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Kongress der HAM in Treuchtlingen

Kongress widmete sich regionalen Themen – Anbieter beklagen fehlende Vernetzung - 25.11.2014 07:34 Uhr

John S. Hull zeigte beim Kongress im HAM-Hörsaal den Gästen nicht nur tolle Videos.

John S. Hull zeigte beim Kongress im HAM-Hörsaal den Gästen nicht nur tolle Videos. © Hubert Stanka


Als Schirmherr des Kongresses fungierte der Treuchtlinger Bürgermeister Werner Baum, der sich nach seinen Worten der Hochschule zugehörig fühlt. In den letzten Jahren, so Baum bei seinem Grußwort, habe sich einiges aufgebaut. Und die Studenten der Hochschule hätten Treuchtlingen schätzen gelernt. Zwar hätten beide Seiten gehofft, dass man das Projekt Hochschule schneller voranbringen könnte, aber es gehe schrittweise voran. Baum erwähnte dabei die Beachsportanlage und zeigte sich zuversichtlich, dass am Campus und in einem Steinbruch ein Kletterzentrum entsteht. Beim Thema Mountainbike, das in Treuchtlingen seit drei Jahren hohen Stellenwert genieße, sei die HAM eine Art Geburtshelfer gewesen. „Die HAM bringt Chancen in die Region“, so Baum.

Der Präsident der Hochschule, Prof. Dr. Dr. Claudius Schikora, zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung des Standortes Treuchtlingen. Das Zusammenspiel mit der Zentrale in Erding funktioniere gut. Die Studenten rief er auf, die Praxisverzahnungen zu nutzen. Dem akademischen Leiter der Treuchtlinger HAM, Manuel Sand, gratulierte Schikora indes zum frisch erworbenen Doktortitel.

Fast schon traditionell war beim Adventurekongress mit John S. Hull ein Vertreter der Thompson-Rivers-University aus Kanada zu Gast. Er hatte in seinem Vortrag begeisternde Videoclips im Gepäck, die zeigten, wie breit das Spektrum von „Adventure“-Tourismus sein kann – von Schlittenhunden in Grönland bis zum Wandern in Kanada. Und er machte klar, worauf es bei der Vermarktung ankommt, nämlich auf Bilder und Emotionen.

Region als Schwerpunktthema

Der inhaltliche Hauptteil des Tages widmete sich aber regionalen Angeboten. Vier Firmen (Walderlebnispark Pappenheim, Baboons, Quadevent und San-aktiv-Tours) präsentierten sich in „Pecha-Kucha“-Kurzvorträgen. In anschließenden Workshops ging es um die Bedeutung von regionalen Tourismusangeboten und -entwicklungen in Altmühlfranken sowie die Theorie von Zielgruppenfindung.

Vier Treuchtlinger Studenten erhielten viel Applaus für ihr Projekt „SUP-A-LOT“.

Vier Treuchtlinger Studenten erhielten viel Applaus für ihr Projekt „SUP-A-LOT“. © Hubert Stanka


In einer kurzen Analyserunde aus den Workshops gab es einige Ergebnisse, die klaren Handlungsbedarf an den lokalen Strukturen ergaben. So beklagten die lokalen Anbieter die fehlende Vernetzung im Landkreis. Gefordert sei laut Andreas Spieler von der Hubert Schwarz GmbH mehr „Kooperenz“ (eine Mischung aus Kooperation und Konkurrenz). Für diese müsste es eine zentrale Anlauf- und Koordinationsstelle im Landkreis geben. Die Firmen sehen die beiden Zweckverbände Naturpark Altmühltal und Fränkisches Seenland, die eigentlich für diesen Bereich und das Marketing zuständig sind, als zu stark in andere regionale Zwänge eingebunden. Dadurch werde dann die klare Positionierung der Region Altmühlfranken und ein entsprechender Gesamtauftritt vermisst.

Für die lokalen Teilnehmer war dieser Adventurekongress also zumindest eine Art Standortbestimmung und Plattform für eventuelle gemeinsame Projekte.

Ganz anders stieg der bekannte Extremsportler Hubert Schwarz in die Thematik ein. So schilderte er zunächst in einem sehr emotionalen Vortrag seinen Werdegang und seine Zielsetzungen, die ihn in alle Welt brachten, um am Ende auch regionale Schlüsse zu ziehen. Am Beispiel des Landkreises Roth und dem „Leuchtturm“ Challenge zeigte er die Möglichkeiten der Region auf. Man müsse mehr dafür tun, diese bekannt zu machen. „Wo man schöne Erlebnisse hat, geht man gerne wieder hin“, so Schwarz.

Große Aufmerksamkeit erfuhr übrigens bei dem Kongress ein Team von Treuchtlinger Studenten, das ein sehr spezielles Projekt erfolgreich durchgezogen hat. Das Quartett war unter dem Titel „SUP-A-LOT“ als Standup-Paddler auf dem Fluss Olt in Rumänien unterwegs und sammelte dabei unter dem Motto „Protect our waters“ Müll aus dem Wasser. Das Ganze wurde filmerisch begleitet. Heraus kam ein cooler Film und eine ebensolche Dokumentation im Internet unter www.sup-a-lot.de. 

Hubert Stanka - Treuchtlinger Kurier

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