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Synode des Pappenheimer Dekanates

Dekan Wolfgang Popp: „Wir werden weniger“ – Antrag aus Eichstätt diskutiert - 07.02. 07:29 Uhr

TREUCHTLINGEN  - Die Schar der evangelischen Christen in Bayern wird kleiner, was sich negativ auf die Kirchensteuereinnahmen auswirkt. Zugleich aber stehen die Gemeinden vor großen finanziellen Aufgaben, vor allem hinsichtlich des Sanierungsbedarfs kirchlicher Gebäude. Herausforderungen, die auch bei der jüngsten Synode des Pappenheimer Dekanates im evang. Gemeindehaus zur Sprache kamen.

Dekan Wolfgang Popp (Mitte) begrüßte gemeinsam mit den Präsidiumsmitgliedern Christian Früh (re.) und Lydia Hegner sowie Verwaltungsstellen-Leiter Werner Fuchs (li.) mit dem Leiter der LVHS Pappenheim, Gerhard Schleier, einen neuen Synodalen in der Runde.
Dekan Wolfgang Popp (Mitte) begrüßte gemeinsam mit den Präsidiumsmitgliedern Christian Früh (re.) und Lydia Hegner sowie Verwaltungsstellen-Leiter Werner Fuchs (li.) mit dem Leiter der LVHS Pappenheim, Gerhard Schleier, einen neuen Synodalen in der Runde.
Foto: Leykamm
Dekan Wolfgang Popp (Mitte) begrüßte gemeinsam mit den Präsidiumsmitgliedern Christian Früh (re.) und Lydia Hegner sowie Verwaltungsstellen-Leiter Werner Fuchs (li.) mit dem Leiter der LVHS Pappenheim, Gerhard Schleier, einen neuen Synodalen in der Runde.
Dekan Wolfgang Popp (Mitte) begrüßte gemeinsam mit den Präsidiumsmitgliedern Christian Früh (re.) und Lydia Hegner sowie Verwaltungsstellen-Leiter Werner Fuchs (li.) mit dem Leiter der LVHS Pappenheim, Gerhard Schleier, einen neuen Synodalen in der Runde.
Foto: Leykamm

Dekan Wolfgang Popp warnte dort ausdrücklich davor, die Situation insgeheim zu verharmlosen. Man solle nicht denken, dass ja schon in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder vor strukturellen und monetären Problemen gewarnt worden sei und diesbezügliche Befürchtungen sich ja bislang nicht im geahnten Ausmaß bestätigt hätten. Denn sonst könne ein böses Erwachen drohen, so der Oberhirte sinngemäß. „Die nächsten Jahre bringen mit Sicherheit angespanntere Zeiten mit sich“, betonte er. Im Blick auf die gesamte Landeskirche erwarte er in zwei Jahren „große Einbrüche“, so Popp. Erste Anzeichen hierfür zeichneten sich auch im heimischen Dekanat ab.



Manche Gemeinden hätten in den letzten zehn Jahren einen Rückgang der Zahl ihrer Mitglieder um bis zu 18 Prozent verkraften müssen, im gesamten Dekanatsbezirk sei sie erstmals auf unter 18.000 gesunken. „Wir werden weniger“, stellte Popp nüchtern fest. Und diese Tendenz gäbe es in vielen Bereichen des kirchlichen Lebens: in Gottesdiensten wie auch in den verschiedenen Gruppen und Kreisen. All dies werde langfristig Konsequenzen haben. Das Zusammenlegen von Gemeinden und der Abbau von Pfarrstellen könnten beispielsweise die Folgen sein.


Derzeit scheint die Ruhe vor dem Sturm zu herrschen. Denn zumindest in den Monaten von September bis Dezember 2011 hat das Dekanat laut Popp aus dem Vollen schöpfen können. In jenem Zeitraum habe es (und das ist in der jüngeren Geschichte der absolute Ausnahmefall) keine einzige Vakanz gegeben. Schmerzlich vermisst wurde allerdings die ausgeschiedene Dekanats-Jugendreferentin Martina Goller. Doch auch dieser Posten werde im März 2012 wieder neu besetzt, hieß es.


Jetzt Vorsorge treffen


Auch finanziell gibt es derzeit offenbar keinen Grund zur Klage. Mit der in den letzten fünf Jahren umgesetzten neuen Form des innerkirchlichen Finanzausgleiches hätten sich die meisten Gemeinden des Dekanates „befriedigend bis gut“ arrangieren können, so Popp. Allerdings sollten sie Rücklagen bilden für die kommenden schweren Zeiten, empfahl er. Das Dekanat selbst sei schon mit gutem Beispiel vorangegangen und habe bereits über eine halbe Million Euro angespart. Angesichts der enormen Kosten, die etwa der Sanierungsbedarf an Gebäuden in den kommenden Jahren erwarten lasse, sei dieses Anhäufen „durchaus angebracht und ratsam“, betonte Diakon Werner Fuchs als Leiter der Verwaltungsstelle.


Darüber hinaus spart das Dekanat auch für seine Kirchengemeinden, indem es laut Beschluss zehn Prozent der für sie bestimmten Schlüsselzuweisungen einbehält und in einen gemeinsamen Topf einzahlt. Mit dessen Geldern will man Gemeinden bei Vorhaben unterstützen, die sie allein nicht stemmen können. Derzeit arbeitet eine Kommission des Dekanates die Kriterien für solche Vergaben aus. Dem Eichstätter Pfarrer Sieghart Schneider behagt dieses Vorgehen jedoch überhaupt nicht. Denn: „Dieses Geld gehört den Kirchengemeinden“, betonte er seine Sicht der Dinge. Das Zurückbehalten der Mittel verhindere eine zukunftsorientierte und lebendige kirchliche Arbeit.


Über Schneiders gestellten Antrag, die Höhe der vom Bezirk einbehaltenen Mittel wenigstens auf fünf Prozent zu senken, wird nun der Dekanatsausschuss befinden. So streite eben jeder für seine Gemeinde, kommentierte Popp, was auch legitim sei. Letztlich gelte es aber, am Reich Gottes zu bauen, sagte der Dekan mit Blick auf die diesjährigen Kirchenvorstandswahlen. Diesbezüglich rief er zu reger Beteiligung auf – sowohl was das aktive wie auch das passive Wahlrecht anbelangt.



Popp zeigte sich ebenso erfreut, in Treuchtlingen mit dem Leiter der LVHS Pappenheim, Gerhard Schleier, einen neuen Synodalen in der Runde begrüßen zu dürfen. Des Weiteren wies der Dekan auf einige veranstalterische Höhepunkte im Bezirk hin. So wird der Windsbacher Knabenchor sein erstes Konzert unter neuer Leitung in Pappenheim geben, wo heuer auch der Bayerische Messnertag stattfinden wird. Gespannt darf man vor allen Dingen aber auf den Antrittsbesuch des neuen Landesbischofs im Dekanat sein. 



Jürgen Leykamm

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