Mittwoch, 20.03.2019

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Treuchtlinger Familiendrama: Vater stirbt an Verletzungen

Mann beging am Montag Suizidversuch - 20.06.2014 12:23 Uhr

Im März warf ein Treuchtlinger seine Kinder aus dem Fenster. Am Mittwoch verstarb er an den Folgen eines Selbstmordversuchs. © ToMa


Es war eine Straftat, die wie kaum eine andere in den vergangenen Jahren die Gemüter bewegte. Der 31-jährige Mann hatte am späten Abend des 19. März dieses Jahres seine Kinder aus dem Fenster des zweiten Stocks eines Mehrfamilienhauses in der Wettelsheimer Straße geworfen und war selber hinterher gesprungen. Dabei waren alle drei Kinder im Alter von zehn Monaten bis drei Jahren schwer verletzt worden. Auch der Täter selbst verletzte sich bei dem Sprung.

Das Motiv für die unverständliche Tat war ein Beziehungsdrama, das dem Geschehen vorausgegangen war. Die Ehefrau und Mutter der Kinder war aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Am Telefon hatten die beiden eine Auseinandersetzung, in deren Verlauf der Mann ankündigte, den Kindern etwas anzutun. Die alarmierte Polizei konnte die Tat damals nicht mehr verhindern.

Quasi vor den Augen der Beamten warf der Mann seine Kinder aus dem Fenster. Der Täter war sofort in Untersuchungshaft genommen worden, in der er seitdem auf seinen Prozess wartete. Ermittelt wurde wegen versuchten Mordes und versuchten Totschlags.

Jetzt setzte er seinem Leben ein Ende. In der Nacht zum Montag hatte sich der Mann in seiner Zelle aufgehängt, wo ihn das Gefängnispersonal fand. Er konnte zwar noch wiederbelebt werden, schwebte zwei Tage lang in Lebensgefahr. Wie die Staatsanwaltschaft in Ansbach bestätigte, verstarb er am Mittwoch an den Folgen. Die 22-jährige Mutter und die Kinder wohnen mittlerweile nicht mehr in Treuchtlingen. Während die beiden älteren Kinder die Tat wohl ohne bleibende körperliche Schäden überlebten, kämpften die Ärzte lange um das Leben des Babys, das sehr schwere Kopfverletzungen erlitt. Wie im Nachhinein zu erfahren war, war es bei dem Sturz aus rund acht Meter Höhe mit dem Kopf auf einen Baumstumpf geknallt. Nach Informationen unserer Zeitung wird das Kleinkind nach wie vor in einer spezialisierten Rehaklinik behandelt. Ob es ohne bleibende Behinderungen wird aufwachsen können, ist unklar.

Mit dem Tod des Täters ist die strafrechtliche Seite des Falles abgeschlossen. Die Sache wird bei der Staatsanwaltschaft mit einer kurzen Verfügung zu den Akten gelegt. 

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