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Bürgerversammlung in Dietfurt

Resolution zu Umgehungsstraße heute im Stadtrat - 16.04.2015 05:59 Uhr

In den Augen der Dietfurter wäre das bald leere Schulgebäude ein idealer Ort für Feiern und Versammlungen. © Hedwig


Ortssprecher Christian Früh begrüßte die Runde, dankte allen Helfern und Engagierten im Ort und ließ anhand einiger Bilder das Dorfleben der vergangenen Monate mit Feiern und mehreren Aktivitäten nochmals Revue passieren. Auch er machte sich für einen Gemeinschaftsraum stark.


Bürgermeister Werner Baum unternahm anschließend seinen obligatorischen Streifzug durch die Stadtpolitik. Dabei ließ er nicht unerwähnt, dass der Ort mit 424 Einwohnern nun elf mehr hat als im vergangenen Jahr. Nach seinen Informationen zur Stadt- und Haushaltspolitik ging er noch vor der allgemeinen Diskussionsrunde auf einige ortsspezifische Themen ein – wohl auch, um einigen möglichen Reizthemen von vornherein ein wenig die Schärfe zu nehmen.


Derzeit keine Trassen-Diskussion


So begrüßte er die letztes Jahr durchgeführte und mit der Polizei vorher abgestimmte Aktion der Dietfurter, mit der auf die Verkehrsproblematik in Dietfurt durch die B 2 aufmerksam gemacht werden sollte, die „direkt durch das Dorf geht und es regelrecht zerschneidet“. Die Umsetzung einer Umgehung wird Baum zufolge jedoch noch einige Jahre dauern. Vorrangig sei jetzt, mit einer Dietfurter Umgehung im Bundesverkehrswegeplan in die erste Dringlichkeitsstufe zu kommen. Die Diskussion über Trassenvarianten könne später geführt werden. Auf Anregung des Ortsausschusses ist eine entsprechende Resolution verfasst worden, die am heutigen Donnerstag im Stadtrat verabschiedet werden soll (Bericht folgt) und die Baum in der Bürgerversammlung vorlas. Die Resolution, welche die Einstufung einer Dietfurter Umgehung in die erste Dringlichkeitsstufe des Bundesverkehrswegeplans ohne vorherige Trassenfestlegung fordert, soll nach Verabschiedung anschließend an alle maßgeblichen politischen und behördlichen Stellen weitergeleitet werden. Aus der Runde kam der Dank, dass in das Vorhaben nun endlich Bewegung komme, gleichzeitig jedoch die klare Absage an eine von anderer Seite vorgeschlagenen Einhausung der B 2. Dies nahm Baum mit auf seinen Weg, ohne freilich in der Versammlung weiter über Trassenvarianten diskutieren zu wollen.


Ein weiterer Punkt waren die bereits vor zwei Jahren im Rathaus beschlossenen Gelder in Höhe von 12.000 Euro für die bislang aus mehreren Gründen noch nicht erfolgte Kirchhofsanierung. Baum versicherte, dass das Geld und diese Sanierung auf Bitten von Pfarrer Günther Gagesch lediglich weiter zurückgestellt würden, da nun an der Kirche selbst Sanierungsarbeiten anfielen und man diese erst abwarten wolle.


Mit Blick auf die Radwege auch im Bereich Dietfurt verwies das Stadtoberhaupt darauf, dass der sogenannte Fördertopf „Kernwegenetz“ sowie ein neu aufgelegtes, staatliches Förderprogramm der Stadt Möglichkeiten eröffne, das Radwegenetz zu verbessern. Für den in Dietfurt gewünschten Spielplatz am Schneckenhof wollte Baum noch kein Versprechen abgeben.


Der Schulbetrieb in der von vielen Dietfurtern bereits als Gemeinschaftshaus auserkorenen, örtlichen Schule wird nach den Worten des Rathaus-Chefs heuer eingestellt. Es könne jedoch sein, dass im Zuge der anstehenden Sanierung bzw. des Umbaus des Kindergartens in Schambach Kinder zeitweise in das Dietfurter Schulgebäude ausgelagert werden. Dies sei derzeit noch unklar und hänge von den Details der Baumaßnahmen in Schambach ab. Baum regte jedoch an, mit der Umgestaltung Dietfurts nicht auf eine Umgehung zu warten, sondern alsbald ein Dorferneuerungsverfahren anzustreben – mit dem Gemeinschaftshaus als eines seiner Bestandteile. Bereits im Mai könne dies im Stadtrat thematisiert und im Herbst mit dem zuständigen Amt für Ländliche Entwicklung erörtert werden. Er, Baum, werde diesbezüglich in jedem Fall in engem Dialog mit den Dietfurtern bleiben.


Andreas Lutz von den Stadtwerken Treuchtlingen bot noch einen kurzen Überblick in Sachen DSL-Anschluss. Demnach würden die Stadtwerke nach Vertragsabschluss mit dem Netzanbieter innerhalb von drei Jahren Dietfurt erschließen. Tiefbauarbeiten in privaten Grundstücken seien hierzu nicht nötig. Überhaupt werde man bei anstehenden Bauarbeiten möglichst immer gleich Glasfaserleitungen für schnelles Internet mit einziehen – in welchen Abschnitten, sei derzeit noch unklar.


In der anschließenden Diskussion wurde offenbar, dass ein jahrelanges Warten auf ein Gemeinschaftshaus ganz und gar nicht dem Wunsch der Dietfurter entspricht. Vielmehr solle geprüft werden, ob das Schulhaus nicht schon jetzt provisorisch genutzt werden könnte. Baum wollte sich einer zunächst „kleinen Lösung“ nicht verschließen, es müssten jedoch noch Details geprüft werden. Eine weitere Anregung aus der Runde bezog sich auf das Feuerwehrhaus, auf das man ebenfalls ein Augenmerk richten solle. Aufgrund der derzeit eingesetzten Gerätschaften sei das Ein- und Ausfahren aus dem Haus schwierig, hieß es. Baum wird nach eigenem Bekunden „die Feuerwehr nicht vergessen, allerdings geht nicht alles auf einmal“.


Kritisiert wurde in der Runde außerdem der durch das Überfahren der Brücke entstehende Lärm. Hier werde laut Rathaus-Chef noch heuer im Rahmen von Ausbesserungsarbeiten Abhilfe geschaffen. Darüber hinaus hat es im Ort durch die Bauarbeiten im Zusammenhang mit dem Fernwärmenetz offenbar ziemlich heftige Straßenunebenheiten gegeben, welche laut Baum jedoch ebenfalls behoben werden sollen.


Übergreifender Dorfverein?


Schließlich kam der Vorstoß aus der Runde, im Ort einen übergreifenden Dorfverein ins Leben zu rufen, was auf das Wohlwollen Baums stieß. Allerdings schien unter den anwesenden Dietfurtern die anzustrebende Struktur noch unklar zu sein. Ob es nun ein Verein werden soll, in dem alle anderen Vereine einfach aufgehen oder nur vertreten sind, darüber soll laut Ortssprecher Früh in den kommenden Monaten in Ruhe diskutiert werden.


Weitere Themen waren zwei in Dietfurt aufgestellte LED-Muster-Laternen, auf welche die Stadt später einmal generell umstellen will, außerdem die für die Treuchtlinger Kernstadt eingeführte Anleinpflicht für Hunde mit Auswirkungen auf die Ortsteile sowie die weiterhin unklare Zukunft des leerstehenden Aldi-Marktes an der Heusteige. Darüber hinaus ging es noch um die Friedhofsgestaltung in Dietfurt vor dem Hintergrund stetig zunehmender Urnenbestattungen, die Gestaltung der Kriegsgräber sowie – wie kann es anders sein – um den Biber, der in Dietfurt und auch in anderen Ortsteilen weiter heftig sein Unwesen treibt.


Abschließend wurde auf die eigene Internetseite des Dorfs (www.dietfurt-online.de) und darauf hingewiesen, dass heuer ein besonderes Dorffest mit außergewöhnlichen Attraktionen in Planung ist.

 

Sieghard Hedwig Treuchtlinger Kurier

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