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Treuchtlingens Altbürgermeister Herrmann wird 70

Der CSU-Politiker blickt auf eine lange und ereignisreiche Amtszeit zurück - 10.02.2019 06:18 Uhr

Vier Amtszeiten lang war Wolfgang Herrmann Bürgermeister von Treuchtlingen. Das Bild zeigt ihn mit Ehefrau Brigitte und den beiden erwachsenen Kindern bei seiner Verabschiedung im Jahr 2008. © TK-Archiv


Spätestens seit er 1984 als Nachfolger von Hans Döbler zum Bürgermeister gewählt wurde, drehte sich im Hause Herrmann vieles nur noch um Wege und Weichenstellungen für die eigene Heimatstadt Treuchtlingen. Das blieb bis heute so, auch wenn Wolfgang Herrmann mittlerweile „nur“ noch als einfaches Ratsmitglied für die CSU im Stadtrat sitzt.

Nach den Jahren des ersten großen Umbaus der ehemaligen Eisenbahnerstadt in den 1970er Jahren wartete auf den frisch gewählten Rathauschef in den 1980er und 90er Jahren vor allem die Aufgabe, die Kommune auch ohne ihr bisheriges Zugpferd zukunftsfähig zu machen. Und die Liste der Baumaßnahmen während Herrmanns 24-jähriger Amtszeit ist lang. Allem voran steht der Neubau des Thermalbereichs der Altmühltherme ab dem Jahr 1994. Aus Treuchtlingen sollte eine Kur- und Tourismusstadt werden, ohne dabei jedoch die Betriebe und die industrielle Entwicklung zu vernachlässigen.

Treuchtlingens Altbürgermeister Wolfgang Herrmann bei seiner ersten Vereidigung im Jahr 1984. © TK-Archiv


Kur, Tourismus und Industrie

So entstanden und wuchsen parallel zu den Bad-Ambitionen die Industrie- und Gewerbegebiete an der Heusteige, in der Industriestraße, in Neufriedenheim, in Wettelsheim und in Graben. Unter anderem kamen die Firmen Krauss-Maffei und Sanipa in die Altmühlstadt, Alfmeier erweiterte seinen Betrieb. Die mögliche Zukunft Treuchtlingens sollte ein städtebaulicher Ideenwettbewerb aufzeigen, später folgte der erste Stadtentwicklungsprozess mit Bürgerbeteiligung.

Neben dieser generellen Ausrichtung galt es insbesondere bei der Weiterentwicklung der Stadtmitte viele Projekte zu stemmen, darunter zum Beispiel den Bau des Ärztehauses in der Hauptstraße, die Sanierung der Bahnhofstraße, den Ausbau der Czernohausscheune zur Stadtbücherei, die Renovierung des Rathauses und der Stadthalle sowie die Einrichtung des Bürgertreffs. Auch der Bauhof musste neu errichtet werden, nachdem der alte abgebrannt war.

In Sachen Tourismus quartierte sich unter Herrmanns Ägide das Naturpark-Informations- und Umwelt­zentrum im Stadtschloss ein, dazu kamen der Bau des Reisemobilstellplatzes und die Anlage des Kurparks als „grüne Oase“ im Stadtgebiet. Schon zu Amtszeiten des Altbürgermeisters ein Thema war außerdem die Frage, wie das Stadtkrankenhaus zu erhalten und zu stärken sei. Es wurde deshalb zum „Gesundheitszentrum“ erweitert und um das städtische Alten- und Pflegeheim ergänzt.

Klimaschutz schon früh im Blick

Im Bereich der Kultur fallen die Gründung der städtischen Musikschule und der Umbau des ehemaligen Forsthauses zum Kulturzentrum in Herrmanns Bürgermeisterjahre. Mit Blick auf den Naturschutz entstand ein Biotopschutzprogramm, die Stadt erhielt ein „Ökokonto“, und die Therme stellte ihre Energieversorgung auf erneuerbare Quellen um.

Stets in Verbindung gebracht werden wird Wolfgang Herrmann überdies mit der Städtepartnerschaft mit dem italienischen Ponsacco sowie mit der Gründung der Kurbetriebsgesellschaft Altmühlvital. Und auch etliche Dorferneuerungen sowie die Erschließung mehrerer Wohngebiete fallen in seine Amtszeit, etwa in Auernheim, Bubenheim, Dietfurt und Wettelsheim.

Es gab freilich auch eine Zeit, da schien Herrmann die Lust am Bürgermeister-Dasein verloren zu haben – nämlich nach der Niederlage beim Bürgerentscheid über die Nagelbergtrasse als Nordumfahrung. Die Enttäuschung legte sich aber, neue ambitionierte Ziele waren die Ansiedlung eines großen Hotels und die Vorreiterrolle Treuchtlingens in Sachen Klimaschutz.

Nach wie vor engagiert

Nach seiner mit nur 102 Stimmen Unterschied äußerst knappen Niederlage gegen SPD-Herausforderer Werner Baum bei der Bürgermeisterwahl 2008 blieb Herrmann der Politik und dem Stadtrat treu. Als Kreisrat ist der bald 70-Jährige seit 1984 ununterbrochen im Amt. Daneben engagierte er sich als Stadtoberhaupt und auch danach noch beim Technischen Hilfswerk, der Tafel und dem Rettungszweckverband. Für seine Verdienste erhielt Herrmann 2008 den goldenen Ehrenring der Stadt Treuchtlingen und 2014 die kommunale Verdiensmedaille in Silber.

Seinen 70. Geburtstag feiert Wolfgang Herrmann am Montag, 11. Februar, ab 18 Uhr im Gasthaus Knoll in Windischhausen. Statt Geschenken bittet er um Spenden an den Jugend- und Kulturverein Eber-Hart (IBAN DE11 7606 9468 0001 5190 18, Kennwort „Geburtstag Wolfgang Herrmann“).

  

Patrick Shaw/Hubert Stanka E-Mail

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