Sonntag, 16.12.2018

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Schnelles Internet für Wettelsheim und Schambach

Überraschung bei Wettelsheimer Bürgerversammlung: Kabel Deutschland ermöglicht bald bis zu 100 Megabit pro Sekunde – Investitionen in Straßenbau, Spielplatz, Bauplätze und Kanalisation - 18.03.2013 09:01 Uhr

Internet aus der Fernsehdose: Über einen solchen Vermittlungsknoten erreichen bald auch die Wettelsheimer und Schambacher Datengeschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde. © Kabel Deutschland


Damit hatte nach den Jahren des Hoffens und Vertröstens wohl keiner mehr gerechnet: Nach Auskunft des städtischen EDV-Beauftragten Michael Satzinger ist der Kabelnetzbetreiber „Kabel Deutschland“ seit vergangener Woche dabei, das Fernsehkabelnetz in Wettelsheim und Schambach „rückkanalfähig“ zu machen. Das heißt, dass alle Haushalte mit einem TV-Kabelanschluss diesen künftig auch nutzen können, um Daten aus dem Internet zu empfangen und darüber zu versenden.


Kabel Deutschland ermöglicht dabei laut Satzinger über sein Koaxialnetz extrem hohe Geschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde (wahlweise je nach Preis auch 16 und 32 Megabit). Bisher war in weiten Teilen der beiden Treuchtlinger Ortsteile eine Übertragung von maximal ein bis zwei Megabit pro Sekunde die Regel. Und das Beste: „Die Stadt muss dafür keinen Cent zahlen“, frohlockte der „Breitband-Pate“.


Einziger Wermutstropfen: Nur etwa neun von zehn Ortsteilbewohnern kommen in den Genuss des superschnellen Netzzugangs. Denn Bürger, deren Haushalt keinen Fernsehkabelanschluss hat, haben das Nachsehen. Zwar könne dieser nachgerüstet werden, erklärte Satzinger, und es gebe die Alternative Mobilfunk. Doch die Treuchtlinger Stadtwerke, die bisher eine Glasfaser-Anbindung über das zum Jahreswechsel von der N-Ergie übernommene Stromnetz in Aussicht gestellt hatten, würden nun in Wettelsheim und Schambach wohl nicht mehr tätig werden.


Die Stadtwerke sind „raus“


Das bestätigte der kaufmännische Werkleiter Andreas Eder. Er hatte zuvor bereits für die Stadtwerke geworben, die in Wettelsheim mit einer Abdeckung von knapp 20 Prozent „noch weitere Stromkunden vertragen könnten“. Für das angedachte Breitbandnetz werde man nun aber, da die meisten Wettelsheimer sicherlich bald DSL-Verträge mit Kabel Deutschland abschließen würden, wohl kaum noch einen Betreiber finden. Trotzdem würden die Stadtwerke weiterhin bei jeder Baumaßnahme am Stromnetz Leerrohre für eventuell später einmal benötigte Glasfaserkabel verlegen.


Unangetastet bleibt dagegen laut Bürgermeister Werner Baum der Plan, die nachgelagerten Ortsteile Bubenheim, Graben und Möhren über das neue Stadtwerke-Netz mit schnellem Internet zu versorgen. Diese kämen nun, da Wettelsheim und Schambach wegfallen, vielleicht sogar früher zum Zug. Falbenthal schließlich liege ohnehin „am Weg“, wenn die Trasse von Auernheim aus verwirklicht werde.


Ansonsten stehen in Wettelsheim dem Rathaus­chef zufolge für die nächs­ten Jahre vier größere Investitionen an: der Ausbau der Straße zwischen Falbenthal und Großholz; Bolzplatztore und Schaukeln für den Spielplatz an der Schule; die Erschließung neuer Bauplätze auf dem Areal zweier städtischer Abbruchhäuser im Weiherweg; sowie die Umsetzung des Fremdwasser-Sanierungskonzepts, für die aktuell 300.000 Euro im Haushalt für das Jahr 2015 eingeplant seien.


Ein Lob für den Bürger- und den Stadtbaumeister hatte Heinz Dürnberger parat. Er freue sich, dass die Stadtverwaltung nach der letzten Bürgerversammlung reagiert und am „Riedlein“ die Verschmutzung durch Pferdeäpfel unterbunden habe.


Eine neue „Problemzone“ ist indes der Viersteinweg im Bereich des Friedhofs. Dort hat sich den Bürgern zufolge das Gerinne eines alten, oft verstopften Brunnens gehoben, sodass Wasser auf dem Asphalt stehen bleibt und immer wieder Autos „hängenbleiben“.


Außerdem kam erneut der Schwerlastverkehr im Ort zur Sprache, der nach der Installation eines Verkehrsschilds vor einigen Jahren zurückgegangen sei, nun aber wieder zunehme. Ortssprecher Werner Föttinger nahm’s am Ende humorvoll: Er habe kürzlich auch ein Schild mit der Aufschrift „Grünabfälle abladen verboten!“ aufgestellt, und „jetzt laden die Leute ihr Zeug direkt unter dem Schild ab“.

 

Patrick Shaw

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