-3°

Mittwoch, 23.01.2019

|

Naturpark Altmühltal bildet wieder Naturführer aus

Als Natur- und Landschaftsführer lernt man seine Heimat nochmal neu kennen – Fortbildung im Mai - 10.01.2019 06:03 Uhr

Über die Natur rund um Treuchtlingen gibt es allerhand zu erzählen. Die Natur- und Landschaftsführer erklären sie den Zuhörern. © Privat


Frau Terschanski, Herr Heckel, waren Sie eigentlich schon immer Naturfreaks?

Martin Heckel: Wandern und Natur haben mir schon immer gefallen. Deshalb habe ich mir gesagt: Das mache ich jetzt mal. Auch der Umgang mit Menschen ist sehr interessant.

Evelyn Terschanski: Ich bin damals mit meinem Mann in der Weltgeschichte rumgereist, aber ich habe mich hier in der Gegend überhaupt nicht ausgekannt. Wenn jemand gesagt hat Dolinen, dann wusste ich zwar, dass es die in Libyen gibt, aber dass es so etwas auch in Osterdorf gibt, wusste ich nicht. Ich wollte mich einfach mehr für meine eigene Heimat interessieren und bin gar nicht mehr so oft weggefahren, weil ich mir dachte: Eigentlich habe ich hier alles.

Was genau machen Sie denn als Naturpark-Führer?

Heckel: Wir machen Gruppen- und Gästeführungen. Ich kann nur speziell von mir reden. Wir machen die unterschiedlichsten Führungen. Das ist total vielseitig. Es kommen immer neue Eindrücke dazu, man muss sich stets auf dem Laufenden halten. Ich habe mittlerweile aufgehört, mich im Internet über die Gegend zu erkunden, weil ich sonst immer wieder neue Aspekte finden würde, die man auf den Touren erzählen könnte.

Martin Heckel und Evelyn Terschanski wissen langsam wohl so ziemlich alles über die Region. © Micha Schneider


Terschanski: Mein Mann fragt mich sogar immer schon, ob ich schon alles aus dem Internet rausgelesen habe, oder ob noch etwas drin steht. Bei mir ist es so, dass ich lieber mit Kindern arbeite. Wenn du die nach einem Jahr wieder triffst und du das Gefühl hast, dass da etwas hängen geblieben ist, gibt einem das ein gutes Gefühl der Befriedigung.

Was erwarten die Menschen eigentlich von einem Naturparkführer?

Heckel: Wenn ich mir da mal eine Stadtführung hernehme: Da ist es so, dass die Menschen unterhalten werden wollen zwischen Mittagessen und Kaffeetrinken.  Es sind auch viele Interessierte dabei, die viel nachfragen.

Terschanski: Es gibt ja sehr viele Leute, die sich explizit dafür angemeldet haben und nicht, weil es von irgendeinem Verein oder so vorgegeben ist. Und die sind dann auch immer sehr interessiert.

Wie lange dauert so eine Ausbildung überhaupt?

Terschanski: Ein halbes Jahr ungefähr. Die späteren Ausbildungen waren komprimiert über 14 Tage, aber dafür von früh bis spät, auch am Wochenende. Bei uns war es so, dass wir das an zwei Tagen – meistens abends – gemacht haben. Es war ein bisschen wie Urlaub (lacht).

Was hat Ihnen die Ausbildung gebracht?

Heckel: Man hatte einfach einen anderen Blick auf die Natur. Früher hat man sich gedacht, wenn man einen Berg gesehen hat, dass der Berg aber schön aussieht. Heute überlegt man sich, warum der Berg hier steht.

Terschanski: Ich war damals schon Anfang 50, als ich die Ausbildung gemacht habe und ich habe mir gedacht: „Mein Gott, ist dir viel entgangen.“ Können musste man am Anfang nichts, man musste sich nur interessieren. Bis man über die ganze Geologie Bescheid weiß und darüber erzählen kann, dauert das natürlich noch.

Zum Thema

Alljährlich kommen Tausende von Einzelbesuchern, Erwachsenengruppen und Schulklassen in den Naturpark Altmühltal, die sich für die Natur und die Geschichte der Region interessieren. Um ihnen die Region nahezubringen, startet das Naturpark Informationszentrum Treuchtlingen gemeinsam mit der Akademie des Bayerischen Wanderverbands wieder eine Ausbildung zum zertifizierten Natur- und Landschaftsführer.

Der Kurs findet vom 10. bis 19. Mai ganztägig statt und richtet sich an alle Bewohner des Naturparks, die sich für die Natur und die Geschichte der Region interessieren und ihr Wissen auch an die Besucher des Naturparks weitergeben möchten. Spezielle Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, die Teilnahmegebühr beträgt 230 Euro inklusive aller Lehrgangsmaterialen.

Mehr über die Natur erfahren

Die Teilnehmer des Kurses erhalten einen fundierten Überblick über die Flora und Fauna der typischen Lebensräume und alle siedlungsgeschichtlich relevanten Epochen des Naturparks Altmühltal. Darüber hinaus vermitteln Referenten aus der Region auch Wissen zur Geologie, der Flussgeschichte oder zur Entstehung unserer heutigen Landschaft. Module zum Tourismus, zur Didaktik von Führungen und zu den Themen Recht und Versicherungen runden die Ausbildung der später auf Honorarbasis tätigen, angehenden Naturpark-Führern ab.

Die Fortbildung zum zertifizierten Natur- und Landschaftsführer wird von der Bayerischen Naturschutzakademie (ANL) als bundesweite Ausbildung anerkannt. Die Teilnehmer erwerben gleichzeitig auch die Anerkennung als „Wanderführer des Deutschen Wanderverbandes“. Die Naturpark-Führer-Ausbildung wird gefördert durch das Natur- und Umweltprogramm des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen.

Info-Veranstaltung vorab

Am Donnerstag, 31. Januar, um 18 Uhr, findet im Grafensaal des Treuchtlinger Stadtschlosses eine Informationsveranstaltung zum Kurs statt. Infos zur Veranstaltung und dem Lehrplan des Kurses erhalten Interessierte außerdem im Informationszentrum Naturpark Altmühltal der Stadt Treuchtlingen bei Marlit Bauch, per E-Mail an infozentrum@treuchtlingen.de oder unter Telefon 09142/960064. 

Micha Schneider E-Mail

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Treuchtlingen, Weißenburg, Gunzenhausen