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Floriansjünger Wettelsheim-Falbenthal feierten

Drei Tage "Ausnahmezustand" – Von der Rock-Party bis zum Festumzug - 02.06.2015 07:24 Uhr

Die Jubelwehr selbst war beim Festumzug flankiert von reizenden Festdamen. Die Strapazen der Feierlichkeiten wussten die Akteure jedoch zu diesem Zeitpunkt noch erfolgreich zu verbergen... © Hedwig


Die Freiwillige Feuerwehr Wettelsheim-Falbenthal feierte bekanntlich am vergangenen Wochenende ihr 150-jähriges Jubiläum. Bereits die Rockparty am Freitag zum Auftakt war fulminant – und so ging es auch weiter.
Aber der Reihe nach: Mit einer flotten Rock- und HipHop-Nacht hat die Freiwillige Feuerwehr Wettelsheim-Falbenthal beim Auftakt ihr Jubiläumswochenende zum 150-jährigen Bestehen eingeläutet. Vor allem die Publikumsmagneten und Lokalmatadoren von „ALC“ ließen das mit rund 2400 Besuchern proppenvolle Festzelt kochen.


Schon gegen 21 Uhr war das Ende der Schlange vom Eingang des Festplatzes aus nicht mehr zu sehen. Während drinnen im Zelt bereits die jungen Weißenburger Coverrocker von „Raze the Wall“ die Stimmung anheizten, mussten viele der jugendlichen Partygänger und „ALC“-Fans draußen bis zu eine Stunde lang anstehen. Trotzdem verlief alles geordnet, und die Organisatoren freuten sich sichtlich über den großen Zuspruch.


Die Belohnung fürs Warten gab es dann am späteren Abend in Form von fetten Beats, funkigen Melodien und frechen deutschen Texten – vom Fränkischen Seenland bis hin zu anderen „Feuchtgebieten“. Die Treuchtlinger Sebastian Ferschl, Axel Becker und Tobias Weißhaupt alias „All Liquor Clique“ („ALC“) samt Band um Schlagzeuger Erik Scheffel bewiesen einmal mehr, wie gut ihre Gute-Laune-Kracher zum Mitsingen und Mittanzen bei der jungen Generation ankommen.


Am Samstagabend gaben sich dann die Funktionäre aus Feuerwehr, Politik und Gesellschaftsleben ein Stelldichein, während draußen vor dem Zelt unter anderem ein Kinder-Karussell, eine Schießbude sowie eine Schiffschaukel lockten.  


Von Landrat-Stellvertreter Robert Westphal bis hin zum Kreisbrandin­spektor Norbert Becker waren sich alle einig, dass die Feuerwehr Wettelsheim-Falbenthal auf eine lange und respektable Tradition zurückblicken könne. „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ sei auch hier stets der Leitspruch gewesen. Zudem sei es der Wehr gelungen, den Gemeinschaftsgeist weiter zu tragen und vor allem die Jugend für diesen Tenor zu gewinnen.


Der Vorsitzende Florian Bleicher dankte in seinem Grußwort allen Helfern und Unterstützern, darunter örtlichen Geldinstituten und hiesigen Firmen. Ein weiterer Dank galt den politischen Funktionsträgern sowie den Ortsvereinen. In allen Grußworten kam zum Ausdruck, das die Wehren einen wesentlichen Anteil am öffentlichen Leben sowie einen unverzichtbaren Beitrag zum sozialen Gefüge leisteten. Kameradschaft und Zusammengehörigkeitsgefühl seien wesentliche Eckpfeiler, die auch in anderen Lebensbereichen hilfreich seien.


Längst hätten sich die Herausforderungen an die Wehren geändert. Es gehe schon lange nicht mehr allein ums Löschen irgendeines Feuers; vielmehr seien die Floriansjünger im wohlverstandenen Sinne multiple Rettungskräfte, die sich völlig neuen Situationen ausgesetzt sehen würden – von der technischen Hilfeleistung bis hin zum Digitalfunk. Das allseits gezeigte Ehrenamt und soziale Engagement der älteren Akteure seien dabei ein Beispiel für die Jungen, nämlich es ihnen gleichzutun.


Und gerade im Hinblick auf die Jugendarbeit hat die  Feuerwehr Wettelsheim-Falbenthal offenbar hervorragende Arbeit geleistet, so hieß es einhellig. Sie hat vor 20 Jahren eine Jugend-Feuerwehr gegründet, und in jüngster Vergangenheit wurde eine Kinder-Feuerwehr aus der Taufe gehoben. „Den guten Gedanken weitertragen“, – so könnte man dieses Bestreben überschreiben.


Landrat-Stellvertreter Robert Westphal wies darauf hin, dass es im Landkreis 127 Wehren gebe – mit insgesamt rund 5.500 Feuerwehrlern. Der soziale Aspekt in den Dörfern und Ortsteilen spiele allein schon von daher eine zentrale Rolle: „150 Jahre Feuerwehr Wettelsheim-Falbenthal – das heißt im Fazit: Mehrere Generationen haben hier gewirkt und gleichzeitig ihr Bestreben an die Nachkömmlinge weitergegeben“, so hieß es sinngemäß.  Somit sei das Feuerwehrwesen nicht nur unabdingbar für den Rettungsfall, sondern auch ein Abbild einer intakten Gesellschaft und gleichzeitig Ansporn für den Nachwuchs, nämlich in dieselben Fußstapfen zu treten. Damit war man auch schon bei den Ehrungen der „Langgedienten“.


Mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold wurde Gerhard Patscheider für 40 Jahre im Dienst am Nächs­ten gewürdigt, gefolgt von Günter Schwimmer und Wolfgang Ott, die nun schon ein Vierteljahrhundert ehrenvoll ihren Job machen.
Es gab aber auch noch vereins­interne Ehrungen. So kann Matthias Haunstetter auf zehn Jahre bei den Feuerwehrlern stolz sein, und zwei Jahrzehnte haben Stefan Hüttmeyer, Marco Satzinger und Florian Bleicher auf dem Konto. Auf 30 Jahre können Wolfgang Auer und Günter Ott zurückblicken. Das passive Mitglied Wilhelm Saalbaum wurde darüber hinaus an dem Abend zum Ehrenmitglied ernannt.


Auch sonst war der Festkommers geprägt von gegenseitigen Aufmerksamkeiten. Es gab ein freundschaftliches Miteinander zwischen dem Jubelverein und dem Patenverein Bubenheim, was auch mit gegenseitigen Präsenten einherging. Außerdem wurde die – einstmals vom ehemaligen Sanipa-Firmenchef Dieter Kerth ins Leben gerufene – Verbindung zum Partnerverein Crossen/Thüringen bekräftigt. Auch hier gab es wohlwollende Worte sowie Präsente.


Nach dem offiziellen Teil mit Ehrungen, Grußworten und Vereinsinterna gingen die acht Musiker der „Schlawiner“ klangvoll ans Werk und brachten das gut gefüllte Zelt rasch in Wallung. Tags darauf stand nach einem Festgottesdienst, einem musikalischen Frühschoppen sowie einem gemeinsamen Mittagessen der große Festumzug auf dem Programm. Über 90 Vereine und Gruppierungen hatten sich im Ortszentrum zusammengefunden, um dem Jubelverein ihren Respekt zu erweisen. Der ganze Tross bewegte sich gut gelaunt und stimmungsvoll durch die von Besuchern und Anwohnern stark umsäumten Straßen des Rohrachortes.


Seinen würdigen Abschluss fand das gut organisierte Jubiläum mit seinem von der Feuerwehrkapelle Wettelsheim begleiteten Einzug ins Festzelt sowie dem klanglichen Ausklang mit den Musikern von „Herzblatt“.

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Eine der ältesten Wehren im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen feierte an diesem Wochenende ihr 150-jähriges Bestehen. Nach einer überaus gutbesuchten Rock-Party am Freitag sah auch am Samstag und Sonntag das 2.000 Leute fassende Festzelt unzählige Besucher. Diese Feuerwehr ist stolz auf ihre lange Tradition - und das völlig mit Recht.


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Sieghard Hedwig

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