Mittwoch, 19.12.2018

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Treuchtlinger Kurier lädt ein

Hoffest zum Jubiläum – Stadtkapelle, Weltvolksmusik, Hüpfburg, Zeitungsdrucke, Treuchtlinger Bratwürste, Bier und mehr... - 05.09.2012 07:56 Uhr

Seit 1930 residiert der Treuchtlinger Kurier im ehemaligen Hypobank-Gebäude in der Hauptstraße. © TK


Der Treuchtlinger Kurier wurde im Herbst 1887 als Amtsblatt für den Magistrat Treuchtlingen und Anzeigeblatt für Treuchtlingen und Umgebung gegründet. Der Gründer Johann Christian Leidel gibt dem Zeitungsverlag noch heute den Verlagsnamen J.C. Leidel GmbH.


Anfangs erschien die Zeitung mit nur wenigen Seiten zweimal wöchentlich, ab dem Ersten Weltkrieg dreimal wöchentlich. Ab 1923 wurde der Umfang erhöht und auch die Erscheinung auf vier Ausgaben pro Woche.


Im Jahr 1930 kaufte der Sohn des Verlagsgründers, Eugen Leidel, das Haus der ehemaligen Hypobank in der Hauptstraße und zog dort mit seiner Familie sowie den Satz- und Druckmaschinen ein. Dort residiert der Verlag auch heute noch. Die Zeit der Weimarer Republik war die Blütezeit des Treuchtlinger Kuriers. Er war die Tageszeitung für den kompletten südlichen Landkreis, inklusive Pappenheim und war selbst Amtsblatt des Amtsgerichtsbezirkes Weißenburg.


Im Jahr 1939 wurde dem Verleger das Verlagsrecht durch die Nazis entzogen. Die Zeitung wurde gleichgeschaltet und erschien ab diesem Zeitpunkt im Verlag der „Fränkischen Tageszeitung“, allerdings weiter unter dem Titel Treuchtlinger Kurier. Gedruckt wurde die Zeitung damals beim Weißenburger Tagblatt, das sein Verlagsrecht behalten durfte.


Nach der Ausrufung des totalen Krieges im Jahr 1943 wurde der TK komplett eingestellt. Erst im Jahr 1946 erlaubte die amerikanische Besatzungsmacht wieder die Herausgabe eines Anzeigenblattes für Treuchtlingen unter dem Titel Treuchtlinger Kurier. 1949 wurde das Blatt wieder als vollständige Tageszeitung zugelassen, zunächst mit drei Ausgaben pro Woche, später viermal wöchentlich.
1959 schloss sich der Treuchtlinger Kurier mit anderen fränkischen Tageszeitungen zu einer Interessengemeinschaft mit den „Nürnberger Nachrichten“ zusammen. Unter diesem Dach erscheint der TK bis heute.

125 Jahre Treuchtlinger Kurier © Regnath



Als 1969 auch das Weißenburger Tagblatt der Interessengemeinschaft beitrat, wurde eine enge Zusammenarbeit der beiden Tageszeitungen im Altlandkreis Weißenburg begründet. Die gemeinsame Ausgabe wurde auch in Weißenburg gedruckt.


Nachdem die TK-Verlegerin Marle Sprinz, die Enkelin des Verlagsgründers, kinderlos geblieben war, verkaufte sie im Rentenalter den Verlag im Jahr 1996 an das Nürnberger Pressehaus und sicherte so dessen Fortbestand. Die kleine Akzidenzdruckerei war angesichts des harten Wettbewerbs am Markt auf Dauer jedoch nicht zu halten. 2004 wurde die Druckerei aufgelöst.


Seit 2006 wird der komplette Lokalteil des Treuchtlinger Kuriers und Weißenburger Tagblatts auf modernen Großdruckmaschinen in Nürnberg gedruckt, zum Teil in Farbe.


Seit der engen Kooperation haben sich TK und WT ihr Verbreitungsgebiet aufgeteilt. Der TK berichtet über Treuchtlingen und Ortsteile, zusätzlich über Osterdorf, Büttelbronn und Rehlingen. Die Redaktionen in Weißenburg und Treuchtlingen erstellen für ihre Leser eine Zeitung aus einem Guss für den kompletten Landkreis.


Beim Hoffest am Samstag, 15. September, ab 12 Uhr erwartet die Besucher ein kleines Informations- und Bewirtungsprogramm. So ist ein Oldie-Bus des Treuchtlinger Kuriers in der Fischergasse vor Ort. An diesem kann sich jeder eine Titelseite seiner Tageszeitung mit seinem Foto dru­cken lassen. Auf die Kinder wartet eine Hüpfburg. Die Straße ist an diesem Tag für den Verkehr gesperrt. Zur Begrüßung wartet die Treuchtlinger Stadtkapelle mit zwei Auftritten um 12.30 Uhr und um 13.30 Uhr auf.


Im Hof des Treuchtlinger Kuriers gibt es echte Treuchtlinger Bratwürste und andere Grillspezialitäten, außerdem Wettelsheimer Bier und andere Kaltgetränke. Zur Unterhaltung der Besucher spielt außerdem das Trio „Trigane“ Volksmusik aus aller Welt.


Übrigens: Viele Treuchtlinger haben sich schon über das ungewöhnliche Gestell gewundert, das seit Kurzem am TK-Gebäude angebracht ist. Hier wird in den nächsten Tagen eine öffentliche Ausstellung zu sehen sein. Auf Tafeln werden Ausschnitte aus 125 Jahren Treuchtlinger Kurier zu sehen sein. Geschichte zum Ansehen. 

Hubert Stanka

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