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Treuchtlinger Alpenverein: Geplagte Gipfelstürmer

Wetterkapriolen verhagelten den Schneeschuhgehern so manche Tour - 02.05.2012 08:59 Uhr

Im Gegensatz zu den anderen Touren hatte die Schneeschuh-Truppe des Treuchtlinger Alpenvereins in den Dolomiten eher zu wenig Schnee.

Im Gegensatz zu den anderen Touren hatte die Schneeschuh-Truppe des Treuchtlinger Alpenvereins in den Dolomiten eher zu wenig Schnee. © Meier


Den Wintereinbruch Anfang Januar erlebten 13 Treuchtlinger Wanderer in den Bergen um den Spitzingsee. Von der Weißenburger Hütte stiegen sie an vier Tagen zur Oberen Firstalm, zur Schönfeldhütte und zum 1580 Meter hohen Rosskopf auf. Starke Schneestürme begleiteten die Schneeschuhgeher und verhinderten weitere Gipfelerfolge. Wieder im Tal, waren alle froh, dem Wetterchaos entronnen zu sein, und schaufelten ihre eingeschneiten Fahrzeuge frei.


Auch bei der nächsten Fahrt ins Alpbachtal in den Kitzbüheler Alpen warteten Schneemassen auf die 16 Teilnehmer. So erreichten die Bergfreunde bei Sturm nur den 1902 Meter hohen Gipfel des Schatzbergs.


Das extreme Wetter bekamen auch die zwölf Teilnehmer einer Fahrt in die Lechtaler und Ammergauer Alpen Anfang Februar zu spüren. Eine Vorhut bestieg bei noch erträglichen minus 17 Grad das 2052 Meter hohe Joch und wurde mit einem tollen Panorama belohnt. Nächtliche minus 34 Grad und minus 27 Grad vormittags verhinderten jedoch die Fahrt zur nächsten Tour, da einige der Dieselfahrzeuge den Dienst verweigerten.


So bestieg die gesamte Mannschaft tags darauf nochmals den Gipfel des Vortags, wobei die extremen Bedingungen den Schneeschuhfans einiges abverlangten. Auf eisigen 2052 Metern feierten die Gipfelstürmer die Besteigung dennoch zünftig und nahmen auf der Heimreise noch das Pürschlinghaus ins Visier. Der dortige Auf- und Abstieg durch tief verschneite Wälder und glitzernden Schnee entschädigte für viele der Widrigkeiten.


Für ihre viertägige Dolomitentour um die Lavarellahütte an Fasching hofften die Bergfreunde folglich auf bessere Bedingungen – und erlebten die Kehrseite mit sehr wenig Schnee. Auf dem Weg zur 2794 Meter hohen Pareispitze mussten die Wanderer diesen regelrecht suchen, und in Gipfelnähe war die Route derart vereist, dass sie die Tour abbrechen mussten.


Auch der nächtliche Neuschnee half nicht weiter, denn nun erschwerte schlechte Sicht den Aufstieg zum 2907 Meter hohen Heiligkreuzkofel. Der harte Kern der Truppe versuchte zwar noch, den Gipfel zu erreichen, scheiterte aber an den Schneeverhältnissen. Eine kleine Entschädigung war wenigstens das Bilderbuchwetter am Abreisetag, an dem es auf die 2459 Meter hohe Schildkröte ging.


Für die nächste Tour Mitte März war in den Tuxer Alpen pure Sonne vorhergesagt. Für den Aufstieg zum Meißner Haus stimmte dies auch noch. Auf dem Gipfelgrat zur 2307 Meter hohen Viggarspitze packte die Tourengeher jedoch ein Föhnsturm, der ein Weiterkommen unmöglich machte. Obwohl der Wind anhielt, erklommen am nächsten Tag aber alle zehn Bergsteiger den 2607 Meter hohen Morgenkogel. Auf der Hütte freuten sich alle über das bestandene Abenteuer.


Zum ersten Mal Glück mit dem Wetter und den Schneeverhältnissen hatte eine siebenköpfige Gruppe Ende März in den Ötztaler Alpen. Von der Langtalereckhütte aus bestieg sie bei strahlender Sonne die 3165 Meter hohe Langtalerjochspitze und das 3228 Meter hohe Eiskögele. Nach einer ausgiebigen Gipfelpause machte dort auch der Abstieg auf einem weichen Schneefederbett viel Spaß.


Höhepunkt der Schneeschuhsaison sollten an Ostern zehn Tage in den Grajischen und Walliser Alpen samt Besteigung von bis zu acht Viertausendern werden. Kurz vor der Abfahrt schwächten jedoch mehrere Absagen die Truppe, sodass letztlich nur ein Quartett die Akklimatisationstouren um die Benevolohütte in Angriff nahm.


Treu blieb den Alpinisten lediglich das schlechte Wetter, denn kurz vor den Gipfeln endeten die Gletscheraufstiege im dichten Nebel. Aus Sicherheitsgründen brachen die Wanderer die Touren ab und hofften auf besseres Wetter im Süden der Monte-Rosa-Gruppe. Dort ermöglichte es das 3498 Meter hoch gelegene „Rifugio Mantova“, an einem Tag gleich zwei Viertausender zu besteigen. Hoch über den Wolken gab es Gipfelglück auf der 4215 Meter hohen Vincentpyramide und dem 4167 Meter hohen Balmenhorn. Die übrige Fahrt war indes von Schneestürmen und Nebel geprägt, die die Treuchtlinger schließlich zum vorzeitigen Abbruch zwangen.


Dennoch bleibt die Altmühlstadt nach diesem Winter mit 26 Tourentagen und 74 Teilnehmern das „Mekka des Schneeschuhsports“ im weiten Umkreis. Um Fachübungsleiter Karl Meier, der die ersten sechs Fahrten führte und bei der letzten Tour von Matthias Burkhardt vertreten wurde, schart sich inzwischen eine (abenteuer-)lustige Truppe mit großem Teamgeist und Enthusiasmus. Lediglich die leichten, heimatlichen Schneeschuhwanderungen fanden heuer mangels Schnee nicht statt.


Zwei Tagesfahrten ins Tannheimer Tal unternahm darüber hinaus die neugegründete Skitourengruppe. Auf dem Weg zum Kühgundkopf und Ponten zog die überwiegend aus Neulingen bestehende Truppe unter der Leitung von Georg Gehring ihre Spuren im Pulverschnee. Näheres zu allen Touren ist auch im Internet unter www.dav-treuchtlingen.de nachzulesen. 

pm

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