Mittwoch, 14.11.2018

|

Ortschronik für Windischhausen und Heumödern

Der 400-seitige Band von Stefan Hauck war in kurzer Zeit ausverkauft - 03.01.2013 11:41 Uhr

Initiator Stefan Hauck mit seinen Helfern Werner Mühlhäußer, Herta Frank, Matthias Hüttinger, Adolf Hochmuth und Hermann Habermeyer (von links). © Eisen


2009 hatte sich Hauck dazu entschlossen, eine Ortschronik zu verfassen. Er rechnete damals mit etwa 200 Seiten. Grundlage waren die Dorferneuerung und die Unterlagen, die der frühere Lehrer Richard Kapfenberger gesammelt hatte. Am Ende waren die Materialberge und der Zeitaufwand jedoch viel größer als erwartet – zumal Hauck auch Bezug zur Weltgeschichte nehmen und die Erinnerungen der immer geringeren Zahl an Weltkriegs-Zeitzeugen bewahren wollte.


Bei Letzterem half ihm Ernst Neumeyer aus Treuchtlingen und berichtete über seine Erlebnisse während der Nazizeit. Denn in Windischhausen gibt es kaum noch männliche Einwohner, die selbst im Krieg waren. Dem gebürtigen Windischhausener war es deshalb ein besonderes Anliegen, über diese schweren Jahre zu erzählen. Bei seiner Suche nach Dokumenten stieß Stefan Hauck außerdem immer wieder auf regelrechte „Schätze“ wie etwa eine Dorfchronik aus dem Ersten Weltkrieg, die der damalige Ortspfarrer Weigand verfasst hatte.


Der erste Teil der neuen Chronik erzählt von „unserer Heimat im Wandel der Zeit“ – von der ersten urkundlichen Erwähnung über das Leben zur Markgrafenzeit bis ins 21. Jahrhundert. Im zweiten Teil finden sich Beiträge zur Geschichte der Kirche und der Schule, zu Landwirtschaft und Gewerbe, Vereinen, Sitten und Bräuchen.


Der dritte und arbeitsintensivste Teil listet jedes Haus der beiden Ortschaften mit seinen Eigentümern und seiner Vergangenheit auf. Dazu muss­ten Hauck und seine Helfer im Archiv in Lichtenau die alten Grundbücher durchforsten – teils noch in Sütterlin- oder Frakturschrift.


Überdies zeichnet die Chronik die Entstehung der Hausnummern und die Denkmalpflege nach. Im Anhang folgen Wappen, Postkarten und Ortsansichten. Die Bürgermeister und Ortssprecher sind ebenso aufgeführt wie das „Hausemer Liad“. Viele der großen Bilder der Chronik sind farbig. Für die Luftaufnahmen hatte Hauck sogar einen Gyrocopter gemietet.


Hilfe hatte der Autor bei seiner Mammutaufgabe von Hermann Habermeyer aus Heidenheim und Herta Frank aus Nürnberg, die als versierte Ahnenforscher die Archive sichteten. Werner Mühlhäuser, Leiter des Gunzenhausener Stadtarchivs, stand beratend zur Seite. Der in Heumödern aufgewachsene ehemalige Lehrer Adolf Hochmuth steuerte ein Kapitel über die Heimatvertriebenen bei und half bei der Übersetzung der Kriegs­chronik. Das Layout der rund 400 Seiten entwarf Matthias Hüttinger. Korrektoren waren Dekan i.R. Werner Kugler, Sarah König, Beate Hüttinger sowie Luise und Hans Hauck. Mit finanziert haben das Werk die Raiffeisenbank Gunzenhausen-Weißenburg, die Sparkasse Mittelfranken-Süd, das Amt für ländliche Entwicklung und die Stadt Treuchtlingen. 

Renate Eisen

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Treuchtlingen