angeschlossen haben, benötigen ab dem 12. September ebenfalls einen Digital-Receiver für das Radio, um dieses weiterhin am Kabelanschluss nutzen zu können.

Welche Tücken sind zu beachten?

Im Großraum Nürnberg fand die Umstellung bereits Mitte Mai statt. Damals häuften sich die unangemeldeten Besuche von vermeintlichen Firmenvertretern, die Kunden an der Haustür unnötige Empfangsgeräte verkaufen oder ihnen einen neuen Vertrag aufschwatzen wollten. Vodafone distanziert sich auf Nachfrage von diesem Verhalten und empfiehlt Kunden, sich stets den Beraterausweis zeigen zu lassen. „Hat der Betroffene keinen dabei, sollte man ihn nicht einlassen“, sagt Sprecherin Heike Koring. Sollten Kunden aber von einem echten Berater angesprochen werden und mit dem unterschrieben Vertrag später nicht zufrieden sein, könnten sie von ihrem 14-tägigen Widerrufsrecht Gebrauch machen.

Wer hilft bei Fragen?

Vodafone hat eine Internetseite mit Informationen zu dem Thema eingerichtet: www.vodafone.de/digitalezukunft. Dort findet sich auch ein Suchfeld, in das man seine Postleitzahl eingeben kann und sieht, wann die Umstellung stattfindet. Außerdem gibt es eine kostenlose Rufnummer mit Hinweisen: 0800/6648787. 

Benjamin Huck Treuchtlinger Kurier E-Mail

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