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Gedenken an die Pogromnacht vom 9. November 1938

Zeitzeugin Eva Franz und Extremismusexpertin Birgit Mair im Treuchtlinger Forsthaus - 02.11.2016 06:05 Uhr

Ein Foto aus der Zeit vor dem Pogrom: Mutter und Tochter Franz in glücklicheren Tagen. © privat


Die Gedenkveranstaltung findet heuer in Treuchtlingen bereits am Sonntag, 6. November, statt. Ab 16 Uhr sind die Besucher im Kulturzent­rum Forsthaus zum gemütlichen Beisammensein bei Kaffee, Tee und Gebäck eingeladen. Um 17 Uhr beginnt dann die eigentliche Gedenkstunde.

Die Diplom-Sozialwirtin, Autorin und Rechtsextremismus-Expertin Birgit Mair ist Mitgründerin des Nürnberger Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung. Nach ihrem Vortrag kommt sie mit einer Zeitzeugin ins Gespräch: Eva Franz ist eine Überlebende der Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, Ravensbrück und Bergen-Belsen. Sie berichtet aus ihrem Leben und von den schrecklichen Erlebnissen während der NS-Diktatur.

Bis heute trägt Eva Franz die Häftlingsnummer 4167, die ihr in Auschwitz in den linken Unterarm tätowiert wurde. Sie und ihre Familie wurden verfolgt, weil sie der Gruppe der Sinti und Roma angehörten. Franz’ Mutter wurde im Konzentrationslager Bergen-Belsen ermordet.

Als Einstieg in die Gedenkveranstaltung gibt Birgit Mair einen Überblick über die jüngsten Entwicklungen der rechtsextremen Szene in Mittelfranken. Zum Abschluss des Abends besteht Gelegenheit für Fragen aus dem Publikum.

Bei den Novemberpogromen, auch (Reichs-)Kristallnacht oder Reichspogromnacht genannt, ermordeten die Nationalsozialisten vom 7. bis 13. November 1938 rund 400 Juden im gesamten Deutschen Reich. Der von den Nazis aufgestachelte Mob zerstörte mehr als 1400 Synagogen und Beträume sowie Tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe. Etwa 30.000 Juden wurden in Konzentrationslager verschleppt, wo Hunderte weitere getötet wurden. Knapp drei Jahre später mündete die systematische Verfolgung in den Holocaust. 

pm

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