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Engstellen lassen den Verkehr in Treuchtlingen stocken

Wenn’s mal wieder länger dauert - 17.03.2018 06:05 Uhr

Stillstand am Mittwochmorgen in der Treuchtlinger Hauptstraße: Ein falsch geparktes Auto (rechts) blockierte die Ausfahrt der Firma Altmühltaler, ein Sattelzug kam nicht mehr vor noch zurück. Problematische Engstellen wie diese gibt es im Stadtgebiet ein halbes Dutzend. © Patrick Shaw


Diese Woche ging mal wieder gar nichts in der Hauptstraße. Ein Autofahrer hatte auf der Sperrfläche direkt neben der Werk­ausfahrt der Firma Altmühltaler geparkt – wohl um die angrenzende Bus­haltestelle nicht zu blo­ckieren, aber nichtsdestotrotz im Parkverbot. Ein Lastwagenfahrer, der trotz des engen Kurvenradius vorbeifahren wollte, blieb mitten auf der Straße stecken. Eine Dreiviertelstunde lang ging gar nichts mehr.

Ein so langer Stau ist für die Altmühlstadt zwar die Ausnahme, doch an einigen Stellen stockt der Verkehr durchaus mit schöner Regelmäßigkeit. Neben dem Lastverkehr, insbesondere dem der Firma Altmühltaler, das Hauptproblem: die engen und niedrigen Bahnunterführungen, die die Gleise zu einer Barriere quer durchs gesamte Stadtgebiet machen.

Die berüchtigste Engstelle ist die Querung in der Oettinger Straße. Immer wieder bleiben Lastwagen an der niedrigen, mit einem starken Gefälle gepaarten Tunneldecke hängen oder müssen vor der Unterführung wenden. Das kann dauern.

Kaum besser sieht es am Bahnhof und bei Graben aus. Lediglich der Tunnel in Gstadt ist hoch genug für große Sattelzüge und Busse. Dafür geht es dort mangels Übersichtlichkeit zur Sache, wenn Autofahrer von der vorfahrtsberechtigten Seite einfahren und nicht zurücksetzen wollen, wenn der Gegenverkehr schon mitten in der Unterführung ist (und dann eben doch Vorrang hat). „Wir wollen zwar keine riesigen Logistikbetriebe in der Innenstadt“, räumt Bürgermeister Werner Baum ein. „Die jetzige Situation behindert die ein oder andere Gewerbeansiedlung aber schon.“

Als weitere Staustelle macht Polizeichef Dieter Meyer vor allem im Berufsverkehr am Freitagnachmittag die Einmündung der Luitpoldstraße in die Oettinger Straße aus. „Wenn dort auf der Linksabbiegerspur ein Auto nicht ganz sauber dasteht, geht nichts mehr voran“, weiß er. Und in der Bürgermeister-Döbler-Allee sei der Lastverkehr vor der Nordausfahrt der Firma Altmühltaler für die Schüler der Senefelder-Schule „ein regelrechter Spießrutenlauf“. An manchen Sommertagen steuern den Mineralwasserabfüller täglich mehr als 70 Sattelzüge an.

„Gottseidank ist da bisher nichts passiert“, sagt Meyer. Mit dem Bau des neuen Hochregallagers an der Heusteige werde es jetzt ja besser: Der Lieferverkehr verteilt sich von den Stoßzeiten auf 24 Stunden, und die betriebseigenen Transporter fahren randvoll, statt nur ein paar Paletten abzuholen. „Das Lager ist ein Riesenvorteil“, so der Polizeichef.

Und das heiße Eisen „Umgehung“? Nach dem Bürgerentscheid gegen die „Nagelbergtrasse“ im Jahr 2005 und einem einstimmigen Stadtratsbeschluss für eine „Nordspange“ zwei Jahre später verschwand es erst einmal in der Schublade. 2014 beauftragte der Stadtrat dann zwei Ingenieurbüros mit der Prüfung möglicher Trassen. Und vor zwei Jahren brachte Bürgermeister Baum das Thema im Zuge des Baus der B2-Umgehung von Dettenheim wieder ins Gespräch. An sie soll die Nordspange einmal anschließen.

„Seither arbeitet die Verwaltung daran“, betont der Rathauschef. Der topografisch schwierige Teil zwischen Wettelsheimer Keller und Altmühl sei ohnehin „immer unstrittig gewesen“. In letzter Zeit habe es jedoch wichtigere Projekte gegeben, wie etwa die Umgehung von Dietfurt. Deshalb habe man die Arbeit an der Nordumfahrung zurückgestellt. „Ich gehe aber fest davon aus, dass wir das Thema im Stadtrat dieses Jahr noch intensiv diskutieren werden“, so Baum. 

Patrick Shaw Redaktion Treuchtlinger Kurier E-Mail

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