Donnerstag, 15.11.2018

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Fernsehjournalistin ist in Treuchtlingen geboren

Porträt Andrea Lauterbach: „Ich bin überhaupt keine Labormaus“ - 07.09.2012 07:31 Uhr

Die Arbeit mit Kindern macht Lauterbach besonders viel Spaß; hier der Dreh für den aktuellen SOS-Kinderdorf-Spot. © SOS-Kinderdorf e.V. / Karsten Arndt


In ihrem „früheren Leben“ hieß Andrea Lauterbach mit Mädchennamen Feilen und ist in Treuchtlingen geboren sowie aufgewachsen. Ein Mode-Model – wie man nun meinen könnte – ist sie aber nicht geworden. Die Zeitschrift Brigitte arbeitet seit mittlerweile drei Jahren ohne professionelle Models. Und so kam Andrea Lauterbach als eine Frau, die mitten im Leben steht, auf die Titelseite der größten deutschen Frauen-Zeitschrift.


Dieses berufliche Leben hat es in sich. Lauterbach hat nach ihrer Zeit auf der Treuchtlinger Senefelder-Schule und ihrem Abitur in Weißenburg ein Biologie-Studium in Erlangen aufgenommen. Zunächst wollte sie eigentlich in die Forschung, stellte dann aber relativ schnell fest, dass das nichts für sie ist. „Ich bin keine Labormaus.“ Bei dem Weißenburger Foto-Studio Kastenhuber hatte sie zwischenzeitlich ein Praktikum absolviert, bei dem sie spürte, dass das Kreative eher ihr Ding ist.


Die Konsequenz daraus: Sie wollte gezielt ihr Fachwissen aus dem Studium mit dem Kreativen verbinden. Ihre Studien führten sie später nach Australien, München und Kanada. Zwischenzeitlich absolvierte sie während der Semesterferien ein Praktikum bei „Welt der Wunder“, zu dem sie eher durch Zufall kam. „Hier erkannte ich, dass ich genau das machen will“, ist heute im Rückblick ihr Kommentar zu diesem Lebensabschnitt. Nämlich fachliches Wissen für den Laien verständlich erzählen und in Wort und Bild darstellen. Sie entschied sich daraufhin, nur noch nach ihren eigenen Interessen zu studieren.


Als sie in Kanada von einem ihr aus dem Praktikum bekannten Redakteur besucht wurde, forschte sie gerade an den Inkas. Ihr Fachgebiet: Anthropologie und Humangenetik. Sie etablierte ein Verfahren zur Bestimmung des Sterbealters anhand der Zahnwurzel von menschlichen Skeletten aus der Vor- und Frühgeschichte. Da­rüber schrieb sie auch ihre Diplomarbeit – und „Welt der Wunder“ war mit dabei. Später folgte ein Volontariat bei diesem Fernsehformat mit Stationen bei RTL und der Hamburger Journalistenschule.


Damit begann ihr berufliches Schaffen aber erst richtig. Sie wollte in die Selbstständigkeit. Und da taten sich ihr erneut Chancen auf. Der Bayerische Rundfunk suchte für die Sendung „Die Sprechstunde“ eine neue Anchorwoman als Nachfolgerin von Antje-Katrin Kühnemann. Darauf bewarb sie sich. Das Format wurde aber vorher umstrukturiert, und es entstand die Sendung „Gesundheit!“, die nicht moderiert ist. Aber dafür wurde die quirlige Journalistin zum neuen Gesicht beim ARD-Ratgeber Gesundheit. Diese Sendung moderierte sie zwei Jahre lang, bevor Susanne Holst ihre Nachfolgerin wurde.

Andrea Lauterbach lacht die Leserinnen auf der Brigitte-Titelseite an. © Stanka



Lauterbach widmet sich seitdem mehr der kreativen Arbeit und ist nun als Produzentin, Regisseurin und Drehbuchschreiberin tätig. Ihr aktuelles Projekt ist ein Werbespot für SOS Kinderdorf Deutschland, der ab diesem Monat im Fernsehen und den Kinos zu sehen ist – und auch auf Youtube unter www.youtube.com/soskinderdorf. Mit Kindern kommt die Filmemacherin, die übrigens heute ihren 34. Geburtstag feiert, besonders gut klar. Für Premiere moderierte sie bereits ein auf Kinder zugeschnittenes Tiermagazin.


Andrea Lauterbach ist häufig in Treuchtlingen bei ihrer Mutter zu Besuch. Wenn man sie heute darauf anspricht, was sie mit der Altmühlstadt verbindet, dann sind das neben vielen Jugendfreundschaften die lokalen Feste, der Wettelsheimer Keller „mit den weltweit besten Bratwürs­ten“ – und es sind viele Erinnerungen an ihre Zeit auf der Reitkoppel in Gstadt und den Altmühlwiesen sowie an die Schule.


Und wie kam die prominente Fernsehmacherin auf die Brigitte-Titelseite? Wiederum nur durch Zufall. So war sie eigentlich über eine ihr bekannte Agentur angesprochen worden, bei der Suche nach „Frauen mit Ausstrahlung“ zu helfen. Diese Agentur castete eben diese Brigitte-„Titelfrauen“. Und dann kam schnell die Frage auf: „Warum machst du das nicht selber?“


Mit der Kampagne, nur noch Frauen auf den Titel zu bringen, die keine Models sind, hat sich die Zeitschrift Brigitte viele Sympathien erobert. Das ist allerdings nun in Gefahr, denn Andrea Lauterbach ist wohl eine der letzten „normalen“ Frauen auf dem Titel. Die Brigitte hat angekündigt, nun wieder auf professionelle Models zu setzen. Damit hat sie bereits größeren Widerspruch in der Leserschaft provoziert.


Übrigens: Die „Brigitte“ ist mit ihrem „Treuchtlinger Cover-Girl“ in dieser Woche in Treuchtlingen natürlich ausverkauft... 

Hubert Stanka

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