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Luther kommt im Truck nach Treuchtlingen

Der Festplatz der Altmühlstadt steht beim ökumenischen Christusfest am letzten Juni-Montag ganz im Zeichen des "Wort.Transport." - 02.06.2017 06:09 Uhr

Das Wort kommt zu den Menschen – gemäß einem Hauptanliegen von Martin Luther. Ein Bühnentruck macht dazu an 30 Orten in Bayern Station. Gleich nach der Premiere in Neumarkt geht es nach Treuchtlingen. © Privat


Drei große Fahrzeuge sind es, die sich 30 Tage lang durch den Freistaat schlängeln. Die Altmühlstadt, von der aus es anschließend weiter nach Kelheim geht, ist dabei die zweite Anlaufstation. Ihre Premiere feiert die „Roadshow“ zuvor in Neumarkt.

Motor des Ganzen ist das in Nürnberg beheimatete Amt für Gemeindedienst in der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern (AfG). Das wollte im Lutherjahr „nicht noch ein zusätzliches Heft“ über den Reformator herausbringen, erklärt im Pressegespräch Pfarrer Martin Simon. Er wird die Aktion in der ersten Woche als Teamleiter betreuen. Statt einen übersättigten Markt zu bedienen, habe man ein Programm aus einem Dutzend Bausteinen zusammengefügt und sie den Dekanaten zur Verfügung gestellt.

Erinnern an Martin Luther – hier das Denkmal in Wittenberg. © dpa


Das Dekanat Pappenheim hob daraufhin sogleich den Finger. „Wir haben uns über das Angebot sehr gefreut und gleich zugegriffen“, sagt Dekan Wolfgang Popp. „Von der Logis­tik her kam als Ort nur Treuchtlingen in Frage.“ Von den verschiedenen Modulen „haben wir die meisten übernommen“, ergänzt Pfarrerin Evelyn Rohne, die den „Wort.Transport.“ am letzten Juni-Montag von Seiten des Dekanats betreut.

Für die fleißigen Helfer geht es schon um 7.30 Uhr mit dem Aufbau los. Das zwölfstündige Programm, das die drei Gefährte zu den Menschen bringen, beginnt um 9.30 Uhr. Es versteht sich „als Christusfest in ökumenischer Ausrichtung“. Das Fahrzeug-Trio bietet dabei alles, was eine mobile Kirche braucht: Räume der Stille, ein Bibelmobil und eine große Bühne. Am Vormittag versammeln sich dort 500 Schüler, um das Theaterstück „Martin trifft Luther“ zu verfolgen.

Musik, Satire und Küchle

Auch ein Gespräch mit Luthers Ehefrau Katharina ist im Programm. Die Big-Band der Treuchtlinger Senefelder-Schule tritt ebenso auf wie der Bergsteiger- und der Bezirksposaunenchor. Kirchenmusikdirektor Raimund Schächer lädt zum offenen Singen ein, und seine Tochter Rebecca Häfele singt selbst. Gespannt darf man auf eine satirisch angehauchte Tischrede in Luther-Manier sein, gehalten von Ruhestandspfarrer Eberhard Hüttig.

Nachmittags gibt es Kaffee, von den Kirchengemeinden beigesteuerten Kuchen und frische Küchle aus Wettelsheim. Für Getränke sorgt die Dekanatsjugend. Darüber hinaus sind eine weltweite Ausstellung mit his­torischer Druckerpresse und die berüchtigte „Thesentür“ zu besichtigen. In Katharinas Kräutergarten geht es zur „Tee-Station“.

Beim biblischen Geo-Caching sind Sprücheklopfer gefragt. Ein Kinderprogramm fehlt ebenso wenig, und am Abend öffnet „Luthers Biergarten“, für den eigens Bierdeckel mit Worten des Reformators entworfen wurden. Sie liefern reichlich Gesprächsimpulse, wie etwa diesen: „Man dient Gott auch durch Nichtstun, ja, durch nichts mehr als durch Nichtstun!“

 

Jürgen Leykamm

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