Dienstag, 23.10.2018

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Drei Jahrzehnte Blasmusik aus Wettelsheim

Von Oper bis Bob Dylan: "Frühlingserwachen" und Jubiläum der Feuerwehrkapelle - 07.05.2018 12:12 Uhr

Die Feuerwehrkapelle Wettelsheim zeigte sich in ihrem Jubiläumsjahr musikalisch breit aufgestellt. Das Publikum war begeistert von den akustischen Schmankerln. © Jürgen Leykamm


Die Kantine der Firma Sanipa war deshalb auch mit fast 250 Besuchern bis auf den letzten Platz gefüllt. Für sie galt es an diesem Abend, ein paar Stunden Zeit mitzubringen – genau gesagt fast drei, wenn auch mit Pause.

Mit munteren Polkaklängen ging es los, dazwischen ein lockeres „Heut nehm ich mir Zeit“ im Walzertakt. Schon zur Mitte des ersten Teils wagten sich die Musiker an eine Interpretation von Werken Giuseppe Verdis – die Opern „Aida“ und „Nabucco“ ließen im Potpourri grüßen. Dabei wurde spürbar der Respekt der Musiker vor dem Meisterkomponisten deutlich. Doch auch die schwierigen Stellen meisterte die Kapelle, inklusive dem Trompeten-Staccato.

Ramona und Rainer Lechner führten durch das Programm und bereicherten das Konzert mit ihrem Gesang. © Jürgen Leykamm


Danach ging es mit „I will follow him“ aus dem Streifen „Sister Act“ auf einen Ausflug in die Filmmusik. Vom wohl unerreichbaren Original blieben die Wettelsheimer Musiker dabei gar nicht so weit weg. Den Gesang steuerten Rainer Lechner und seine Tochter Ramona bei – einschließlich der kurzen, aber überschäumenden Solostellen, die auch das i-Tüpfelchen des Filmklassikers bilden. Danach ging es wieder traditionell zur Sache, unter anderem mit der Frage „Kannst Du Knödel kochen?“ Am Ende von Teil eins durften schließlich die Saxophonisten zeigen, was sie drauf haben.

Nach der Pause förderte die Wettelsheimer Truppe ein völlig unterschätztes Werk aus der Tiefe ihres musikalischen Schatzkästchens zutage: Bob Dylans Stück „Wigwam“ ist komplett instrumental und besteht aus einem einzigen, bläserdurchsetzten Melodiebogen. Doch die Kapelle kann auch anders: Mit der „Saragossa Band“ eilte sie anschließend von einem Party-Oldie zum nächsten, durchschwamm die „Rivers of Babylon“ und ließ ein vergnügtes „Obladi-Oblada“ der Beatles folgen.

Von Böhmen ging es danach nach Spanien, und zwischendrin kam der „Fremdenlegionär“ zu Wort – ein Stück, das von Vico Torriani bis Oswald Sattler schon viele Interpretationen erlebt hat und in Wettelsheim mit einem lockeren Shuffle-Rhythmus für Pep sorgte. Ein klanglicher Abstecher an die Eger fehlte ebenfalls nicht. Und es gab noch eine Überraschung: Das Stück „Wir Musikanten“ war auf dem Programmzettel nämlich nicht vermerkt. Gespielt hat es die Kapelle trotzdem, dürfen sich die Musiker doch zurecht auch einmal selbst feiern.

Er freue sich, dass sich unter den Mitgliedern der Feuerwehrkapelle so viele junge befänden, sagte Moderator Rainer Lechner. Das sorge dafür, dass man der Gruppe ihre 30 Jahre nicht ansehe. Seien es in der Anfangszeit noch eine Handvoll Musikanten gewesen, die es auf bestenfalls zwei Auftritte im Jahr brachten, so habe sich erstere Zahl mittlerweile versiebenfacht, die zweite sogar verzehnfacht.

Miriam Goppelt aus Weißenburg nahm die Kapelle an diesem Abend offiziell in ihre Reihen auf. Über eine Freundin ist sie zu den Bläsern gekommen. Selbst genießen darf die Feuerwehrkapelle dann vom 25. bis 28. Mai in Pfraunfeld, wenn die dortige Blaskapelle (die teils auch das Frühlingserwachen beehrte) ihr 50-Jähriges feiert. 

Jürgen Leykamm E-Mail

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