Mittwoch, 21.11.2018

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Insekten im Altmühltal sollen summen

Netzwerk-Akteure tauschten sich aus - Treuchtlinger Jugendliche vielfach aktiv - 27.10.2018 06:05 Uhr

Jugendsozialarbeiter Martin Bruhn (mit Hut) und die Helfer des Treuchtlinger Jugendrats und der VfL-Baskets trafen sich in Graben zum Arbeitseinsatz am Auen-Erlebnis-Pfad. © Marlit Bauch


So trafen sich junge Sportler der VfL-Baskets, die Mädels des Treuchtlinger Jugendrats sowie Jugendsozialarbeiter Martin Bruhn und Umweltstationspraktikant Merlin Philipp kürzlich zum Arbeitseinsatz an der Altmühl bei Graben. Die riesigen Grasflächen am Auen-Erlebnis-Pfad waren einige Tage zuvor von Mitarbeitern des Wasserwirtschaftsamts gemäht worden. Mit viel Spaß und Engagement machten sich die Jugendlichen daran, das Mähgut zu Haufen zusammenzurechen. Nach getaner Arbeit gab es als Dankeschön des Naturparkzentrums ein Mittagessen mit Suppe und „Kuchenbergen“.

Ebenfalls im Einsatz für Natur und Blühflächen waren die Schüler der Senefelder-Schule. Zweimal im Jahr pflegen sie eigenhändig das Schambachried, um dieses ökologische Kleinod zu erhalten. Die markante Sumpflandschaft mit den umgebenden Feuchtwiesen ist eines der ältesten Naturschutzgebiete Mittelfrankens, dessen prächtiger Pflanzenbewuchs aber nur erhalten bleibt, wenn sie gegen Verbuschung und wucherndes Schilf regelmäßig gemäht wird.

Zwei Klassen der Treuchtlinger Senefelder-Schule trafen sich kürzlich mit Helfern der Jugendwerkstatt Langenaltheim, des Bund Naturschutz und des Landschaftspflegeverbands sowie Landwirt Klaus Schmidt zur Herbstmahd im Schambachried. © Landschaftspflegeverband


Aufwendige Pflege im Sumpf

Zusammen mit dem Landschaftspflegeverband, dem Bund Naturschutz, der Jugendwerkstatt Langenaltheim sowie dem Landwirt und langjährigen Pfleger Klaus Schmidt erledigten die Klassen 8a des Mittelschulzugs und 10b der Real­schule die Herbstmahd. Das Schnittgut mussten sie dabei in den labilen Moorbereichen von Hand zusammenrechen und mit Planen herausziehen, um seltene Pflanzen wie die Mehlprimel oder zahlreiche Orchideenarten nicht zu beschädigen und ihnen wieder zu Luft und Licht zu verhelfen.

Wegen der diesjährigen Tro­ckenheit bekam dabei keiner der knapp 50 Schüler nasse Füße, wenngleich viele trotzdem ordentlich schwitzten. Da kam es gerade recht, dass der Bund Naturschutz als Eigentümer des Rieds den fleißigen Naturschützern eine Brotzeit spendierte.

Mehrere weitere, teils innerstädtische Blühflächen hat das Treuchtlinger Naturparkzentrum seit dem vergangenen Jahr mit der Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helfer angelegt. Mitgearbeitet haben Regionalpolitiker, Schulen, Kindergärten, Imker, Gartenbauvereine und viele Privatpersonen unter der Leitung der Naturparkführer. Die Areale in Treuchtlingen, Solnhofen und Ober­eichstätt wurden mit heimischem Saatgut eingesät und sollen für mehr blühende Wiesen im öffentlichen Raum sorgen, um Insekten Nahrung zu bieten.

Drei Viertel weniger Insekten

„Das ist auch dringend nötig, denn die Honigbiene und all ihre wilden Verwandten haben es schwer zu überleben“, erklärt die Hauptorganisatorin und Naturparkzentrums-Leiterin Marlit Bauch. Die Forscher des Entomologischen Vereins aus Krefeld haben nachgewiesen, dass die Biomasse der Insekten in Deutschland seit 1990 auf ein Viertel des damaligen Wertes zurückgegangen ist.

Viele engagierte Bürger im bundesweiten Netzwerk „Deutschland summt“ legen deshalb blühende „Archen“ an und unterstützen so die fliegenden Winzlinge. Auch die Stadt Treuchtlingen ist seit 2017 Mitglied und trägt als offizieller Partner den Titel „Treuchtlingen summt“.

Die Akteure dieses regionalen Netzwerks trafen sich nun zum Erfahrungsaustausch in Solnhofen. Marlit Bauch gab dabei einen Überblick über das bisher Geleistete und stellte die Einzelprojekte vor. Anschließend besprachen die Teilnehmer Probleme und tauschten Informationen aus, bevor sie gemeinsam die rund um das Solnhofener Rathaus angelegten Blühflächen besuchten.

Die „blühende Achse“ der hiesigen Netzwerkpartner von „Deutschland summt“ verläuft laut Bauch inzwischen quer durch den Naturpark Altmühltal. Von Beilngries spannt sich das Band der „summenden Gemeinden“ über Eichstätt und Obereichstätt, Solnhofen und Pappenheim bis nach Treuchtlingen. 

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