Montag, 17.12.2018

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Neue Fachklinik in Treuchtlingen ist beschlossen

Bezirk bringt Psychosomatik und Psychotherapie in die Altmühlstadt - 25.11.2016 06:05 Uhr

Start in eine neue Ära: Das Treuchtlinger Stadtkrankenhaus aus der Vogelperspektive. © Limes-Luftbild


Die Pläne der Bezirkskliniken Mittelfranken waren bereits im Juli präsentiert worden. Formal war dazu noch die Zustimmung des Krankenhaus-Planungsausschusses nötig, der über die Verteilung von Kliniken und Betten im Freistaat entscheidet. Schon im Oktober hatte der Unterausschuss für Psychiatrie diesem empfohlen, einer Fachklinik für Psychosomatik mit 140 Betten in Treuchtlingen zuzustimmen.

Die „Absegnung“ erfolgte nun vergangene Woche im Planungsausschuss. Mit dessen Leiterin, Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml, hatte der Treuchtlinger Rathauschef auch ein Vier-Augen-Gespräch. Unserer Zeitung gegenüber betonte Baum, dass er insbesondere Landrat Gerhard Wägemann dankbar sei. Dieser sei es gewesen, der den „Deal“ eingefädelt habe. Mehrfach sei er mit ihm im Ministerium gewesen, um die Sache auszuhandeln.

In die offizielle Bedarfsfeststellung war zunächst der Bestand des Treuchtlinger Stadtkrankenhauses samt der Inneren Abteilung mit 40 Betten und den 20 geriatrischen Akutbetten eingegangen. Angeführt wurde außerdem, dass die Stadt beabsichtige, das kommunale Krankenhaus zum 1. Januar 2019 zu schließen. Für die Nachnutzung hatten die Bezirkskliniken Mittelfranken eine Bedarfsfeststellung für eine Fachklinik für psychosomatische Medizin und Psychotherapie mit 140 Betten beantragt.

Große Bettenumverlagerung

Das Ganze wird so gestaltet, dass im Zuge der neuen Treuchtlinger Klinik die Bezirkskliniken intern im Sinne einer Spezialisierung Betten umverlagern. So werden Kapazitäten aus Erlangen und Ansbach in die Altmühlstadt „umziehen“. Hier sollen speziell Patienten mit Belastungssymptomen und somatoformen Störungen, Angst, Traumata, Ess- und Zwangsstörungen behandelt werden, während in Erlangen und Ansbach das psychiatrische Profil gestärkt werden soll.

Im gleichen Zug siedelt die Treuchtlinger Geriatrie nach Gunzenhausen um. In der selben Sitzung des Krankenhaus-Planungsausschusses wurde deshalb auch dieser „Bedarf“ durchgewunken. Die 20 geriatrischen Akutbetten aus Treuchtlingen zuzüglich fünf zusätzlichen Betten werden dementsprechend künftig am Altmühlklinikum in Gunzenhausen belegt.

Bei der Diskussion im Ausschuss habe es keinerlei Kontroversen gegeben, erklärte Werner Baum unserer Zeitung gegenüber. Wie genau die Einrichtung der neuen Fachklinik erfolgen wird, ist noch nicht öffentlich bekannt. Es wurde aber eine Investitionssumme von rund 30 Millionen Euro genannt. Bis das bisherige Stadtkrankenhaus „abgewickelt“ ist, wird es einen neuen Geschäftsbesorgungsvertrag mit dem Altmühlklinikum geben. Ob und welche Gebäude des derzeitigen Gesundheitszentrums erhalten bleiben, ist noch nicht bekannt. 

Hubert Stanka

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