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Enduro-Rennen in Treuchtlingen wurde zur Schlammschlacht

433 Mountainbiker stellten sich den widrigen Bedingungen in Treuchtlingen - 17.04.2016 15:28 Uhr

Da braucht es nicht viele Worte. © Hubert Stanka


Für viele Fahrer – vor allem aus dem Hobbybereich – war das eine heftige Nummer. Die Sonderprüfungen auf den Abfahrten der Treuchtlinger Talspinne haben es eh schon in sich. Wenn dann glitschiger Matsch dazu kommt, kann ein echter Eiertanz daraus werden. Die Organisatoren des RC Germania Weißenburg taten ihr Bes­tes, um trotzdem einen regulären Rennablauf zu garantieren.

Denn am vergangenen Wochenende war bereits zum fünften Mal die Specialized Sram Enduro Serie zu Gast in Treuchtlingen. Bei der noch relativ jungen Mountainbikedisziplin geht es darum, bei einer Rundfahrt zwischen 22 und 33 Kilometern auf festgelegten Abfahrten, in denen die Zeit der Mountainbiker gestoppt wird, die schnellste Abfahrtszeit zu erreichen. Im Gegensatz zu den letzten vier Jahren gab es dieses Jahr jedoch ein eher durchmischtes Wetterprogramm.

Am Samstag, dem Trainingstag, konnten die Mountainbiker den Rennkurs vom Sonntag das erste Mal befahren und somit für den Rennlauf trainieren. Der Wettergott zeigte sich am Trainings einigermaßen gnädig, so dass neben Regenschauern zu Trainings- und auch Rennbeginn der restliche Tag immerhin von oben trocken blieb.

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Enduro in Treuchtlingen: Große Schlammschlacht auf dem Mountainbike

Das Enduro-Rennen 2016 in Treuchtlingen stellte Organisatoren und Sportler vor große Herausforderungen. Immer wieder Regen und etwas Sonne sorgte für tiefe, schlammige und pappige Pisten sowie viele Ausrutscher auf den anspruchsvollen Stages.


Die Strecken blieben jedoch nass und mit jeder Fahrt auf den Strecken stieg der Anspruch. Somit mussten sich die 600 gemeldeten Teilnehmer zum Teil durch bis zu 20 Zentimeter tiefe Schlammrinnen kämpfen. Einige Fahrer entschieden sich bereits am Samstag, auf die Schlammschlacht mit dem Rad zu verzichten, da ihnen die Bedingungen dann doch zu anspruchsvoll waren. So gingen am Sonntag insgesamt noch über 433 Fahrer von über 600 angemeldeten Teilnehmern an den Start.

Während am Tag des Rennlaufs die ersten Starter noch relativ gute Bedingungen vorfanden, wurde die Streckenverhältnisse im Laufe des Tages immer schwieriger. Immer tiefer werdende Schlammrinnen und der zunehmend pappige Schlamm zwangen viele Fahrer dazu, ihr Bike die Strecken hinunterzuschieben. Die Räder blockierten wegen des vielen Schlamms, die Strecken waren mehr eine Rutsch-, denn eine Rennpartie. Allen Teilnehmern wurde neben großem fahrtechnischen Vermögen auch viel Kondition abgefordert.

Da beim Rennlauf die besten Mountainbiker als Letzte starteten, war es vor allem auch für die Zuschauer interessant, wie sich die Profis mit den schwierigsten Bedingungen zurechtfanden. Bei den Frauen kam Raphaela Richter am besten mit den Bedingungen zurecht. Die Bayreutherin gewann bereits im vergangenen Jahr in Treuchtlingen. Bei den Männern hatte Premek Tejchmann aus Tschechien die Nase vorne und bei den Männern über 30 Jahre (Masters) Andre Kleindienst.

Zum Auftaktrennen der Enduro-Serie kam allerlei Prominenz ins Altmühltal. Der amtierende Deutsche Enduromeister Fabian Scholz war ebenso dabei wie der 15-fache Deutsche Meister in der Downhilldisziplin, Marcus Klausmann. Für den RCG besonders erfreulich war der zehnte Platz von Vereinsmitglied Maximilian Gast in der Eliteklasse, der damit sogar zwei Plätze über Fabian Scholz lag.

War die Stimmung unter den Fahrern am Sonntagmorgen wegen der schwierigeren Bedingungen noch etwas verhalten, so war im Ziel vor allem Positives zu hören. Das Rennen war dieses Jahr weitaus anstrengender und anspruchsvoller als bei trockenem Wetter, so die einhellige Meinung der Fahrer. Aller widrigen Bedingungen zum Trotz: die Teilnehmer waren sich einig, dass es ein tolles Rennwochenende war.

Auch der Veranstalter, der RCG Weißenburg, zieht ein positives Fazit. "Die Bergwacht und Rettungssanitäter mussten kein einziges Mal Erste Hilfe leisten", so David Lischka, der Organisator des Rennens. Vermutlich, weil die Fahrer aufgrund der Bedingungen alle einen Gang zurückgeschalten hätten. Besonders gefreut haben ihn und die rund 120 Helfer an dem Wochenende das große Lob von den Fahrern. "Alle waren begeistert von den Strecken."

Die vielen Zuschauer feuerten die Fahrer auf den Abfahrten am Skihang im Heumöderntal frenetisch an - entweder, weil sie beinahe sturzfrei durchkamen oder weil sie die Fahrer nach einem Sturz anfeuerten, wieder aufs Mountainbike zu steigen.

Das Kids-Laufradrennen, das von der Raiffeisenbank gesponsort wurde, war ebenfalls wieder ein voller Erfolg. Insgesamt gingen 12 Kids in zwei Läufen an den Start. Bei den Nachwuchsfahrern gab es natürlich nur Sieger und jeder wurde mit einer Medaille geehrt. Zudem hat der Nachwuchsfahrer Willi Sponseil ein Fahrrad des Seriensponsors Specialized gewonnen.

Die Ergebnisse im Überblick:

Elite Männer:
1. Premek Tejchmann aus Tschechien
2. Zakarias Johansen aus Norwegen
3. Christian Textor aus Deutschland

Elite Frauen:
1. Raphaela Richter aus Bayreuth
2. Veronika Brüchle
3. Stephanie Teltscher

Elite Masters:
1. Andre Kleindienst
2. Benjamin Herold
3. Christian Junker

Alle Ergebnisse finden Sie hier. 

Hubert Stanka/PM

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