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Feuerwehrkapelle Wettelsheim: Eine Erfolgsgeschichte

Vor 30 Jahren spielten junge Feuerwehrler zu einem Geburtstag und blieben dann zusammen - 06.12.2018 12:25 Uhr

Die Wettelsheimer Feuerwehrkapelle ist seit 30 Jahren ein gern gesehener Gast bei Festen und Umzügen in Treuchtlingen und Umgebung. © privat


Im Mai 1988 kam der damalige Vorsitzende der Wettelsheimer Floriansjünger, Helmut Hüttinger, anläss­lich seines 60. Geburtstags auf Günter Schwimmer zu und fragte, ob dieser nicht zusammen mit einigen jungen Feuerwehrlern bei der Feier „ein paar Töne mit den Hörnern“ spielen könne. Er konnte, und nach dem erfolgreichen Start kam Schwimmer die Idee, eine Kapelle zu gründen.

Mit Hüttingers Unterstützung, der sich um die Instrumente und einen Proberaum kümmerte, saßen kurz darauf die Gründungsmitglieder Günter Schwimmer, Karlheinz Neumeier, Friedrich Renner, Markus Reißlein, Wolfgang Rösch, Wolfgang Geißelmeier, Dieter Späth, Man­fred Schwimmer und Klaus Kas­tenhuber zur ersten Probe im Feuerwehrhaus zusammen. Dabei verliefen die Erstversuche alles andere als erfolgreich. Hinzu kam, dass die meisten Mitspieler ein Vereinsinstrument des kirchlichen Posaunenchors hatten, der verlangte, dass die Kapelle sonntags nur dann spielen dürfe, wenn seine Musiker nicht gleichzeitig dem Posaunenchor verpflichtet seien.

Finanzieller Kraftakt

Also musste eine eigene Ausrüstung her. Die Gründungsmitglieder machten sich auf den Weg nach Würzburg und kauften sich dort alle ein eigenes Instrument. Nur die Tuba war ein Problem, denn sie war zu teuer. Die nötige Finanzspritze dazu gab schließlich Wolfgang Späth, ein großer Freund und Gönner der Kapelle sowie zugleich Bruder des damaligen und auch heutigen Tubisten. So konnte es mit dem Ensemble ohne Bindung an den Posaunenchor weitergehen, und mit der Zeit schlossen sich immer mehr Musiker der Kapelle an.

Knapp ein Jahr später, im März 1989, stand der erste große Auftritt im Freien an. Die Begleitung des Vereinslokalwechsels der Feuerwehr meis­terte die Kapelle souverän. Vereinschef Hüttinger betrieb zudem eifrig Werbung, sodass die Formation bald auch für Umzüge außerhalb Wettelsheims angefragt wurde – beginnend mit dem Feuerwehrfest in Muhr am See im Juni desselben Jahres. Da niemand wusste, ob die einstudierten Märsche für die Festzug-Strecke ausreichen würden, testeten Schwimmer und Hüttinger dies vorab persönlich.

Sanipa half aus

Die Kapelle wuchs weiter, wodurch der Proberaum im Feuerwehrhaus schnell zu klein wurde. Eine Alternative bot der damalige Inhaber der Firma Sanipa, Dieter Kerth, an und ließ die Musiker in der Kantine seines Unternehmens proben. Sogar eine neue Decke ließ Kerth zwecks besserer Akustik einbauen. Bis heute dient die Kantine als Proberaum.

Ihr zehnjähriges Bestehen feierte die Feuerwehrkapelle 1998 mit einem viertägigen Fest samt Sternmarsch mit den benachbarten Kapellen. Zum 20-Jährigen im Jahr 2008 gab es dagegen nur ein internes Fest. Im selben Jahr trat die Kapelle dem Nordbayerischen Musikbund bei.

Die Ausbildung von Jungmusikanten schreiben die Wettelsheimer schon seit 1994 groß. 2010 legten die ersten Sprösslinge ihre Leistungsabzeichen in Bronze ab. Annalena Schwimmer und Michael Hampel legten ein Jahr später das silberne Abzeichen nach. Weitere Nachwuchsmusiker folgten diesem Beispiel.

Eine junge Truppe

Zur 25-Jahr-Feier entschied sich die mittlerweile relativ junge Truppe dann erneut für ein großes Fest zusammen mit der Dorfgemeinschaft, den Ortsvereinen und Freunden. Doch der „Wettergott“ spielte nicht mit. Es regnete in Strömen, sodass der Sternmarsch ins Wasser fiel und die Kapellen stattdessen im Zelt spielen mussten.

Wer heuer zum 30. Geburtstag in die Reihen der Feuerwehrkapelle Wettelsheim blickt, erkennt, dass sich das Ensemble auch weiterhin immer wieder verjüngt. Wer Lust aufs Mitspielen hat, ist jederzeit willkommen. Die Proben finden immer freitags statt, weitere Informationen gibt es im Internet unter www.fw-kapelle-wettelsheim.de. 

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