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Treuchtlinger Promenaden-Brücke bröckelt

Über 50 Jahre alter Flussübergang muss wohl im Sommer 2018 saniert werden - 28.09.2017 06:04 Uhr

Die Altmühlbrücke zwischen Therme und Senefelder-Schule ist in die Jahre gekommen. Gebaut wurde sie 1966. © Patrick Shaw


Durch eine fehlerhafte Abdichtung vor 20 Jahren hat die Brücke einen „Wasserschaden“ im Bereich der Anschlüsse und Widerlager, wie Bauamtsmitarbeiter Dieter Jänsch in der jüngsten Stadtratssitzung erläuterte. Die aus dem Jahr 1966 stammende Übergangskonstruktion zwischen Straße und Brücke auf der Seite der Altmühltherme sei 1997 ausgetauscht worden. Dabei habe man die bisherige, durchgehende Dehnfuge in der Fahrbahn durch einen „Thorma-Joint“ (Kautschuk-Abdichtung mit Blechabdeckung) ersetzt, die Fuge in den Gehwegen aber belassen. Den Übergang zwischen den beiden unterschiedlichen Systemen habe man in der Folge nicht fachgerecht abdichten können, sodass Wasser eindrang.

Ende Mai dieses Jahres ließ das Bauamt die Schadstelle nun vom Ingenieurbüro Wopperer aus Gunzenhausen untersuchen. Dabei stellte sich laut Jänsch heraus, dass „die Konstruktion den Ansprüchen aus Schwerlast-, Bus- und Autoverkehr nicht mehr gewachsen ist“. Der Abdeckstreifen sei gebrochen, Wasser, Salz und Schmutz seien eingedrungen. Auch die Entwässerung der Widerlager funktioniere nicht. Sanierungsumfang: rund 135.000 Euro, zuzüglich 23.000 Euro Ingenieur-Honorar und 5000 Euro für die Randarbeiten durch den Stadtbauhof.

Unser historisches Foto zeigt den Bereich der damals noch begradigten Altmühl mit dem einstigen Flussbad im Vordergrund und dem Baukran dahinter. Therme und Senefelder-Schule gibt es zu dieser Zeit noch nicht. © TK-Archiv


Geplant ist, die Brücke in den Sommerferien 2018 zu reparieren. Dazu muss an der Ostseite der Asphalt über die gesamte Fahrbahn- und Gehwegbreite entfernt werden. Anschließend werden die Betonschäden saniert und wieder eine durchgehende Dehnfuge eingebaut, so wie sie ursprünglich vorhanden war. Eine Kernbohrung sorgt für die Entwässerung der Widerlager.

Während der etwa vierwöchigen Arbeiten muss die Brücke laut Jänsch zeitweise komplett gesperrt werden. Geeignete Zeitfenster wolle er schon frühzeitig mit den Anliegern – insbesondere der Firma Altmühltaler und der Senefelder-Schule – abstimmen.

Kritisch sehen CSU-Fraktionschef Matthias Strauß und FW-Sprecher Klaus Fackler das Vorhaben. Es sei zwar nötig, angesichts der Kosten aber ein problematischer Vorgriff auf die im Winter anstehenden Haushaltsverhandlungen. Dasselbe hatten beide schon zuvor bei der Debatte über die weitere Erschließung des Baugebiets „Mandlfeld“ in Graben moniert. Zumindest eine deutlich frühzeitige Information über die Beauftragung des Ingenieurbüros hätten sich die Ratsmitglieder gewünscht.

Bürgermeister Werner Baum hielt dem entgegen, dass es ohne die Begutachtung nicht klar gewesen wäre, ob eine Sanierung überhaupt erforderlich ist. Der definitive Beschluss falle ohnehin im Zuge der Haushaltsverhandlungen – aktuell gehe es lediglich um eben die geforderte Vorinformation. „Bisher haben wir gerade mal ein Loch gemacht“, so Baum. Ob sich die Maßnahme noch zwei oder drei Jahre hinauszögern lässt, wie es sich Uwe Linss (CSU) mit Blick auf den bis dahin möglicherweise vollzogenen Umzug der Firma Altmühltaler wünschen würde, müssen laut Bauamtsmitarbeiter Jänsch „die Fachleute des Ingenieurbüros beurteilen“. 

Patrick Shaw Redaktion Treuchtlinger Kurier E-Mail

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