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Dietfurter Bürger sperrten eine Stunde lang die B 2

Bewohner fordern Umgehung – Bald einziger verbliebener Durchgangsort - 26.09.2014 16:20 Uhr

Bis Dietfurt und nicht weiter: Mit einer einstündigen Blockade der B 2 machten die Bewohner des Treuchtlinger Ortsteils am Freitagnachmittag auf die Verkehrsbelastung in ihrem Dorf aufmerksam. © Shaw


Angesichts des Medieninteresses und der langen Staus, die sich schnell an dem „Nadelöhr“ bildeten, war dieses Signal zumindest bis nach München, vielleicht auch bis nach Berlin sichtbar. Dort berät die Politik derzeit im Zuge der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans über die Straßenbauprojekte der nächsten 15 Jahre. Den Dietfurtern stößt dabei bitter auf, dass sich eine Umfahrung ihres Dorfs trotz des zunehmenden Ausbaus der B 2 nördlich und südlich des Treuchtlinger Ortsteils nach wie vor nicht im „vordringlichen Bedarf“ befindet.

„Dietfurt liegt in der Mitte der Strecke Augsburg-Nürnberg und ist bald der einzig verbliebene Ort ohne Umgehung“, heißt es auf den Flugzetteln, die die Aktivisten bei ihrer Aktion verteilten. In Schwaben sei die Bundesstraße fast vollständig auf eine neue, bürgerfreundliche Trasse verlegt worden. „Warum nicht bei uns?“, fragen die Dorfbewohner. „Die Bürger müssen den Lärm und den Dreck ertragen. Das kann so nicht weitergehen!“

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Nichts geht mehr: Wütende Dietfurter blockierten B2

Genug ist genug, dachten sich einige Dietfurter und blockierten am Freitag kurzerhand eine Stunde lang die B2. Sie sind wütend darüber, dass es für ihren Ort keine Umgehungsstraße gibt und sie den Motorenlärm ertragen müssen. Mit der Aktion wollten sie erreichen, dass man ihr Anliegen in Berlin ernst nimmt. Wenig erfreut zeigten sich die Autofahrer, die wegen der Protestaktion im Stau standen.


Zudem lasse sich Dietfurt „die dringend erforderliche Dorfentwicklung und die Zukunft des Dorfs nicht vom überbordenden Verkehr kaputt machen“. Über Varianten für die konkrete Trassenführung wollten die Demonstranten bei ihrer Blockade noch nicht sprechen. Der erste Schritt sei, die Umgehung in den vordringlichen Bedarf zu bringen.

Bis Dietfurt und nicht weiter: Mit einer einstündigen Blockade der B 2 machten die Bewohner des Treuchtlinger Ortsteils am Freitagnachmittag auf die Verkehrsbelastung in ihrem Dorf aufmerksam. © Shaw


Die Aktion selbst lief relativ reibungslos ab. Die Bundesstraße tatsächlich zu sperren, war gar nicht nötig. Die Dietfurter „parkten“ lediglich völlig legal innerorts ein halbes Dutzend Autos beiderseits versetzt auf der Fahrbahn und ließen den dichten Freitagnachmittagverkehr sein Übriges tun. Nach wenigen Minuten und einigen Autofahrern, die partout nicht warten wollten, ging nichts mehr. Eine halbe Stunde später reichte der Stau Richtung Süden bis auf Höhe Büttelbronn und Richtung Norden bis kurz vor Weißenburg.

„Sorry, dass es heute etwas länger dauert, aber 20.000 Fahrzeuge am Tag sind zu viel!“, entschuldigten sich die Demonstranten auf Plakaten bei den Betroffenen. Die fanden die Aktion freilich nur bedingt unterhaltsam. „Zwei von drei Autofahrern haben uns beschimpft, nur wenige haben uns bestärkt“, berichtete eine Helferin.

Rückendeckung erhielten die Dietfurter von Bürgermeister Werner Baum und dem CSU-Bundestagsabgeordneten Artur Auernhammer. Letzterer begrüßte die Blockade ausdrücklich, mache das bürgerliche Engagement doch „die Entscheidungen in Berlin leichter“. Er sehe die Chancen für die Umgehung nun „mehr gut als schlecht“ und baue ebenso auf die Dorfbewohner, wenn es an die konkrete Trassenplanung gehe.

„Ein wichtiges Zeichen“ war die Aktion auch für Rathauschef Baum, der sich und die Bürger der Altmühlstadt in Sachen Verkehrsplanung „schon etwas alleingelassen“ fühlt. Das gelte nicht nur für Dietfurt, sondern ebenso für die Staatsstraße 2230, die ganz ähnlich wie die B 2 „durchgehend ausgebaut wurde - nur Treuchtlingen wurde vergessen“. Die Polizei ließ die Dietfurter schmunzelnd gewähren – etwas Illegales taten sie ja nicht. 

Patrick Shaw Treuchtlinger Kurier

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