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Hier schlägt Treuchtlingens Wasser-Herz

Einblick in unbekannte Unterwelten: Hochbehälter am Nagelberg wird aufwändig saniert - 09.12.2016 07:56 Uhr

Geheimnisvolle Halle im Fels des Nagelbergs: Hier schlägt das Herz der Treuchtlinger Wasserversorgung. © Hubert Stanka


Seit etlichen Wochen fällt aufmerksamen Spaziergängern ein Kran auf, der am Hang des Nagelbergs aus dem Wald ragt. Dort wird derzeit der Hochbehälter saniert. Die Nachricht hört sich zunächst unspektakulär an. Wenn man erfährt, dass dies ein Millionenprojekt ist, will man dann aber schon einmal genauer hinschauen. Denn hier ist eine der Ursachen für den höheren Wasserpreis zu suchen.

Wasser muss nach den gesetzlichen Vorgaben kostendeckend an die Bürger verteilt werden. Das heißt, dass alle Kosten auf den Wasserpreis umgelegt werden müssen, und damit eben auch die Sanierung des Hochbehälters.

Von diesem Reservoir war bislang äußerlich nur wenig zu sehen, außer einer Art Hügel, einem Betonhäuschen und einer steilen Treppe. Dies ändert sich gerade, weil der bisherige Zugang zu einer Zufahrt aufgeweitet wird. Dabei wird jetzt schon von außen sichtbar, dass sich hier ein deutlich größeres Gebäude im Hang verbirgt, als vermutet. Tritt man als Unkundiger durch die unauffällige Edelstahltür, ist man über die Dimensionen des versteckten „Wasserbunkers“ überrascht. Es öffnet sich ein gewaltiger Saal. In der Mitte ein feuchter Gang, rechts und links riesige, vier Meter tiefe Wasserbecken – gefüllt mir klars­tem Trinkwasser.

Bilderstrecke zum Thema

Sanierung des Hochbehälters am Treuchtlinger Nagelberg

Verborgene Gänge tief im Fels des Nagelbergs: In die riesigen Katakomben, aus denen in Treuchtlingen das Trinkwasser kommt, verirrt sich sonst kaum ein Bürger.


2500 Kubikmeter dümpeln hier vor sich hin und werden laufend in das Treuchtlinger Wassernetz geschickt. Hier schlägt im Jurastein des Nagelbergs versteckt das Herz der städtischen Wasserversorgung. Vom Hochbehälter werden die Wassermassen weiter in kleinere Hochbehälter verteilt, zum Beispiel an der Ziegelhütte.

Technik war 40 Jahre unverändert

Wie Max Filser und Mathias Ersfeld von den Treuchtlinger Stadtwerken erklären, ist die Technik in die Jahre gekommen. Der Hochbehälter wurde 1978 errichtet, die Technik ist seitdem unverändert. Das betrifft zum einen die Elektrik, zum anderen die Rohrinstallation und die Becken. Der gesamte Behälter wird nun auf den aktuellen Stand der Technik gebracht.

Soll heißen, dass eben alles komplett erneuert wird. Die Rohre sind in dem ständig feuchten Millieu deutlich korrodiert. Die beiden getrennten Wasserbecken sollen für Wartungsarbeiten besser zugänglich und auch vom Gang getrennt werden, um Kondenswasserbildung zu vermeiden. Die Elektrik wird komplett ausgetauscht.

Damit das alles geschehen kann, musste auch eine neue Zufahrt angelegt werden, da einige neue Teile für den Hochbehälter tonnenschwer sind und über die bisherigen Wege nicht antransportiert werden können. Das komplette Bauwerk wird künftig von der rückwärtigen Seite erschlossen. Dazu muss ein neuer Eingangsbereich betoniert werden.

Seit September wird nun gebaggert, Stein gebrochen und betoniert. Erst wenn das Bauwerk von außen fertig ist, geht es an das Innenleben. Bis etwa Mai nächsten Jahres soll die Sanierung abgeschlossen sein.

Die Arbeiten müssen im Winterhalbjahr über die Bühne gehen, weil in dieser Jahreszeit der Wasserverbrauch am niedrigsten ist. So reicht während der Arbeiten abwechselnd nur eines der beiden Wasserbecken als Puffer aus, während das andere saniert werden kann.

„Für diese Modernisierung werden uns Generationen von Wasserwarten dankbar sein“, sagt Christian Petter vom Neumarkter Ingenieurbüro Petter, das dieses Projekt plant. Die gesamten Erd- und Betonarbeiten werden übrigens von der Treuchtlinger Firma Simon Hüttinger bewerkstelligt. 

Hubert Stanka

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