Dienstag, 11.12.2018

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Der Heunischhof erhält neues Leben

Familie Schmidt saniert das stattliche Gutsgebäude aus dem Jahr 1858 - 07.05.2013 08:09 Uhr

Interessante Einblicke: Der Südgiebel des stattlichen Gutshauses mit dem Haupteingang und dessen Steingewände „nackt“ während der Sanierungsarbeiten. © Stanka


Das stattliche Gebäude, das schon von der Staatsstraße aus auffällt, lockte am Wochenende viele Menschen auf den etwas abseits gelegenen Heunischhof. Das Gutshaus, so wie es heute zu sehen ist, steht seit 1858 und ist damit eher ein jüngerer Vertreter der Gattung Jurahaus. Gekennzeichnet ist es aber als solches durch die flache Dachneigung, den Pfettendachstuhl, den Grundriss und die gesamte Bauausführung.


Ob das Gebäude je ein Dach in klassischer Steineindeckung hatte, ist indes nicht klar. Möglicherweise wurde es zu Bauzeiten bereits mit „Zwicktaschen“ eingedeckt – Steinplatten in Biberschwanzform. Im Gebäude sind noch viele Details aus der Zeit vor 150 Jahren erhalten – so zum Beispiel das Gewölbe der alten „Rußküche“, die Türstöcke, alte Treppen und etliches mehr. Auch ein riesiger Gewölbekeller erstreckt sich unter einer Hälfte des Hauses.


Die Hofstelle blickt auf eine sehr lange Geschichte zurück. So ist sie mindestens seit dem Mittelalter präsent. Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1346. Rund um den Hof wurden vor allem Schafe gehalten, weshalb er früher auch „Schafhof“ hieß. Überhaupt war die Hochebene zwischen Treuchtlingen und Auernheim hauptsächlich Weideland, wie auch der Name Auernheims ursprünglich wohl vom Auerochsen herrührt.


Im 17. Jahrhundert wurden die Flächen rund um den Heunischhof gerodet und die Weiden erweitert, im 19. Jahrhundert wurde der Hof geteilt. Diese Teilung ist auch heute noch vorhanden. Der Heunischhof besteht eigentlich aus zwei bäuerlichen Landwirtschaften. Auf dem östlichen Teil steht das stattliche Gutsgebäude, das nun saniert wird.


Viele Wölfe und kaum Wasser


Die Geschichte der Vorbesitzer ist bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurück detailliert dokumentiert. Zu jener Zeit stand noch ein kleineres Haus genau an der Stelle, an der jetzt das große Hofgebäude steht. Es wich 1858 dem damaligen Neubau.


Die Bewirtschaftung des Hofes war in früheren Zeiten immer problematisch. Rund um das Gut trieben Wölfe ihr Unwesen. Und vor allem der Wassermangel auf der Jurahochfläche stellte die Hofbesitzer immer wieder auf die Probe. Das änderte sich erst 1928, als Treuchtlingen die Wasserversorgung über die Fuchsmühlenquellen sicherstellte und auch der Heunischhof einen Hochbehälter erhielt.


Die Höfe getauscht


Die jetzigen Besitzer des Anwesens, die Familie Schmidt, kamen erst im Jahr 1971 auf den Heunischhof. Sie tauschten damals ihren Hof in Gstadt gegen den Heunischhof, der vorher von der Stadt Treuchtlingen übernommen worden war.


Zunächst wohnte die Familie im Hauptgebäude. Später wurde ein modernes Haus auf dem Gelände errichtet. Vor zwei Jahren haben sich Tochter und Schwiegersohn dazu entschlossen, das alte Gebäude zu sanieren und zu nutzen. Die Hälfte des Weges ist dabei nun zurückgelegt. 

Hubert Stanka

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