Donnerstag, 22.11.2018

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Bayern 3-Dorffest in Bubenheim: Besser ohne Auto

Trotz 20.000 Parkplätzen sind Staus eingeplant - Wer kann, kommt zu Fuß oder mit dem Rad - 23.08.2018 06:05 Uhr

Wer mit dem Auto zum Dorffest kommt, muss ein ganzes Stück abseits parken. Die grünen Markierungen zeigen die Parkplätze, rot ist das Festgelände eingezeichnet, gelb und orange die Parkflächen für Radfahrer, Busse und Behinderte. © Bayern 3


Knapp 100 davon suchten dabei Antwort auf die für die Dorfbewohner wohl wichtigste Frage rund ums zehnte Bayern 3-Dorffest in Treuchtlingen-Bubenheim: Wo parken die bis zu 60.000 Besucher, wie kommen sie zum Festivalgelände und wie wieder weg? Licht ins Dunkel brachten Bayern-3-Projektleiter Simon Beil, Verkehrsplaner Jörg Müller und Bürgermeister Werner Baum.

Geparkt wird den Plänen zufolge auf vier großen Wiesen nordöstlich und östlich des Bubenheimer Flugplatzes, auf dem das Dorffest stattfindet. Dazu hat die Stadt laut Baum Nutzungsverträge mit über 70 Grundstückseigentümern geschlossen. Wegen der planerischen Dimensionen habe man das Personal im Rathaus und der Touristinformation verstärkt.

Dennoch kam es betroffenen Landwirten zufolge bei der Absprache teils zu Unklarheiten und Hängepartien. „Ich habe nach der Bekanntgabe, dass Treuchtlingen das Dorffest bekommt, einen entscheidenden Fehler gemacht“, räumte der Rathauschef ein. Trotz der Geheimhaltung hätte er „die wichtigsten Landwirte früher informieren müssen. Das ist versemmelt worden, und ich bitte euch, uns das zu verzeihen“, so Baum.

Staus sind eingeplant

Die Äcker und Wege der Bauern brauchen Stadt und Radiosender, denn die Veranstalter rechnen mit rund 20.000 Autos, die einigermaßen staufrei zum Gelände gelotst, geparkt und nach dem Schlussakkord gegen Mitternacht wieder auf den Heimweg gebracht werden müssen. Dabei werde die Anreise einfacher, denn die Besucher kommen erfahrungsgemäß „tröpfchenweise“ über den Tag verteilt, wollen nach dem Festival aber alle so schnell wie möglich zurück auf die Straße. „Da kann es dann schon mal sein, dass man eine Stunde steht“, so Jörg Müller. Wegen der Verkehrssicherheit sei das aber durchaus so gewollt, und „jeder, der zu so einem Konzert geht, weiß das“.

Besonders diffizil waren bei der Verkehrsplanung laut Müller die Fragen rund um Natur- und Gewässerschutz sowie ein mögliches Hochwasser in den Altmühlauen bei Regen. Deshalb befinden sich an der Zollmühle direkt am Festgelände auch nur die Fahrrad-, Bus- und Behindertenparkplätze. Die drei Hauptparkflächen am Metzenhof sowie die Ausweichfläche zwischen Bubenheim und Grönhart sind zudem nur von Norden und Osten über Holzingen und Grönhart anfahrbar. Es gilt Einbahnverkehr – raus geht es nur nach Westen via Lengenfeld (bei Überlastung auch über Emetzheim).

Das ist besonders irritierend für Autofahrer, die aus Richtung Gunzenhausen kommen: Sie werden nicht über die Staatsstraße 2230 nach Wettelsheim geführt, sondern über die B 13 bis Dornhausen und dann über die Kreisstraße WUG 1 via Gundelsheim/Altmühl, Alesheim und Holzingen und müssen die Parkplätze ebenfalls von Norden her anfahren. Aus Richtung Weißenburg und B2 geht es über die Abfahrt am McDonalds und die Kreisstraße WUG 5 nach Holzingen und weiter zu den Parkplätzen. Nach Mitternacht werden die Einbahnregelungen dann umgedreht, und es geht auf gleichem Weg wieder raus.

Umwege wegen B2-Sperrung

Ebenfalls kompliziert wird es für alle Dorffestgäste, die von Süden kommen, denn die B 2 ist noch bis Ende September zwischen Monheim und Treuchtlingen gesperrt. Sie müssen die Umleitung über Gunzenhausen und die B 13 nehmen und dann entweder ebenfalls über Alesheim und Holzingen oder gleich über Ellingen und die B 2 bis zu den Abfahrten bei Emetzheim oder Dettenheim fahren. Die Kreisstraße WUG 5 zwischen Wettelsheim und Bubenheim ist indes ab 12 Uhr gesperrt, ebenso wie der westliche Orts­eingang von Wettelsheim und sämtliche Feldwege, die als „Schleichwege“ dienen könnten. Die Wettelsheimer warnt Bürgermeister Baum dennoch, dass „an diesem Tag die Wohngebiete teils zugeparkt sein werden“.

Komplett „abgeriegelt“ wird schließlich Bubenheim selbst, denn durchs Dorf führt der Hauptrettungsweg. Nur Anwohner mit speziellem, nicht übertragbarem Parkausweis dürfen hinein und hinaus, und auch ihnen raten die Veranstalter, mit diesem Privileg am Tag des Festes sparsam umzugehen und es nicht zu missbrauchen. Die Polizei werde Berechtigungen und Parkverbote (unter anderem entlang der gesamten Dorfstraße) engmaschig kontrollieren. Die Fußwege zum Dorffestgelände sind hingegen alle offen, auch entlang der Rettungswege. Sorgen wegen eventueller Betrunkener müssen sich die Bubenheimer laut Jörg Müller nicht machen: „Das ist ein Familienfest und nicht Wacken!“

Besser zu Fuß oder mit dem Rad

Die Anreise mit der Bahn ist ebenfalls möglich, aber nicht unbedingt zu empfehlen, denn die Bahn stellt keine zusätzlichen Verbindungen bereit. Die letzten Züge fahren um 22.25 Uhr Richtung Würzburg, um 22.35 Uhr nach München, um 23.37 Uhr Richtung Ingolstadt, um 0.22 Uhr nach Nürnberg und um 1.43 Uhr Richtung Augsburg. Das ist mit Ausnahme der letzten Verbindung zu früh, um das Dorffest bis zum Schlussakkord mitzumachen und dann im Abreisestau zum Bahnhof zu kommen. Zudem haben die fünf Züge nur eine Gesamtkapazität von etwa 3500 Plätzen.

Einen Shuttle-Service vom/zum Bahnhof gibt es deshalb nicht, wohl aber ab der Senefelder-Schule und der Kanalstraße (Lidl). Von dort verkehren die Busse am Samstag ab 11 Uhr im Pendelverkehr zum Dorffest-Gelände und nachts wieder zurück. Die einfache Fahrt kostet zwei Euro. Zu Fuß sind die knapp fünf Kilometer von Stadtmitte und Bahnhof zum Festgelände aber durchaus ebenfalls zu bewältigen. Für alle, die trotzdem in der Nacht in Treuchtlingen „stranden“, bereitet die Stadt provisorische Aufenthaltszonen vor, damit die Bürger nicht zu sehr gestört werden.

Ein besonderes Problem gibt es in Holzingen, wo sich die beiden überörtlichen Verkehrsströme aus Richtung B 13 und B 2 treffen. Dort findet am selben Tag nämlich die Kirchweih statt. Bauzäune und ein Halteverbot entlang der Dorfstraße sollen den Festivalverkehr von den Feiernden fernhalten.

Alle Treuchtlinger bat Rathauschef Baum zum Abschluss nochmals eindringlich, am 8. September das Auto stehen zu lassen und stattdessen eine Radtour oder einen längeren Spaziergang zum Dorffest zu machen. Das sei am Ende schneller, als sich in den zu erwartenden Verkehr zu stellen. Allen beteiligten Vereinen und Helfern – aktuell bereits über 600 Freiwillige, ebenso viele Kuchenspender und alle verfügbaren Feuerwehrleute – dankte der Bürgermeister für „ihren Beitrag, um das Fest zu einem Ereignis zu machen, von dem wir hoffentlich noch lange zehren werden“.

[Der Artikel wurde am 27.08.2018 um 10.43 Uhr aktualisiert; die Informationen zur Anfahrt der Parkplätze aus Richtung B 13 und B 2 wurden korrigiert und ergänzt, ebenso die Angaben zum Shuttle-Service] 

Patrick Shaw Redaktion Treuchtlinger Kurier E-Mail

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