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Neuer Anstrich für den Auernheimer Kindergarten

Bauausschuss sieht sich die „Arche Noah“ vor Ort an – Meinungsverschiedenheit geklärt - 17.09.2017 06:32 Uhr

Fehlende Fensterläden und bröckelnde Farbe am Auernheimer Kindergarten haben für Unmut im Dorf geführt. Nun wird saniert. © Benjamin Huck


„Das ist Schnee von gestern“, sagt Auernheims Pfarrer Rüdiger Schild. Und auch für Bürgermeister Werner Baum ist die Sache nun erledigt. Was war geschehen? Ende Juni diskutierte der Bauausschuss über die energetische Sanierung des Auernheimer Kindergartens und welche Maßnahmen denn genau nötig seien. Erst kurz vor der Sitzung flatterten Briefe von Ortssprecher Karlheinz Wölfel und Pfarrer Schild in das Büro des Bürgermeis­ters, ob es nicht sinnvoll sei, weitere Wünsche des Kindergartens zu berücksichtigen.

Probleme mit der Versicherung

Eine Eigenleistung der Kirche – wie andernorts üblich – werde es aber nicht geben, stellte der Pfarrer klar und auch von einem ausschließlichen Einsatz von Ehrenamtlichen hielt er nichts. Dass die Auernheimer Bürger bei manchen Arbeiten zur Verschönerung mithelfen, das sei ja auch in der Vergangenheit bereits geschehen. „Doch bei Gewerken mit Gewährleis­tung können von den Ehrenamtlichen nur Handlangerarbeiten getätigt werden. Würde zum Beispiel ein Schadensfall auftreten, würde die Versicherung sofort fragen, wer beteiligt war“, so Schild. Und die Versicherung würde die Schadensregulierung nicht übernehmen, wenn die Ehrenamtlichen geholfen hätten.

Mit seinem Schreiben erweckte Schild damals den Eindruck, dass es Probleme zwischen Stadt und Kindergarten gebe, was den Bürgermeis­ter wurmte. Wenn es offene Wünsche gebe, hätte Pfarrer Schild dies ansprechen können, so Baum damals. Zu den Besprechungen im Dorf sei er aber nie gekommen. Anfang September trafen sich die beiden zum Gespräch und räumten die Unstimmigkeiten aus.

Ein bisschen Frust hatte sich auf dem Hahnenkamm schon aufgestaut. Pfarrer Schild sei vor vier Jahren, als er nach Auernheim kam, erschrocken gewesen, dass auf den Toiletten die Klobrillen fehlten. „Da waren noch nie welche drauf“, bekam er zur Antwort. Inzwischen hat der Bauhof zwei neue Toiletten mit Deckel installiert.

Doch die Brillen waren nicht das einzige, das fehlte. So sollen um das Jahr 2000 herum Mitarbeiter des Bauhofs drei Fensterläden an der Westfassade des Kindergartens abmontiert haben. Seitdem sind die Holzteile verschwunden, auch hier soll nun Ersatz geschaffen werden. Ebenso soll die etwas bröckelnde Fassade von einem Handwerksbetrieb gestrichen werden. Bei der Gelegenheit soll ebenfalls die Mehrzweckhalle, die direkt an den Kindergarten anschließt, einen neuen Anstrich erhalten.

Im Inneren wünschen sich die Erzieherinnen eine hellere Atmosphäre. Die Holzdecke des 80er-Jahre-Baus ist nämlich ziemlich dunkel. Hier kamen die Bauausschussmitglieder auf die Idee, dass die Auernheimer Bürger selbst Hand anlegen – Farbe und Brotzeit stellt die Stadt.

In einem Eck des Aufenthaltsraumes befindet sich eine zweite Ebene auf einem Holzgestell, auf der die Kinder in einer Küche spielen können. Die Holzdecke mit den großen Spalten und das dahinter verlegte Vlies seien aber zu verlockend für die kleinen Kinderfinger, so die Erzieherinnen. Dort soll deshalb eine geschlossene Wand hinkommen, zum Beispiel ein Sternenhimmel. Über die genaue Gestaltung soll im kleinen Kreis beraten werden.

Kleines Teil, große Wirkung

Außerdem haben sich die Erzieherinnen für den Eingang ein kleines, 30 Zentimeter breites Stück Kupferblech gewünscht. Denn dort gehen die Dachseiten von Alt- und Neubau so aufeinander zu, dass es auf einem schmalen Stück durchregnet. Das Wasser ausdrücklich gewünscht haben sich die Kindergärtnerinnen hingegen für den neuen Matschbereich am Außengelände. Die Konstruktion ist bereits fertig, nun soll der Bauhof einen Außenwasserhahn installieren, damit die Spielfläche geflutet werden kann.

Letztlich haben die Mitglieder des Bauausschusses die Arbeiten einstimmig beschlossen. Dritter Bürgermeis­ter Klaus Fackler regte an, öfter in die Dörfer zu gehen, damit Unstimmigkeiten gar nicht erst entstehen: „Der Ortstermin war ein gutes Beispiel dafür, dass man miteinander reden muss.“ 

Benjamin Huck Treuchtlinger Kurier E-Mail

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