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Treuchtlinger Limonadenfabrik Pledl schließt

Keinen Nachfolger gefunden – 16 Mitarbeiter erhielten die Kündigung - 07.10.2014 08:05 Uhr

Das Luftbild zeigt die Produktionshallen der Limonadenfabrik Pledl entlang der Nürnberger Straße. © Limes-Luftbild


In der Altmühlstadt werden die heimischen Marken hoch gehalten. So stehen in den Sitzungen des Stadtrats ganz selbstverständlich Mineralwasser von Altmühltaler, VC Limonade und andere Getränke der Treuchtlinger Limonadenfabrik Pledl auf den Tischen. Diese Zeiten dürften nun vorbei sein. Denn diese Marken werden wohl durchweg nicht fortgeführt. Zumindest steht das derzeit so im Raum.

Die Pledl GmbH & Co KG ist in und um Treuchtlingen vor allem durch die Limonadenmarken VC, Fruli und Cola Mix bekannt. Daneben hat das Unternehmen noch eine ganze Reihe anderer Limonadengetränke im Angebot. Was weniger bekannt ist: Bei Pledl wird bislang auch das Mineralwasser der Marke Altmühltaler in Flaschen gefüllt und für den regionalen Markt vertrieben.

Die Schließung der Firma kommt überraschend – vor allem auch für die insgesamt 16 Mitarbeiter in Produktion, Verwaltung und Fuhrpark. Diese erhielten vergangene Woche ihre Kündigungsschreiben, in denen die Geschäftsaufgabe für den 31. Oktober angekündigt wird.

Auf Nachfrage, warum die Firma schließt, erklärte Inhaber Martin Pledl unserer Zeitung gegenüber, dass er seit geraumer Zeit auf der Suche nach einem Nachfolger gewesen sei. Es habe sich aber niemand gefunden, der das Geschäft übernehmen wollte. Deshalb sei ihm nichts anderes übrig geblieben, als die Produktion einzustellen.

In ihren besten Zeiten wurden in der Fabrik in der Nürnberger Straße jährlich 200.000 Hektoliter Wasser und Limonaden hergestellt und/oder abgefüllt. In jüngerer Vergangenheit lag der Durchsatz laut Pledl bei rund 100.000 Hektolitern.

Getränkemarkt gibt es weiter

Der Heimdienst der Firma, der Privatkunden im Umkreis von rund 50 Kilometern beliefert, ist bereits vor geraumer Zeit von der Wettelsheimer Getränke GmbH übernommen worden und von der Schließung ebenso wenig berührt wie der Getränkemarkt. Beide „Sparten“ gibt es also weiterhin. Was mit dem Fabrikgelände in der Nürnberger Straße geschieht, ist indes nach Aussagen von Pledl noch offen.

Für die Mitarbeiter – etliche bereits über 50 Jahre alt – ist die Schließung ein herber Schlag. Zwar haben einige lange Kündigungsfristen und erhalten so noch einige Monate lang ihren Lohn; der gewohnte Arbeitsplatz aber ist weg, wenn die Produktion komplett eingestellt und abgewickelt ist.

Aus den Super- und Getränkemarkt-Regalen wird in der Folge auch die Mineralwassermarke Altmühltaler verschwinden. Die Abfüllung im Altmühltaler-Werk selbst erfolgt seit Jahren aus technischen Gründen nur in PET-Flaschen, zum Beispiel für große Discounter-Ketten. Eine Abfüllung in konventionelle 0,7-Liter-Flaschen ist dort nicht mehr möglich. Diese Flaschenabfüllung lief bislang komplett über Pledl. Dazu war früher eigens eine Wasserleitung von der Altmühltaler-Quelle in die Limonadenfabrik gelegt worden.

Wie Günter Kutschera, Geschäftsführer der Firma Altmühltaler Mineralbrunnen, unserer Zeitung gegenüber bestätigte, wird die Marke Altmühltaler demnach in den bekannten 0,7-Liter-Flaschen künftig nicht mehr erhältlich sein.

Ob bei der Entscheidung der Familie Pledl eine Rolle gespielt hat, dass weiterhin Unsicherheit über die Zukunft des „Treuchtlinger Wassers“ besteht, ist anzunehmen. Nach Informationen unserer Zeitung wurden immer wieder die Lieferverträge gekündigt, als es wieder einmal Unklarheiten über die künftige Entnahmemenge aus der Tiefenwasserschicht gab. Nach wie vor herrscht hier eine Art wasserrechtlicher Schwebezustand. 

Hubert Stanka Treuchtlinger Kurier

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