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Pop, Rock und Metal(l) im Haager Steinbruch

Die Vorbereitungen für das 23. Eber-Hart-Festival am 8./9. September laufen auf Hochtouren - 31.08.2017 06:05 Uhr

Manuel Gundel (links) und Barbie vom Verein Eber-Hart bereiten schon einmal eine Feuerwanne für das Festival vor, das Anfang September im alten Haager Marmorwerk stattfindet. © Benjamin Huck


Mit vereinten Kräften wuchten Manuel Gundel und Barbie die ros­tige Metallwanne auf ihren neu betonierten Platz. Das Gelände des Marmorwerks wird hergerichtet für das Festival, das der Treuchtlinger Jugend- und Kulturverein „Eber-Hart“ dort jedes Jahr Anfang September veranstaltet.

1995 fand das erste Eber-Hart-Fes­tival statt, zur Förderung der Musik­szene, umsonst und unter freiem Himmel. Lange Jahre war es das einzige Umsonst-und-Draußen-Festival im Landkreis. Seit 2016 verlangen die Macher einen Euro Eintritt pro Kopf, der an die Musikrechteverwertungsgesellschaft Gema abgegeben wird. „Das ist günstiger, als wenn wir gar kein Geld verlangen“, sagt Norbert Fleischmann, der das Fest seit vielen Jahren organisiert.

An die 300 Besucher kommen jedes Jahr pro Festivaltag und sehen sich die Bands an. Die Gäste kommen oft von außerhalb des Landkreises und übernachten im Zelt.

Los geht es am Freitag, 8. September. Einlass ist um 17 Uhr. Es spielen die Bands „Apaath“ (Alternative/Post Hardcore) aus Rügland im Landkreis Ansbach, „Skatholiken“ (Ska-Punk) aus Würzburg, „Ørsted“ (Alternative) aus Ilmenau, „Xirow“ (Atmospheric Rock/Pop) aus Treuchtlingen, „The Grand Sheep“ (Alternative Rock) aus Aschaffenburg, „Sector“ (Industrial-Elektro-Metal) aus Hamburg, „Brickbeat“ (Hardrock) aus Gunzenhausen und „Filistine“ (Blues, Rock und Funk) aus Neumarkt.

Am Samstag, 9. September, geht es schon nachmittags um 15 Uhr los. Dann treten im Marmorwerk die Formationen „DCIM“ (Fun Punk) aus Rosenberg bei Crailsheim, „Red Machete“ (Hard Rock) aus Linz, „The Air We Breathe“ (Melancholic Pop) aus Neumarkt, „Purple Bonsai“ (Hard Rock) aus Linz, „Soulmetalaffair“ (Soul Metal) aus Treuchtlingen, „Betrayers of Babylon“ (Reggae) aus Neuss und „Rumble in the Jungle“ (Pop-Rock) aus Schwabach auf.

800 Bewerber für 15 Auftritte

Wie in jedem Jahr haben sich wieder viel mehr Bands beworben, als die Verantwortlichen auf die Bühnen bringen konnten – nämlich rund 800. Die Auswahl trifft ein Festkomitee: Zum einen soll eine bestimmte Anzahl von Bands aus Mittelfranken dabei sein, um die Region zu stärken. Aber auch Gruppen aus anderen Ländern sollen die musikalische Vielfalt bereichern. Heuer sind zum Beispiel zwei Bands aus Österreich dabei.

Norbert Fleischmann ist sich sicher, dass das Festival zur Förderung der Musikszene im Landkreis beiträgt. Zum einen werde Rock und Pop bei den Musikschulen verstärkt nachgefragt. Zum anderen seien die Bands professioneller geworden und würden sich zunehmend Auftritte bei größeren Festivals sichern – wie etwa die mittlerweile recht erfolgreiche Hip-Hop-Gruppe „ALC“ („All Liquor Clique“), die beim Eber-Hart-Festival ihren Durchbruch feierte.

Die Besucher schätzen laut Fleischmann nicht nur die bunte Auswahl an Bands. Auch die etwa 50 Biersorten von Brauern aus der gesamten Region finden stets reißenden Absatz. Einer kleinen Brauerei hat das Festival-Team sogar sämtliche Vorräte abgekauft. „Am Anfang haben manche versucht, alle Biere zu testen. Geschafft hat es niemand“, sagt Manuel Gundel, der Vorsitzende des Vereins. Zu einem Saufgelage arte das Fest aber nicht aus – Schnaps ist tabu.

In diesem Jahr hätte es passieren können, dass der Festival-Samstag mit dem Bayern-3-Dorffest zusammenfällt, um das sich die Altmühlstadt beworben hatte. Treuchtlingen erreichte das Finale jedoch nicht (wir berichteten). Doch auch wenn es so gekommen wäre, hätte der Verein das Eber-Hart-Festival nicht abgesagt. „Zum einen waren schon zahlreiche Verträge geschlossen, die wir nicht einfach aufkündigen konnten. Zum anderen haben wir so eine Fanbasis, die wäre uns treu geblieben“, sagt Fleischmann.

Er hofft, dass nun ein paar mehr Besucher ins Marmorwerk schauen, um die Festival-Atmosphäre zu genießen. So wie es beispielsweise schon seit Jahren die Bewohner von Haag tun, das oberhalb des Marmorwerks liegt. Denn deren Kirchweih fällt terminlich oft mit dem Festival zusammen, was die Anwohner nutzen, um am Abend Rockmusik zu hören.

Bis es soweit ist, bereiten die freiwilligen Helfer alles für das Konzert auf den zwei Bühnen vor. Am nächs­ten Donnerstag ist alles fertig – dann bauen auf der gegenüberliegenden Wiese die ersten Gäste ihre Zelte auf. 

Benjamin Huck Treuchtlinger Kurier E-Mail

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