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Rote Zahlen im Gesundheitszentrum

Wirtschaftsplan für 2012: Stadtkrankenhaus und Alten-/Pflegeheim schreiben zusammen einen Verlust von rund 825.000 Euro - 20.02. 07:36 Uhr

Treuchtlingen  - In der letzten Mammut-Sitzung des Treuchtlinger Stadtrats wurde auch der Wirtschaftsplan 2012 des Treuchtlinger Gesundheitszentrums verabschiedet. Insgesamt weisen die unter diesem Begriff zusammengefassten Einrichtungen voraussichtlich einen Jahresverlust von rund 825.000 Euro aus.


Schwierige Phase: das Gesundheitszentrum in der Neuorientierung.
Schwierige Phase: das Gesundheitszentrum in der Neuorientierung.
Foto: Hubert Stanka
Schwierige Phase: das Gesundheitszentrum in der Neuorientierung.
Schwierige Phase: das Gesundheitszentrum in der Neuorientierung.
Foto: Hubert Stanka

Unter dem Begriff Gesundheitszentrum Treuchtlingen sind das Stadtkrankenhaus, das städtische Alten- und Pflegeheim sowie die Gemeindeschwesternstation zusammengefasst. Bekanntlich laufen diese seit vergangenem Jahr unter der Geschäftsführung der Kreiskliniken. Verwaltungsleiter Bernd Meyr stellte den Räten die Pläne im einzelnen vor, wobei die eigentlichen Diskussionen und Beratungen bereits in geschlossener Sitzung im Gesundheitssausschuss im Dezember über die Bühne gegangen waren.

Über alle Einrichtungen hinweg hat der Wirtschaftsplan ein Volumen von knapp 10,7 Millionen Euro. In den Einrichtungen sind insgesamt 198 Mitarbeiter beschäftigt, davon viele in Teilzeit. Insgesamt gibt es 124 Planstellen.

Meyr bezeichnete den Verlust als „nicht besonders erfreulich“. Er setzt sich aus roten Zahlen im Stadtkrankenhaus in Höhe von gut 606.000 Euro zusammen, auch das Pflegeheim zahlt rund 177.000 Euro drauf, das Seniorenheim steht mit gut 42.000 Euro im Minus, nur die Gemeindeschwesternstation schreibt eine „schwarze Null“.

Als Begründung nannte Meyr, dass die Kosten gestiegen seien, die Erlöse aber hinterherhinken würden. Und diese Schere gehe weiter auseinander. Einzig für die Gemeindeschwesternstation sehe es derzeit gut aus, da die Sätze demnächst erhöht würden und damit die Einnahmen steigen dürften. Ambulante Dienste wie die der Gemeindeschwesternstation seien vom Gesetzgeber gewollt.

Die grundsätzliche Aussage Meyrs zum Krankenhaus: Man müsse weiter versuchen, die Auslastung zu verbessern sowie die Fallzahlen zu erhöhen.

Bürgermeister Werner Baum sagte dazu, dass es nie schön sei, Negativzahlen vorzutragen. Das Gesundheitszentrum als Ganzes sei aber wichtig für die Stadt. Man müsse die Ressourcen nutzen. Er kündigte an, dass es noch vertiefende Gespräche geben werde.

„Es war nichts getürkt“

Im Zuge der Aussprache kritisierte Altbürgermeister Wolfgang Herrmann (CSU) die Aussagen, die bei einem Pressegespräch getroffen worden waren. Bei diesem Gespräch am 7. Februar hatten Kliniken-Vorstand Jürgen Winter und Bürgermeister Baum dem Treuchtlinger Kurier gegenüber dargestellt, dass es Kritik seitens des kommunalen Prüfungsverbandes gegeben habe und die Zahlen in den Bilanzen der Jahre 2007 bis 2009 besser als zulässig dargestellt worden seien.

„Das haut dem Fass den Boden aus“, so Herrmann dazu. Alle Bilanzen seien korrekt erstellt worden. „Es war nichts getürkt.“ Vielmehr habe man seinerzeit Rückstellungen gebildet, um sie in schlechten Jahren auflösen zu können. Wolfgang Herrmann sagte, dass man vorsichtig mit derartigen Äußerungen umgehen solle. Die seitdem entstandenen Verluste hätten mit der Vergangenheit jedenfalls nichts zu tun.

Werner Baum hingegen verwies auf das Gutachten, auf das man sich bei dem Pressegespräch berufen habe. Wäre damals ordnungsgemäß gebucht worden, wäre der Gewinn höher gewesen.

Dieter Kerth (CSU) sprang Herrmann zur Seite und erklärte, beim Laien könnte der Eindruck entstehen, dass damals Fehler gemacht worden seien. Das sei aber nicht so.

Zusammestehen statt streiten

Schließlich wurde aus dem Gremium ein Antrag zur Tagesordnung gestellt, nämlich dass diese Diskussion beendet und zum Thema zurückgekehrt werden solle. Klaus Fackler (FW) meinte dazu, dass dieser Streit niemandem nutze. Die Zahlen seien schlecht und müssten besser werden. Dass es eine schwierige Zeit für das kleine Treuchtlinger Krankenhaus werden würde, hätten alle gewusst. Es gehe nun darum, dass alle zusammenarbeiten. Die Umstellung und der Ausbau der Geriatrie waren seiner Meinung nach jedenfalls richtig. Man müsse nun der neuen Konstellation zwei bis drei Jahre Zeit geben. Allerdings seien Defizite in dieser Höhe von der Stadt auf Dauer nicht tragbar.

Die Abstimmung zum Wirtschaftsplan erfolgte dann nahezu einstimmig. Einzig Stefan Biber (CSU) stimmte gegen den Plan.

  



Hubert Stanka

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